Wishbone Ash (live in Hamburg, 2010)

Wishbone Ash (live in Hamburg, 2010) © Nina Schober

Alle Jahre wieder kommen Wishbone Ash auf Tour, und auch Hamburg durfte nicht fehlen. Mit dem Support Jimmy Blowskill Band im Gepäck, überzeugten beide Bands die Zuschauer in der nahezu ausverkauften Hamburger Fabrik.

{image}In der sehr gut gefüllten Fabrik startete pünktlich um 21 Uhr die Jimmy Bowskill Band mit verwirrenden Charlstonklängen und psychedelischen Backgroundpostern den bunten Reigen des Abend, schwenkte aber unmittelbar auf druckvollen Bluesrock in klassischer Dreierbesetzung mit Vocals/Gitarre, Bass und Schlagzeug um. Und es war zeitlos und gleichzeitig moderner Bluesrock, der nicht langweilig wurde, ohne die Wurzeln zu verleugnen. In den Songs war viel Platz für die Instrumente. Obwohl der Gitarrist als Shooting Star der Szene gilt, Support-Act für einige der derzeit angesagtesten Gitarristen war und selbst schon große Hallen füllt, ließ er seinen Mitmusikern genug Platz für ausgedehnte Schlagzeug- und Basssoli, und das bei einer Gesamtspielzeit von einer Dreiviertelstunde. Das Publikum war begeistert, obwohl es nur die Vorband war. Aber was für eine, endlich hatte es sich mal wieder gelohnt, pünktlich zu erscheinen.

{image}Nach kurzer Umbaupause begannen Wishbone Ash mit einem schönen und komplexen Instrumentalstück, gefolgt von einer schwächeren Vokalversion, bevor der Abend für die Band mit zwei Stücken vom Album Argus richtig losging. Das Synchronspiel der beiden Gitarristen zog sich über den Großteil des Konzerts, nur einzelne Einsprengsel von aktuelleren Stücken durchbrachen den typischen Sound und störten etwas. Diesen neuen Stil beherrschen Wishbone Ash leider nicht ausreichend genug, die Zuschauer nahmen es ihnen aber nicht übel. Immer wieder konnte man sich in dem traumhaft schönen Klang der superharmonischen Kompositionen verlieren, unterstützt von den fließenden Übergängen der einzelnen Parts innerhalb der Stücke. Alles war so wohlklingend und doch gleichzeitig so interessant, dass man wünschte, die Lieder würden kein Ende nehmen. Was sie dann auch kaum taten, unter fünf Minuten wurde nicht gespielt.

{image}So war das Publikum begeistert und nahm auch den schlichten Boogie im 80er Stil von Status Quo gelassen hin. Ganz erstaunlich ist, wie Andy Powell sich den Stimmumfang bewahrt hat, wo sich viele seiner Altersgenossen diesen bereits so ruiniert haben, dass sie ihre Höhen und Timbren nicht mehr erreichen. Nach zwei Stunden Konzert verabschiedeten sich die Heroen von Wishbone Ash wiederum mit einem Klassiker von Argus auf ihrer "40th Anniversary"-Tour von dem Publikum, welches ebenfalls der Anti-Fotohandy Generation entstammte, was man am Fehlen der leuchtenden Displays erkannte. Mittlerweile auch ein seltener Anblick, ein dunkler Zuschauerraum. Wie jedes Jahr war es ein lohnenswertes Konzert.

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