Eva Croissants Debütalbum zeigt zwei Seiten der Karlsruher Sängerin/Songwriterin.

Eva Croissants Debütalbum zeigt zwei Seiten der Karlsruher Sängerin/Songwriterin. © Eva Croissant

Mit "Du bist nicht irgendwer" veröffentlicht die Karlsruher Sängerin und Songwriterin Eva Croissant im Selbstvertrieb ein überzeugendes Debütalbum, das sich persönlichen Themen mit Wärme und Einfühlsamkeit widmet und gleichzeitig zwei sehr unterschiedliche Seiten der Künstlerin offenbart. Schon das Cover fängt eine zentrale Stimmung auf kongeniale Weise ein: Die winterliche Sonne wirft ein warmes Licht auf die in die Ferne blickende Sängerin. Einladend, warm und manchmal etwas verträumt kann auch die Musik der Karlsruher Musikerin sein.

{image}Ein Schwerpunkt des Albums sind sparsam instrumentierte, sanfte, einfühlsame Balladen, die von Sehnsucht und Liebe geprägt sind, beispielsweise im Titelstück, Wo Willst du hin, Ich halt' deine Hand oder Schäm dich was, das die Sängerin von einer verflossenen Liebe träumen lässt. Im Mittelteil des Albums zeigt Eva Croissant allerdings auch eine andere Seite, nämlich die unerschrockene Kritikerin, die den Finger in die Wunden anderer legt. Im Minutentakt ist eine scharfe, aber musikalisch weich verpackte Abrechnung mit einer Person, deren Identität – ob Freundin oder Freund – rätselhaft bleibt. Das selbsterklärende Nimm dein Leben in die Hand geht in dieselbe Richtung, enthält aber etwas bissigen Humor, den Croissant gerne etwas häufiger verwenden sollte. Ansonsten scheut sie sich aber nicht, klare Positionen zu beziehen, wie in der genussvollen Dissektion eines treulosen Schlaumeiers in Deine Worte. Das beste Lied des Album gehört ebenfalls in diese Reihe: Kennst du mich noch ist eine entschlossene, wütende Konfrontation im Angesicht einer enttäuschten Beziehung. Wie meistens verschleiert Croissant auch hier den Charakter der Beziehung, weshalb ihre "Abrechnungslieder" subtiler, interessanter wirken als die schmachtenden Balladen. 

{image}Eva Croissant ist es gelungen, die persönlichen Themen auf Du bist nicht irgendwer mit emotionaler Offenheit anzugehen und ihre Befindlichkeit in Texte zu verpacken, die nicht peinlich oder aufgesetzt, sondern aufrichtig erscheinen. Ihr Gesang ist klar, variabel, aber nicht überfrachtet, sondern erfreulich direkt und unverstellt. Die sparsame Instrumentierung ist unaufdringlich, aber effektiv, da sie mit ihrer Stimme sehr gut harmoniert und ihren ausdrucksstarken Gesang akzentuiert.

Eva Crossiant offenbart auf Du bist nicht irgendwer die zwei Seiten, die in irgendeiner Form in jedem Menschen wohnen: Sie ist einerseits das verliebte, verträumte Mädchen und andererseits eine entschlossene selbstbewusste Frau, die vor klaren Worten nicht zurückschreckt. Im Kontrast zwischen den beiden Herzen der Eva Croissant liegt der Reiz des Albums.

Wertung: +++½ (von +++++)

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