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Oaks (live beim 9. Mannheimer Winteraward 2020) © Torsten Reitz

2020 lockt der Mannheimer Winteraward mit vorwiegend in den härteren Gefilden angesiedelten Bands ein bunt gemischtes Publikum ins Jugendkulturzentrum Forum.

Der 9. Mannheimer Winteraward startet verheißungsvoll. Den Auftakt machen Tausend Augen aus Saarbrücken, die dem von der Mannheimer Band Trottoir geprägten Begriff "Hartkraut" alle Ehre machen. Dazu kommen Einflüsse der experimentelleren und lauteren Seite des 80er Post Punks. 

Geradeheraus

Schon zu diesem frühen Zeitpunkt ist das Jugendkulturzentrum Forum gut gefüllt, was auch der nächsten Band zugutekommt. Kantine machen geradlinigen deutschsprachigen Rock mit simplen, aber effektiven Texten. 

Was der Band an Raffinesse fehlt, machen sie mit Einsatz und Leidenschaft weitgehend wett. Das kommt nicht nur bei einer kleinen Gruppe lautstarker Fans gut an, sondern auch beim allgemeinen Publikum.

Großer Ansturm

City Boys aus Heidelberg vermischen in ihrer Musik alle Spielarten des Indie-Rocks seit den 1980ern auf durchaus originelle Weise. Ihr etwas schräger Sound ruft vielleicht nicht bei allen Besuchern  Begeisterung hervor, sorgt aber für heftige Tanzbewegung in den vorderen Reihen. 

Der Saal des Forums ist inzwischen proppevoll, so dass kurzzeitig sogar der Einlass gestoppt werden muss. Die Besucher warten auf den Auftritt von Franka. Die Band reißt die Zuschauer mit leidenschaftlicher Performance und jede Menge Attitüde mit.

Product Placement

Nachdem die Besucherinnen und Besucher in der Umbaupause die Gelegenheit haben, ihre verschwitzten Körper in der klirrenden Kälte vor dem Forum zu trocknen, zielen Korgchester aus Landau dann direkt wieder auf die Tanzbeine. Ausgestattet mit einer Armada von elektronischen Klangerzeugern einer ganz bestimmten Marke liefert die Formation improvisierte Tanzmusik mit treibenden Beats. 

Das Publikum nimmt diese Einladung zum Tanzen gerne an, und lässt sich in den basslastigen Klangkosmos des über Backstage PRO von den Veranstaltern ausgewählten Projektes entführen. 

Down to earth 

Mit der letzten Band des Abends, Oaks, wird es nach den spacigen Exkursionen von Korgchester dann wieder etwas handfester: Ausgestattet mit einer Überfülle an Drummern (zwei), ebenso vielen Sängern und einer gehörigen Portion Wut im Bauch zelebriert die Band treibenden Noise-Rock, der nicht nur aufgrund der Besetzung Vergleiche zu den Melvins nahelegt. Um das zu unterstreichen trägt ein Bandmitglied auch ein Melvins-Shirt.

Das im besten Sinne schräge Songwriting der Gruppe, wie auch die Wucht der Riffs, sind wohl nicht jedermanns cup of tea – der hartgesottenere Teil des Publikums feiert jedoch noch einmal ausgiebig mit Oaks, bevor sich der 9. Winteraward auch schon dem Ende neigt. Wie jedoch jeder Mannheimer weiß, ist nach dem Winteraward auch vor dem Brückenaward – bis dann im Sommer also!

Und 2021 feiert der Winteraward dann zehnjähriges Jubiläum.

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