Wishbone Ash, eine der berühmtesten englischen Rockbands, sind seit den 70er Jahren mit kleineren Unterbrechungen aktiv, erst im November 2011 wurde das neue Album "Elegant Stealth" veröffentlicht. Fotostrecke starten

Wishbone Ash, eine der berühmtesten englischen Rockbands, sind seit den 70er Jahren mit kleineren Unterbrechungen aktiv, erst im November 2011 wurde das neue Album "Elegant Stealth" veröffentlicht. © Falk Simon

Wie jedes Jahr machen die Rock-Urgesteine aus England im Februar halt in Deutschland, um den von ihnen gesprägten Stil der Parallel-Leadgitarre zu präsentieren. Dieses Mal waren Wishbone Ash am 20.2.2013 in der Fabrik in Hamburg.

Wieder ein Jahr vergangen und wieder im Februar in Hamburg trifft die Formation um Andy Powell ein, pünktlich wie ein Uhrwerk. Da ihre Tour sie im Anschluss in die USA führen wird, haben Wishbone Ash als Support gleich eine Band aus Atlanta, Georgia, mitgebracht.

Mit The Sixxes tritt eine junge Hardrockband an, die Metal im Stile der 90er spielt, wobei die eigenen Stücke sogar besser sind als die Coverversionen z.B. von Rush. Nach anfänglicher Skepsis, schließlich sind die Musiker auf der Bühne halb so alt wie der Publikumsschnitt, können sie den Zuschauern in der Fabrik doch noch einheizen und mit einem guten Applaus von der Bühne gehen.

Wie gewohnt um 22 Uhr kommt dann die Hauptband auf die Bühne und stimmt gleich mit The King will come und Throw down the sword zwei Klassiker als Opener an. Wer viele gute Stücke hat, kann eben wählen und muss die Hits nicht für den Schluss aufbewahren.

Mit Lifeline wird eigentlich ein schnelleres Stück gespielt, aber der erste Eindruck verfestigt sich: Heute wird ein ganz entspanntes Set gespielt, was auch daran gelegen haben mag, dass die Band schon den ganzen Winter auf Tour ist und nun fast 50 Abende ohne Unterbrechung gespielt hat.

Erstaunlicherweise sind mit Heavy Weather und Man with no Name nur zwei Stücke der neuen Scheibe dabei, der Rest kommt komplett gemischt aus den mittlerweile 43 Jahren Bandgeschichte. Spannend ist auch das downsizing, welches Wishbone Ash praktiziert: Vor ein paar Jahren noch mit fetter Videoleinwand im Hintergrund kommen sie mittlerweile mit einer kleinen Clubausstattung: ein Combo für jeden Gitarristen, ein Mini-2x4x15er Bassturm und ein mittelgroßes Schlagzeug setzen den Ton.

Und auch wenn die Musik sowie die Musiker gelegentlich etwas müde und abwesend wirken, insbesondere Schlagzeuger Joe Crabtree und Gitarrist Muddy Manninen, so suchen sie doch immer wieder den Kontakt zum Publikum, lachen und schwerzen; am besten wird es mit dem Bass-Gitarrengeschunkel bei der nicht enden wollenden Version von Open Road zum Ausdruck gebracht, ein echter Hingucker und auch Ohrwurm.

Dem leider nicht ganz so zahlreichen Publikum gefiel es auf alle Fälle mindestens genauso gut wie dem ewig grinsenden Bassisten Bob Skeat. Zum Schluss kündigt Andy Powell an, dass nun ein selten gespieltes Stück, nämlich Time Was vom Album Argus käme. Das überraschte, wo es sich doch um einen der absolut zeitlosen und stilprägenden Klassiker der Band handelt, aber ein Blick in die Archive beweist, das Stück wird tatsächlich nur selten live gebracht.

Dafür aus dem Fundus wieder aufgetaucht ist Phoenix, eines der ersten Stücke der Band, immer noch gut, aber eventuell nicht so gut wie zwei weitere Klassiker, nämlich Warrior und Blowin Free, die ebenfalls an dem Abend nicht gespielt wurden.

Als Zugabe gibt es dann noch einen schönen Rockblues mit Jailbait und eine Art schottisches Volkslied mit Ballad of the beacon, aber ein passender versöhnlicher Ausklang eines entspannten Rockabends, der mit über zwei Stunden sowohl Band als auch Zuschauer in die Nacht entließ.

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