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Gregor Meyle (live am 15.01.2015 in Mannheim, Capitol) © Manuela Hall

Gregor Meyle besucht im Rahmen seiner aktuellen Tour das Capitol in Mannheim und präsentiert sich dabei als sympathischer und bodenständiger Vollblutmusiker mit Entertainer-Qualitäten, der sein Publikum jederzeit fest im Griff und vor allem im Blick hat.

Das letzte Jahr war für Singer-Songwriter Gregor Meyle ein regelrechtes Schlüsseljahr. Mit seiner Teilnahme an dem von Pop-Prediger Xavier Naidoo inszeniertem "Tauschkonzert" stieg auch sein Bekanntheitsgrad von Woche zu Woche.

Plötzlich war der sympathische Schwabe kein Geheimtipp mehr. Die neuen Möglichkeiten nutzte Meyle für sein aktuelles Album "New York-Stintino", welches in den legendären Avatar Studios entstand, in denen schon Paul McCartney, Bruce Springsteen oder Eric Clapton aufgenommen haben.

Spuren der Vergangenheit

"New York-Stintino" schoss direkt in die Top-Ten und auch die Vorgänger wurden immer populärer. Für Gregor Meyle könnte es kaum besser laufen. Das macht sich auch im Hinblick auf seine Tour bemerkbar, denn der Großteil seiner Shows sind restlos ausverkauft. In Mannheim strömen die Meyle-Fans gleich an zwei Abenden hintereinander ins Capitol.

"Wunderschöne gude Owend Mannheim!", ruft Meyle gut gelaunt in die Menge und wird mit tosendem Applaus empfangen. Begleitet wird er von seiner sechsköpfigen Band, dessen Mitglieder ein wenig seinen Werdegang widerspiegeln. So spielte Bassist Dominik Krämer schon bei der TV-Total-Showband Heavy Tones und Gitarrist Markus Vollmer bei besagtem "Tauschkonzert". Doch auch der Rest der Band muss sich nicht verstecken und überzeugt mit viel Spielfreude und Können.

Schattenseiten des Ruhms

Ein solcher Karriereschub hinterlässt natürlich auch seine Spuren, wie Gregor Meyle zugibt. "Also, ich bin ja jetzt Popstar. Und es ist schon hart, jeden Tag um viertel vor elf aufstehen zu müssen." Nicht einmal in Ruhe Zucchini kaufen kann der Arme! Gespart wird dennoch, wo man kann. "Für das nächste Lied haben wir ein Video für 750 Euro gedreht. Wir mussten uns zwischen New York oder Bad Münstereifel entscheiden", witzelt Meyle.

Alles im Blick

Ihm selbst und seiner Band ist der Spaß auf der Bühne sichtlich anzumerken, was sich auch auf das Publikum überträgt. Somit braucht es auch nicht lange, bis sich der ganze Saal von den Sitzen erhebt. Erst Recht nicht bei solch liebevollen Kommandos wie: "Wer sich hinsetzt, fliegt raus!".

Ja, Herr Meyle hat mit seiner charmanten und witzigen Art die Menge fest im Griff. Floskeln wie "Ich sehe euch" meint er völlig ernst. Dadurch schafft Meyle eine starke Verbindung zu seinem Publikum und motiviert zum Mitsingen und Tanzen, auch wenn das Konzert durch die akustischen Arrangements größtenteils ruhig bleibt und die Songs eher zum Träumen einladen. Die Musik von Gregor Meyle ist eben mehr fürs Herz und die Seele als für die Beine.

Reduzierte Schönheiten

Erst gegen Ende packt auch Meyle selbst seine E-Gitarre aus. Egal wie "laut" die Stücke werden, ist es jederzeit sehr kontrolliert. Melodie, Harmonie und Gregors gefühlvolle Stimme bleiben jederzeit im Vordergrund. Auch der Background-Gesang fügt sich optimal ein und harmoniert außerordentlich gut.

Durch den Einsatz von zwei Geigen und einem Flügel erhalten die jazzig-bluesigen Songs zusätzlich einen Klassik-Touch. Ältere Stücke wie "Niemand" oder "Flieg jetzt los" wurden dem neuen Sound angepasst.

Es sind aber die Balladen wie "Die Chance" oder "Dann bin ich Zuhaus", die zu den Highlights an dem Abend gehören und für kollektive Gänsehaut sorgen. Denn wenn Gregor Meyle seine in Noten gepackten Geschichten rund um Liebe, Freundschaft und Zuversicht präsentiert, möchte man einfach nur zuhören und genießen. Da wird selbst dem größten Gefühlslegastheniker warm ums Herz.

Setlist

So lang ich dran glaube | Ich glaub' an dich | Hier spricht dein Herz | Ganz normale Leute | Schau mich nicht so an | Wunder | Das Schlimmste ist vorbei | Flieg jetzt los | So bin ich | Finde dein Glück | Und dann kamst du | Die Chance | Keine Macht den Pessimisten | Steh wieder auf | Dann bin ich Zuhaus | Frei mit dir | Du bist das Licht | Hätt nix dagegen || Keine ist wie du | Niemand | Kleines Lied

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