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Die Phönixhalle in Mainz © Ralph Heinrich

Für viele Mainzer war es ein Schock als es vor einigen Monaten plötzlich hieß, dass die Phönixhalle in Mainz Mombach, die jahrelang als Veranstaltungsort für Konzerte und Kulturveranstaltungen diente, geschlossen und zu einem Hochregallager umgebaut wird. Doch die Mainzer gaben sich mit einer Schließung nicht zufrieden und kämpfen nun für den Erhalt der Phönix-Halle.

17 Jahre lang beherbergte die ehemalige Waggon-Fabrik in Mainz Mombach als Phönixhalle Stars und Kabarettisten für ihre Auftritte. Neben Badesalz, Otto Waalkes und Gerd Dudenhöfer standen auch viele weltbekannte Musiker auf ihrer Bühne, darunter Ian Anderson von Jethro Tull, Yes, Elvis Costello und Sigur Ros.

Doch anstehende Renovierungsarbeiten, mit Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro, machten die Halle für den Betreiber Matthias Becker nicht mehr kostendeckend. Im Februar wurde die Halle deshalb vorerst geschlossen und sollte als Hochregallager genutzt werden.

Neues Konzept

Um die Halle nicht zu verlieren, schlossen sich einige Initiatoren zusammen und entwickelten ein neues Konzept. Im März starteten sie die umfangreiche Kampagne "Rettet den Phönix" und verschafften sich vor allem bei den Mainzern selbst Gehör. Auch für die Finanzierung ließen sie sich einige Aktionen einfallen, die nicht zuletzt zeigten, wie sehr die Mainzer an ihrer Phönixhalle hängen und, dass sie bereit sind, für ihren Erhalt zu kämpfen.

Ralph Heinrich und Torsten Spode, geschäftsführende Gesellschafter des in Mainz ansässigen Veranstaltungstechnik-Unternehmens Light + Sound und der Rechtsanwalt und Unternehmerberater Dr. Hanns-Christian von Stockhausen wollen mit ihrem neuen Businesskonzept "Phönix-Halle 2.0" das einstige Provisorium des Mainzer Staatstheaters jetzt zukunftsfähig machen.

"Wir haben die Chance, ein im Rhein-Main Gebiet einzigartiges Industriedenkmal und eine national bekannte Kulturstätte für Mainz zu erhalten", so Heinrich über die ehemalige Waggonfabrik.

Flexible Halle für 5.000 Besucher

Geplant ist ein Umbau der rund 5.000 Quadratmeter großen Halle. Dabei soll die Phönixhalle ihren alten Industriecharme beibehalten. "Durch ein Foyer und eine große Veranstaltungshalle für bis 5.000 Besucher, soll die Phönixhalle nicht nur für Konzerte und Kulturveranstaltungen genutzt werden", erklärt von Stockhausen. Auch für Gala-Abende oder Firmenevents könne die Halle künftig zur Verfügung stehen.

Dabei wäre die Location in Mainz nach der Festhalle in Frankfurt das zweitgrößte Veranstaltungsgebäude im Rhein-Main-Gebiet. "Die Halle bietet eine Größe und eine Ausstattung, die in Mainz keine andere Location bieten kann", so von Stockhausen. Durch den Umbau soll die eigentliche Konzerthalle vergrößert werden, sodass auch Messen im Gebäude Platz finden können. Auf eine fest installierte Bühne soll verzichtet werden.

"Bühne, Licht und Sound sollen flexibel bleiben. Wenn wir Bühnen nach Bedarf buchen, haben wir einfach mehr Flexibilität und sind offener für verschiedene Veranstaltungsformen", erklärt von Stockhausen das Konzept.

Zurzeit sind die Initiatoren mit dem Umbau und der Organisation stark eingebunden. "Noch sind nicht alle Verträge mit Sponsoren unterschrieben, doch wir sind zuversichtlich, dass wir die Halle bis Ende des Jahres wiedereröffnen können", plant von Stockhausen vorsichtig voraus.

Im zweiten Teil: Phönix-Helden, Fürsprecher und ein Bandcontest über die Hallen-Hymne.

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Phönix-Helden zeigen ihr Gesicht

Die Mainzer stehen jedenfalls hinter dem Projekt. Das zeigt vor allem die Initiative "Rettet den Phönix". Auf der Internetseite www.rettet-den-phoenix.de zeigen die Stadtbewohner im wahrsten Sinne des Wortes ihr Gesicht und vertreten ihre Meinung zum Hallenerhalt in Statements als Phönix-Helden.

Nicht zuletzt sind auch viele bekannte Gesichter mit unter den Teilnehmern, die die verschiedenen Standpunkte aus ihrer Perspektive zeigen und erklären, dass die Phönixhalle als Kulturstätte auch die Stadt Mainz als Standpunkt, etwa für die Universität, interessant mache. "Als Top-Veranstaltungsort für Events aller Art und nicht zuletzt wegen ihres außergewöhnlichen Ambientes hat die Mombacher Phönixhalle unvergleichliche Akzente im Kulturleben der Landeshauptstadt gesetzt.

Wichtiger Standortfaktor

Damit ist sie ein wichtiger Standortfaktor, wenn es um die Gewinnung der besten Köpfe für unsere Universität geht. Mit der Phönixhalle verliert Mainz daher nicht nur eine Kulturstätte, sondern ein Stück weit Attraktivität als wettbewerbsfähiger Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort.", erklärt Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität.

Aber auch Musiker und Entertainer präsentieren ihre ganz persönlichen Gedanken zur Phönixhalle auf der internetseite. So sagen die Zauberkünstler Ehrlich Brothers: "Seit unserer ersten Deutschlandtour haben wir auf jeder Tournee gerne Halt in der Phönixhalle gemacht. Wir erinnern uns an ein volles Haus und eine sensationelle Stimmung. Wir würden uns sehr freuen, wenn das auch in Zukunft so bleibt.".

Eigene Hallenhymne geplant

Obwohl die ehemalige Waggonfabrik nicht ausschließlich für Konzert- und Kulturveranstaltungen genutzt werden soll, so haben sich die Initiatoren doch auch ganz bewusst an die Musiker der Region gewandt, um für den Erhalt der Halle zu kämpfen.

In Form eines Bandcontests haben sie Künstler aus der Region aufgefordert, einen Song zur Phönixhalle zu schreiben, der bei der Wiedereröffnung als "Hallenhymne" dienen soll.  Insgesamt sieben Einsendungen, von teilweise bekannten Bands aus der Region, erreichten jetzt die Initiatoren.

Seit Donnerstag, 3. Juni, werden die Bewerbervideos von den Bands We are Rome, Hanne Kah, Edgeball, Tillmann Vogler, Chasing Lights, Big J. und So...und nicht anders im 3-Tage-Rhythmus auf der Facebook-Seite von Rettet den Phönix vorgestellt. Dabei sind Songs aus ganz verschiedenen Musikstilen zusammengekommen. Die musikalische Bandbreite reicht  von Rock über Balladen bis zu A Capella-Stücken.

Nach allen Vorstellungen folgt ein Voting, das über den Sieger des Wettbewerbs entscheidet. Der Siegersong soll bei der Neueröffnung im kommenden Jahr bei einer großen Helden-Feier präsentiert werden.

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