© Felix Grädler

Die Gemeinderatswahlen in Heidelberg haben eine ungewöhnliche große Zahl von Kreativschaffenden zu politischem Engagement veranlasst. Dazu zählen Felix Grädler, Leiter der halle02 und der ehemalige Beauftragte für Kreativwirtschaft, Frank Zumbruch. Wir sprachen mit beiden über Motivation und Ziele.

Machen die Kreativen in Heidelberg mobil oder hat der Zufall fast 30 Protagonisten aus der Kultur- und Kreativszene der Stadt auf die Wahllisten gesetzt? Braucht die Stadt mehr kreativen Spirit? Heidelberg ist eine traditionelle Stadt – und das ist auch gut so.

Kreative Köpfe für den Gemeinderat?

Gleichzeitig schaukelt die weltberühmte Neckargemeinde mit Projekten wie der Bahnstadt, den Konversionsflächen und der Sorge um den Erhalt der jahrhundertealten Bauten etwas unstet in die Moderne. Glasklar beziehen zwei Stellung, die nicht nur in der Kultur- und Kreativwirtschaft Heidelbergs aktiv sind, sondern auch in ihr leben und arbeiten.

Felix Grädler leitet die halle02 und stellt sich zur Wahl auf, um seine Generation, die 30-Plus, im Gemeinderat zu vertreten. Frank Zumbruch stellte sich vor zehn Jahren schon mal zur Wahl und geht den Schritt nun erneut, er will maßgebliche Veränderungen erwirken.

Förderung, aber mit Sinn

"In Heidelberg müssen ExistenzgründerInnen und junge Unternehmen – besonders aus der Kultur- und Kreativwirtschaft – noch stärker gefördert werden“, dafür will sich Frank Zumbruch auf der Liste der generation.hd engagieren. In Heidelberg schlummert Potential, nicht nur als Forschungs- und Universitätsstadt.

"Heidelberg ist zudem Literaturstadt. Dazu müssen auch längst überfällige kulturpolitische Leitlinien erarbeitet werden, an denen sich nachvollziehbare Projektförderkriterien ableiten lassen. Heidelbergs Finanzhaushalt könnte zudem viel deutlicher durch Fördermittel der Europäischen Union entlastet werden. Auch dafür werde ich mich stark machen."

Alte Flächen – junge Ideen

"Die Vielfalt der Kulturlandschaft muss weiter erhalten und ausgebaut werden." Auch Felix Grädler, der auf der Liste der Grünen steht, setzt auf eine faire Projektförderung. "Wir wollen neuen Initiativen und jungen Formaten die Möglichkeit geben, ihre Potentiale zu entfalten und die Stadt zu bereichern."

"Weiterhin wollen wir den Raumbedarf für Kultur stärker auf die Agenda setzen. Hierbei gibt es auch mit den Konversionsflächen spannende Möglichkeiten. Öffentliche Flächen in Heidelberg sollten für BürgerInnen attraktiver werden. Ich setze mich für eine Belebung von Plätzen als Treffpunkt für alle Heidelberger ein."

"Politik und Verwaltung muss für alle Bürgerinnen und Bürger transparent und nachvollziehbar gestaltet werden. Daher setze ich auch bei meiner Arbeit stets auf Beteiligung und Dialog. Ich freue mich sehr, dass so viele junge, aber auch erfahrene Kandidaten aus dem Bereich der Kreativwirtschaft in diesem Jahr kandidieren!"

Über den Tellerrand schauen

"Kultur - und Kreativwirtschaft lebt stark von Netzwerken, Kreativität und Improvisationsbereitschaft. Viele müssen oft mit knappen Ressourcen und Mitteln kreative Lösungen finden und mit vielen anderen Partnern Kooperationen eingehen, um zum bestmöglichen Ziel zu gelangen. Diese Eigenschaften eigenen sich auch in der Politik hervorragend, um kreative Lösungen für eine gemeinsame Zukunft der Stadt zu finden."

"Was die Kreativen besser können impliziert der Begriff ja schon: Sie sind offen, können über den Tellerrand schauen, sind innovativ, nutzen dynamische Rahmenbedingungen zur Zusammenarbeit und verabscheuen Stillstand und Rückschritt."

Schon in wenigen Tagen wird sich zeigen, ob die Heidelberger Wähler sich von diesen Argumenten überzeugen ließen.

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