Stereophonics Fotostrecke starten

Stereophonics

Ziemlich viel Wirbel am Mittwoch Abend im ausverkauften Berliner Lido: Jack Daniel wird 157 Jahre alt und die Stereophonics kamen, um zu gratulieren. Und sie brachten mehrere Rockständchen mit. Die exklusive Show, bei der die Stereophonics auch Songs des kommenden neuen Longplayers promoteten, vermochte das Publikum zu begeistern.

Wann genau im September Jack Daniel Geburtstag hat, weiß niemand: die Unterlagen sind bei einem Brand im Rathaus von Lynchburg leider verloren gegangen. Aber eines weiß man ganz genau: Wenn Jack gefeiert wird, wird gerockt und ... na ihr wisst schon. Davon konnten sich die Besucher am 12.9. im ausverkauften Lido beim Birthday-Clubkonzert der Stereophonics überzeugen. Vor neuneinhalb Jahren, kurz nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums, feierten die Stereophonics ihr Berlin-Debüt. Nun, wenige Tage, bevor ihr sechstes Werk Pull The Pin in die Regale der Plattenhändler kommt, gaben die Waliser Rocker ihr Comeback als Band, die in der Heimat längst Stadien füllt. Ein kleiner aber exquisiter Berliner Club für eine große Band. Ihre Lösung? Sie holen das Stadion in die Bar, als wäre es das Einfachste der Welt.

{image}Bevor es losging wurden die T-Shirts am Merchandising-Stand noch liebevoll gerade gerückt, Fotos aufgestellt und die Slideshow aus dem Familienalbum angeworfen. Die Eiswürfel waren gut gekühlt und auf den Tischen lagen Jacky-Buttons und Plektrons - einfach so zum mitnehmen. Die Kameras standen in Startposition und die Malteser warteten auf ihren Einsatz, während auf der Bühne die Gitarren noch ein letztes Mal gestimmt wurden. Gut sahen sie aus, die Jungs aus Wales, als sie in ihren Lederjacken und mit den typischen Sonnenbrillen gegen 22 Uhr die Bühne betraten. Die Menge klatschte ihnen bereits erwartungsvoll entgegen. Mit The Bartender and the Thief began die Band die gut durchdachte Setliste dieses Abends. Direkt gefolgt von Bank Holiday Maybe, einem Song auf dem sehnsüchtig erwarteten und Ende September erscheinendem Album Pull The Pin.

Mit 10 Jahren Bandgeschichte, entsprechender Erfahrung und dem Leben auf der Überholspur im Rücken, rockte sich die Band mit den Tracks ihrer mittlerweile 6 Alben souverän durch den Abend. Unverwechselbar: die heiser kratzende Stimme des symphatischen Sängers Kelly Jones. Live hat sich das Trio Verstärkung an der Gitarre dazugeholt. Während direkt vor der Bühne die eingeschworene Fangemeinde ordentlich mitmoschte, begnügte sich der Rest des Publikums vorerst mit lässigem Kopfnicken und dem Wippen der Füße. An der Bar wurde ein Whiskey on the Rocks nach dem anderen bestellt, auf der Bühne wurde sich währenddessen teilweise der Kleider entledigt. Bei My friend, einem weiterem Song der neuen Platte, konnte sich der etwas irritierte Kelly ein Lachen nicht verkneifen. Die Stereophonics verließen mit Local boy in the photograph die Bühne, einem Song von ihrem Debüt Word gets around. Der Titel basiert auf einer wahren Geschichte über einen Jungen aus Wales, der Selbstmord beging, indem er sich vor ein Zug warf. Der Text suggeriert das Bild des Jungen in der Lokalpresse in den folgenden Tagen. Er war ein Bekannter der Band und so enstand der Song als Würdigung dieses Menschen. Sänger Kelly kehrt für die Zugabe zunächst Solo auf die Bühne zurück, um Maybe tomorrow zu performen. Das Publikum, das bis zu diesem Zeitpunkt tendenziell eher zurückhaltend war, überraschte hier mit Textkenntnis und sang den kompletten Song mit.

Bevor das Equipment verstaut werden konnte und das entsprechende Gewirbel vor der Bühne wieder losging, verabschiedeten sich die Stereophonics mit den beiden Songs Devil und Dakota, die in der Triologie mit Rewind auf dem ausgezeichneten letzten Album nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein kleines filmisches Highlight bieten. Nach anderthalb Stunden Rock'n'Roll war dann der Geburtstag von Jack Daniel und die Premiere des neuen Albums Pull the Pin vorbei. Während der ein oder die andere im Biergarten noch einen letzten Whiskey mit Jacky trank, wurde von flinken Händen das Partygeschirr zusammengetragen. Denn es wird an anderer Stelle weitergefeiert. Vielleicht sind im Februar, wenn die Stereophonics mit der neuen Platte auf Tour kommen, auch unsere Freunde Jimmy und Johnny im Publikum. Ansonsten hüllen wir uns in Blue Velvet und genießen mit Verstand.

Setlist

the bartender and the thief  - bank holiday maybe - a thousand trees - pass the buck - superman - door mann - just looking - my friends - it means nothing - madame helga - vegas two times - daisy lane - dead head - i wouldn't believe your radio - more life in a tramps vest - pick a part thats new - local boy in the photograph
Zugabe: maybe tomorrow - devil - dakota

Alles zum Thema:

stereophonics

Das könnte Sie auch interessieren