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Fotos: Nils Grobmeier © regioactive.de

Sepultura - das bedeutet nicht mehr und nicht weniger als 23 volle Jahre und 13 Alben Metal-Geschichte, die nicht ganz ohne kleine Dramen vorbei gingen. Das Musikgeschäft hat eben Höhen und Tiefen und das kann man auch bei den Brasilianern beobachten. Ehemals stürmten sie Charts, wurden am laufenden Band im Fernsehen gespielt und sägten an Slayers Thron. Sie verkauften munter Platte um Platte und tourten durch die ganze Welt. Dann folgten für die Fans enttäuschende Splits von den Cavalera-Brüdern und ein schwerer Stand für die Band. Ungefähr 1 Jahr nach ihrer letzten Veröffentlichung Dante XXI sind sie nun wieder auf Tour.

1996 gab es den größten Prüfstein für die Band. Nach dem von Kritikern und Fans gleichermaßen gefeierten Longplayer Roots trennte sich Leadsänger Max Cavalera von seinen Kollegen. Ausgangspunkt für diesen Split waren Streitigkeiten über die Rolle seiner Frau, die bis dato als Bandmanagerin fungiert hatte. Während Max 1998 mit Soulfy (Review der aktuellen Tour) - wieder auf der Bildfläche erschien, zogen seine ehemaligen Mitmusiker mit dem wütenden Album Against nach.

Direkt nach der Veröffentlichung von Dante XXI waren Sepultura ebenfalls auf einer ausgiebigen Europa-Tour, auf der Igor Cavalera wegen einer persönlichen "Auszeit" durch Roy Mayorga vertreten wurde. Mitte des vergangenen Jahres erklärte Igor seinen kompletten Ausstieg aufgrund musikalischer Differenzen. Nach Konzerten mit The Darkness und Machine Head in Dubai, gab es dieser Tage auch in Köln die Gelegenheit, dem noch relativ neuen Drummer Jean Dolabella auf die Sticks zu schauen.

Leider muss man an dieser Stelle sagen, dass die Live Music Hall gerade mal zur Hälfte gefüllt war. Sehr schade für eine Band wie Sepultura, die früher noch mühelos große Hallen füllen konnte. So mussten sich die Vorbands Last One DyingDisbelief und Born from Pain besonders ins Zeug legen, um die Menge in die richtige Stimmung zu bringen. Das Publikum ließ sich insbesondere von Born from Pain mitreißen, forderte nach dieser Band dann aber lauthals und -stark den Hauptact.

Gegen 22 Uhr war es soweit. Sepultura betraten die Bühne und wurden vom Publikum gebührend empfangen. Die Band stieg auch sofort in die Vollen: Bereits ihr zweiter Song war wohl auch ihr berühmtester - mit Chaos A.D. wurde dem Publikum gleich so richtig eingeheizt. Alle Klassiker der letzten Jahrzehnte wurden gespielt und nach diesem Konzert darf man wohl auf das bald folgende Band-Jubiläum sowie dem damit hoffentlich verbundenen neuen Album gespannt sein. So wie sich vor einigen Jahren der neue Sänger vollwertig in die Band einfügte, gelingt dies ebenso Jean Dolabella am Schlagzeug. Mit dem ersten Schlag des ersten Songs war er sofort voll da und überzeugte das ganze Set hindurch auf ganzer Linie.

Übrigens sei der Hinweis erlaubt, dass sich Max und Igor Cavalera zusammengerauft haben und seit Mitte diesen Jahres wieder im Studio stehen, um ihr erstes gemeinsames Album in 10 Jahren zu produzieren. Ein Ende der Seifenoper um die 2 Brüder?Nur Spekulation ist es hingegen, dass sich dieses versöhnliche Verhältnis auch in Richtung einer Reunion von Sepultura entwickeln könnte. Sepultura-Gitarrist Andreas Kisser bestritt jedenfalls noch im Dezember 2006 verschiedene Reunion-Gerüchte gegenüber dem Metal Hammer Magazin. Man darf also auch in Zukunft darauf gespannt sein, wie es mit dieser Band weitergeht. Kommt doch irgendwann wieder ein neues Album in Sepulturas alter Besetzung?

Viel Spaß mit unseren Fotos aus der Kölner Live Music Hall!

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