Boy Omega

Boy Omega

Schweden... bekannt für schöne Landschaften, ein großes, weltweit bekanntes Möbelhaus (mit ganz viel Kleinkram, den man eigentlich nicht braucht, aber unbedingt haben muss, sobald man das Haus betritt) und seit Abba auch für seine Musiker. Vor kurzen machte ein Sohn dieses wunderbaren Landes mit seiner Band Halt in deutschen Landen: Boy Omega. Auch in Stuttgart verweilte er einen Abend lang und verzauberte mit seinen Songs nicht nur die Mädchenherzen.

Es ist schon schwer in dieser Jahreszeit ein Publikum zu begeistern, das aufgrund von akuter Winterschlafgefahr eigentlich viel zu müde ist, sich ein Konzert anzuhören und auch noch dabei zu tanzen und zu klatschen. Wenn das Konzert dann noch im für seine Sparsamkeit bekannten Schwabenländle stattfindet, hat man es um so schwerer, auch noch Publikum in die kleinen Clubs zu bekommen. Keine idealen Vorraussetzungen für Boy Omega und seine Band. Vor allem, wenn das Konzert ganze fünf Euro Eintritt kostet, die anschließende Indie-Party kostenlos ist und draußen ein Glühweinstand nicht nur die Raucher, sondern auch die sparsamen Schwaben bei Laune hält. Dennoch schafft es Martin Henrik Gustafsson den Stuttgarter Club Schocken zu füllen.

Und die Leute, die sich dieses Konzert nicht entgehen ließen, bekamen eine Show geboten, die noch lange in den Gedächtnissen haften bleiben wird. Immer noch hängt mir eine Zeile des letzten Songs nach und verfolgt mich Tag und Nacht, aber dazu später mehr. Bereits in den vergangenen Jahren machte Boy Omega mit seinen Alben auf sich aufmerksam. Im Jahre 2006 brachte er gleich zwei Alben (The Black Tango, The Gray Rainbow) auf den Markt, die mit Lob nur so überschüttet wurden. Auch der Nachfolger Hope On The Horizon (gerade bei Glitterhouse erschienen) konnte viele positive Kritiken für sich verbuchen (Auch wenn sie unserem Redaktuer als nur ausreichend erschien: CD-Review hier). Im Vergleich zu den früheren Alben war das aktuelle Werk mehr ein Bandprojekt, an dem zu Hochzeiten bis zu 12 Musiker beteiligt waren (u.a. waren Musiker der Bands Book Of Daniel, Tiger Lou und Audrey und Irene mit von der Partie). So war es auch nicht verwunderlich, dass Martin Henrik Gustafsson mit sechs weiteren Musikern auf Tour kam. Und wie der Bürgermeister der Hauptstadt sagen würde: Und das war auch gut so.

Die Songs hätten an Intensität eingebüst und das wäre ein wirklicher Verlust gewesen. "Hello, we are Boy Omega from Sweden"... zögerlich begann der Applaus. Doch dies sollte nicht so bleiben. Boy Omega und Band spielten vorwiegend Songs des aktuellen Albums Hope On The Horizon, mit denen sie beim Publikum für Begeisterung sorgten. Besonders der letzte Song des Albums, True Haven, ließ keinen der Zuschauer kalt. Martin stand auf der Bühne und schrie nach einem bewegenden Anfang immer wieder "Goddam, I miss you" ins Mikrophon und kein Auge blieb trocken, nicht mal die der männlichen Besucher. Das Ganze unterlegt mit Geige, Cello und Saxophon sorgte für Gänsehaut der schlimmsten Sorte (im positiven Sinne, versteht sich) und hat sich so in meinem Gehirn festgebohrt, dass ich gar nicht anders kann als mindestens ein Mal am Tag diesen Song zu hören, um dann wieder für eine halbe Stunde ordentlich zu arbeiten, ohne wieder daran denken zu müssen.

Ein unvergesslicher Abend im Stuttgarter Schocken, der von einer "Motor FM"-Party gekrönt wurde. Seltsam nur, dass man sich plötzlich nicht mehr bewegen konnte und nur unter großen Anstrengungen und mit immensem Zeitaufwand das Gebäude verlassen konnte. Zu Schade, dass sich also doch viele Menschen ein fantastisches Konzert entgehen ließen, das seines gleichen sucht!

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