© Ehrlich Brothers

Eine Zaubershow kann nicht das Rad neu erfinden. Dafür sind weltweit bereits zu viele Tricks präsentiert worden. Aber dennoch gelingt es den Ehrlich Brothers, das Publikum mit einigen magischen Tricks zu fesseln, die man vorher noch nicht gesehen hat.

Magieshows sind im 21. Jahrhundert angekommen. Das zeigt sich schon beim Intro, als die Ehrlich Brothers aus einem riesigen Tablet heraus in einem großen, weißen Kasten erscheinen. Während der erste der beiden Brüder noch zu Fuß den nach vorne offenen Kasten betritt, fährt der zweite Bruder mit einem Motorrad aus dem Tablet und lässt den Motor richtig krachend laut aufheulen. 

Dann schwingen die Brüder sich aus dem Kasten heraus und springen nach vorne zum Bühnenrand. Dort angekommen begrüßen sie das Mainzer Publikum und starten ihre poppige und kurzweilige Zaubershow. Mit jugendlichem Charme und viel Humor holen sie die junge Jenny auf die Bühne und lassen sie eine Münze unterschreiben. Diese Münze stecken sie in eine geschlossene Flasche aus Glas. Diesen Trick ist ebenso bekannt wie der Gang durch eine Stahlplatte.

Der Ghostbusters-Trick

Viele Tricks knüpfen an klassische Elemte von Zaubershows an, steigern sie aber spektakulär: So unterschreibt ein Zuschauer auf der übergroßen Spielkarte Karo Acht und steckt die Karte zurück in den Kartenstapel. Mit der Filmmusik der Ghostbusters betritt einer der Brüder mit einem riesigen Saugrohr samt Gebläse am Rücken die Bühne und bläst einen riesigen Luftballon auf.

Der Kartenstapel wird hineingesteckt, die Karten wirbeln sichtbar darin herum. Dann steckt der andere Bruder den Kopf hinein bis der Ballon platzt. Ohne Hände holt er schließlich nur mit der Zunge eine Spielkarte aus dem Mund und entfaltet sie auch nur mit der Zunge. Es ist die unterschriebene Karo Acht. 

Das Herz aus Stahl

Der spektakulärste Trick der ersten Hälfte ist das Herz aus Stahl. Dazu holen die Ehrlich Brothers ein älteres Paar aus dem Publikum und wollen mit der Kraft der ewigen Liebe zwei Eisenbahnschienen zu je einer Hälfte eines Herzens verbiegen. Für den Materialtest wird eine Schutzwand aus Plexiglas von einem echten Feuerwehrmann gehalten. Im Stil von Neo aus The Matrix ziehen die Brüder Schutzmäntel über. Mit Schutzbrillen und Ohrenschutz ausgestattet werfen sie eine motorbetriebene Metallsäge an und flexen zur Musik von Rammstein ein Stück der Schienen weg. 

Dann bearbeiten sie die Schienen nur mit der Kraft, die durch ihre Hände fließt. Die Schienen verbiegen sich scheinbar wie Gummi und lassen sich tatsächlich zu zwei Hälften eines Herzens formen. Das Herz aus Stahl wird zur Pause ins Foyer der Phönixhalle gestellt. Die Zuschauer fassen es an und lassen sich damit fotografieren.

Der Orangenbaum und Mario Barth

Im Mittelpunkt eines ebenso eindrucksvollen Tricks steht ein Orangenbaum. Ein junges Mädchen pflanzt einen Samen in eine Schale. Dann schwingt sie einen Zauberstab und plötzlich wächst ein kleiner Orangenbaum heran, der sogar schon Früchte trägt. Diesen Baum erhält sie als Geschenk. 

Dieser Trick ist deutlich eindrucksvoller als die angebliche Live-Schaltung zu Mario Barth über das riesige Tablet. Trotz gutem Timing handelt es sich natürlich um eine Aufzeichnung. Außerdem ist diese Idee inzwischen nicht mehr neu, wie Simon Pierro mit seiner Schaltung zu Uri Geller bei seiner Show in Mannheim bewies.

Diese aufgesetzten Tricks mit moderner Technik nutzen sich sehr schnell ab, auch wenn es verblüfft, dass auf dem Schild von Mario Barth genau die Ticketnummer steht, welche die Zuschauerin vorher aus dem Einkaufswagen mit tausenden Tickets herausgezogen hat.

Der Schuh im Eis

Viel besser und atemberaubender ist der Schuh im Eis. Eine junge Dame opfert für 100 Euro einen Schuh, der beschriftet mit ihrem Namen in einen Glasbehälter mit warmem Wasser gelegt wird. Dann entzünden die Brüder ein Feuer und schleudern es auf den Behälter. Anschließend kippen die Glasseiten weg und der Schuh steckt in einem massiven Eisblock. Der Block wird zur Bühnenkante getragen und alle Kinder dürfen vorkommen, um ihn anzufassen.

Am Ende präsentieren die Ehrlich Brothers noch einige Klassiker der Magie. Ein Bruder verschwindet vorne auf der Bühne und taucht hinten wieder auf. Dann lässt er vor einer jungen Dame ein Papier tanzen, formt es zu einer Rose, zündet sie an und hält eine echte Rose in der Hand. Auch das ist nicht neu, wie unter anderem The Illusionists bei ihrer Show im Rosengarten Mannheim gezeigt haben.

Eine Familienshow, die an manchen Stellen überzieht

Die Show der Ehrlich Brothers ist modern, kurzweilig und familientauglich. Mit viel Witz und Charme nehmen sie ihr Publikum für sich ein und verblüffen es mit Tricks wie dem Herz aus Stahl, dem Orangenbaum oder dem Schuh im Eis. Diese Tricks sind ihr Markenzeichen und das ist die Magie, die in Erinnerung bleibt.

Völlig unnötig sind Showacts wie die angebliche Live-Schaltung zu Mario Barth. Niemand braucht künstlich auf jung und hip getrimmte Magie, die nur darauf aus ist, das junge, technikaffine Publikum abzuholen.   

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