Joey Voodoo qualifizierten sich für das Finale des Newcomerfestivals Rhein Neckar. Fotostrecke starten

Joey Voodoo qualifizierten sich für das Finale des Newcomerfestivals Rhein Neckar. © Simon Fessler

In der abschließenden Vorrunde des diesjährigen Newcomer-Festivals Rhein-Neckar setzte sich die Heidelberger Rock-Band Joey Voodoo gegen zwei Mitbewerber durch und qualifizierte sich für das Finale am 12. Oktober in der Alten Feuerwache in Mannheim.

Stimmiger Auftritt von Joey Voodoo

Da der Sänger und Songwriter Cornelius Bender seinen Auftritt kurzfristig absagen musste, spielten nur drei Bands in der Halle02 um die Gunst von Publikum und Jury. Joey Voodoo überzeugten dabei mit einem stimmigen Bandsound, der eher an Hardrock mit Metal- und Hardcore-Einflüssen denken ließ als an Funk, wie die Selbstbeschreibung der Band nahelegt. Die auffällige Gesichtsbemalung der Band tat ein Übriges, diesen Eindruck zu verstärken.

Was Joey Voodoo noch fehlt, ist die Fähigkeit, ein Set dramaturgisch zu variieren und abwechslungsreich zu gestalten. Aber sie verfügen über eine ansprechende Bühnenpräsenz, die frei von unnötiger Theatralik ist und das Publikum dennoch einbindet. Im Finale treffen Joey Voodoo auf Blac Head Lion, The Wipes und The Basement Group.

Odysseys End: Von allem zu viel

Im Gegensatz zu den Gewinnern fehlt es Odysseys End, einer Prog-Rock Band aus Mannheim, noch an einer klaren Linie. Sie haben Ideen im Überfluss, wissen aber (noch) nicht, wie sie daraus ein stimmiges Gesamtkonzept formen können. Das liegt vor allem an der unklaren stilistischen Festlegung. In manchen Momenten klingt die Band wie eine Classic-Rock-Band der 1970er, dann sind wieder Metal- und sogar Power-Pop-Einflüsse zu vernehmen.

Es ist sicherlich denkbar, diese unterschiedlichen Einflüsse zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen, aber diesen Schritt haben Odysseys End noch nicht vollzogen. So wirkte der Gesamtauftritt nicht nur unfertig, sondern überladen. Wenn die junge Band aber ihren Stil gefunden hat, dann könnten sie sich zu einem echten Geheimtipp mausern.

Laut Kinski fehlte der Funke

Wie keine andere Band an diesem Abend litt die Hip-Hop/Ska-Band Laut Kinski unter einer zu undifferenzierten Abmischung. Obwohl die Band insgesamt einen soliden Auftritt ablieferte, sprang der Funke nicht so richtig über. Das lag möglicherweise auch an den kaum verständlichen Texten und der zu weit nach hinten gemischten Stimme. Vielleicht spielte auch das Fehlen des Gitarristen eine Rolle.

Außerdem waren die Beats nicht prägnant genug, um die Zuschauer kollektiv zum Tanzen zu animieren. Am Flow muss die Band definitiv noch arbeiten und ebenso daran ihr Konzept klarer und nachvollziehbarer zu vermitteln. Die Bühnenansagen drangen jedenfalls kaum zum Publikum durch.

Finale in der Alten Feuerwache in Mannheim

Mit der gestrigen Veranstaltung gingen die vier Vorrunden des 6. Newcomerfestivals zu Ende. Insgesamt handelte sich um vier gute Veranstaltungen mit viel lohnenswerter Musik. Im Finale am 12. Oktober in der Alten Feuerwache in Mannheim haben alle Zuschauer noch einmal die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen.

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