Tiger Lou (Live im Schlachthof Wiesbaden 2008)
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Tiger Lou (Live im Schlachthof Wiesbaden 2008) Foto: Achim Casper punkrockpix © regioactive.de

"Hier ist Durchhören angesagt" war schon unser Fazit in der Rezension des neuen Albums von Tiger Lou, "A Partial Print". Da trifft es sich doch gut, wenn die Band das genauso sieht: Auf ihrer Tour präsentierten die Schweden das Werk 1 zu 1 - und dennoch war für erwartungsvolle Spannung gesorgt. Dass die neuen Songs live tatsächlich wunderbar funktionieren, davon konnten wir uns in Wiesbaden überzeugen. Unterstützt wurden die Musiker um Mastermind Rasmus Kellerman von Firefox Ak, der Band seiner Ehefrau.

{image}Firefox Ak, erst kürzlich für einen schwedischen Grammy nominiert worden, brechen in der ausverkauften Räucherkammer des Schlachthofs dank ihrer Austrahlung sofort das Eis. Mit Keyboard, Bass, Schlagzeug und Gitarre ausgerüstet, werfen sie zudem jede Erwartung an den Sound einer solchen Besetzung über den Haufen. Andrea Kellerman mixt mit ihrer Band so ziemlich alles zusammen, was sich irgendwo zwischen Pop, Dance, Techno und Indie bewegt. Björk, Cure, Cardigans und immer ein Hauch Cosmic Baby klingen durch, wenn sich über dem wummerden Bass-Groove und den Beats das melodische Klanggerüst entfaltet. Und so merkwürdig das klingt, so großartig ist es auch. Immer wieder kommt Unterstützung an Vocals und Perkussion auf die Bühne, und so gestaltet sich der Einstieg in den Abend mehr als nur kurzweilig. Nichtsdestotrotz drängelt sich das Publikum erst so richtig, als sich der Auftritt von Tiger Lou anbahnt.

A Partial Print wurde von vielen Kritikern zurecht mit Höchstnoten gelobt (Rezension). Auch wenn manchem Besucher das ein oder andere Fragezeichen ins Gesicht geschrieben steht, als sich herauskristallisiert, dass die Band das Album am Stück spielt – Rasmus Kellerman nennt dafür gute Argumente: "We do this because the album is one piece of music, divided into different parts. Who are we to dismantle them? We also do this because it provides an essential challenge for us. Something to sink our teeth into." Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, schart Kellerman live vier weitere geistesverwandte Musiker um sich, nämlich Erik Welén am Bass, Pontus Levahn am Schlagzeug, den Gitarristen Mathias Johansson und Johnny Karlsson an Gitarre und Keyboards. Einer sticht von Beginn an sofort heraus: Pontus Levahn beweist sich als herausragender Drummer, der den einzelnen Songs wichtige Akzente verleiht. Doch auch der Rest der Band steht dem in Nichts nach.

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Wenn es an diesem Konzert überhaupt etwas zu bemängeln gibt, dann vielleicht den etwas unglücklich abgemischten Sound, der zu breite Bässe zuließ und deshalb einige Höhen schluckte. So war dann auch Kellermans Stimme über das ganze Konzert hinweg zu leise. Dafür allerdings ging es druckvoll zur Sache: So manche Stelle der neuen Songs, die auf CD zahm und indie-poppig wirkt, wächst sich live zu einem groovig krachenden Hammer aus, wie ihn Helmet in ihren besten Tagen auch nicht besser hinbekamen.

Nach einer knappen Stunde ist A Partial Print durchgespielt, das Publikum aber natürlich längst noch nicht satt. Schlagzeug und Bass leiten die Zugaben ein, mit The War Between Us geht es los. Zeit zum Mitsingen. Nicht nur das Publikum steigt sofort mit ein, auch die beiden Freifox Ak-Musikerinnen kehren auf die Bühne zurück, um Tiger Lou bei dieser Hymne zu unterstützen. Zwei weitere Songs folgen, dann ist dieses Konzert viel zu früh vorbei. Ein Glück, dass man jetzt schon weiß, was dieser Tour folgen wird: "we'll take a wee break and return with more shows in the spring – this time around playing songs from all three Tgr Lou albums."

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