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The Wipes feiern den Einzug ins Finale des Newcomerfestivals Rhein-Neckar. © Daniel Nagel

Es war eine sehr viel engere Entscheidung als in der 1. Vorrunde, aber am Ende trafen Publikum und Jury bei der 2. Vorrunde des 6. Newcomerfestivals Rhein-Neckar eine gemeinsame Wahl und schickten The Wipes ins Finale am 19. Oktober in der Alten Feuerwache.

Die 2. Vorrunde des 6. Newcomerfestivals Rhein-Neckar stand im Zeichen der Sängerinnen. Drei der vier Bands, die in der Mannheimer Alten Feuerwache um den Einzug ins Finale spielten, hatten eine weibliche Frontfrau und alle drei waren auf ihre Art und Weise grandios. So fiel Publikum und Jury die Entscheidung denkbar schwer.

Rockmusik mit Leidenschaft

Für Begeisterung unter den Zuschauern sorgen alle Bands. Dass sich The Wipes am Ende hauchdünn durchsetzen liegt vielleicht auch daran, dass es ihnen gelingt, sich kontinuierlich im Verlauf ihres Sets zu steigern und ein Potential zu realisieren, das ihnen vielleicht unerreichbar schien.

Nachdem die Band die erste Unsicherheit abgelegt hat, zeigt sie einen leidenschaftlichen Auftritt. Ihr Bandsound ist erfreulich ausgereift und stimmig: Der ausdrucksstarke Gesang von Eva Tzimouli fügt sich in die tight gespielte Rockmusik hervorragend ein. Alle Bandmitglieder überzeugen mit Bühnenpräsenz und ihrer songdienlichen Spielweise, so dass die gesamte Performance wie aus einem Guss wirkt.

Starke Konkurrenten

Als die stärksten Konkurrenten der Wipes erweisen sich Smells Like Grandma, die jüngst die Vorrunde des aktuellen Rockbuster-Bandcontests in Ludwigshafen gewonnen haben. Auch hier steht eine Frau im Mittelpunkt: Sängerin Mary-Anne Bröllochs wirbelt in ihrer von Beth Ditto inspirierten Erscheinung als Punk-Rock-Frontfrau mit Energie und großer Leidenschaft über die Bühne.

Unterstützt wird sie von einer exzellenten Band, hinter deren lässiger Erscheinung sich wiederum ein ausgereiftes, professionelles Konzept verbirgt, das kaum weniger stimmig ist als das der Wipes. Am Ende machen wenige Stimmen den Unterschied aus – knapper war eine Entscheidung nur selten.

Überzeugendes Songwriting

Alien Anatomy teilen sich mit The Wipes das Konzept der Rockmusik mit Sängerin. Auch sie verfügen in Gestalt von Alba über eine ausdrucksstarke Frontfrau, die allerdings in stärkerem Maß als bei den Wipes die Show trägt. Ihr Bandsound ist zudem vermutlich aufgrund ihres jugendlichen Alters noch nicht so weit entwickelt wie bei ihren Konkurrenten.

Es scheint aber nur eine Frage der Zeit zu sein, bis es Alien Anatomy gelingt, das Potential ihrer vielseitigen Songs auf der Bühne voll zu realisieren. Aber nicht nur die Songs überzeugen, die Band beweist auch Sinn für Dramaturgie und die stimmungsmäßige Gestaltung eines Sets.

Allein ohne Frauen

Den Abend eröffnete die Band, die als einzige ohne Frauen auskam: The Butcher Sisters aus Ludwigshafen. Die fünf männlichen Schwestern bezeichnen sich als Hardcore-Rap-Band, worunter sie eine Kombination aus deutschsprachigem HipHop und Hardcore-Punk verstehen.

Neben musikalischer steht auch textliche Aggressivität bei ihnen jedenfalls ganz oben auf der Agenda und so gibt es viele Songs, in denen es "in die Fresse" oder "aufs Maul" gibt. Am besten funktioniert aber das Lied Parkplatzwächter, das nicht von Gitarren, Schlagzeug und Bass, sondern von Beats unterlegt ist. Dadurch kommen nicht nur die Nuancen des Raps viel besser zur Geltung, es wirkt auch authentischer als der übrige Auftritt.

Hervorragende Stimmung

Von der 2. Vorrunde werden im übrigen nicht nur die exzellenten Auftritt der Bands, sondern auch die hervorragende Stimmung und das freundschaftliche Miteinander zwischen den Bands in Erinnerung bleiben.

Weitere Livetermine dieser Bands und die übrigen Vorrundentermine des 6. Newcomerfestivals Rhein-Neckar

Die dritte Vorrunde findet entgegen der ursprünglichen Ankündigung nicht am Abend des Champions League-Finals statt, sondern am 15. Juni wiederum in der Alten Feuerwache in Mannheim. Die vierte Vorrunde findet dann am 14. September in der Halle02 in Heidelberg statt.

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