Über 25 Alben haben Wishbone Ash in ihrer vier Jahrzehnte umspannenden Karriere veröffentlicht - das aktuelle Release heißt "Elegant Stealth".

Über 25 Alben haben Wishbone Ash in ihrer vier Jahrzehnte umspannenden Karriere veröffentlicht - das aktuelle Release heißt "Elegant Stealth". © Falk Simon

Über 25 Alben haben Wishbone Ash in ihrer vier Jahrzehnte umspannenden Karriere veröffentlicht - das aktuelle Release heißt "Elegant Stealth". Damit waren sie auf Deutschlandtour und kamen auch in der Hamburger Fabrik vorbei.

{image}Wishbone Ash hatten mit Fabian Anderhub eine hervorragende Supportband engagiert. Der aus Kanada kommende, gebürtige Schweizer trat mit internationaler Band auf, die seine Songs bestens unterstützten. Es gab Bluesrock vom Feinsten, mit Betonung auf Rock. Sehr treibend und schön war auch der Wechsel der beiden Gitarristen, die sowohl Lead als auch Rhythm konnten und dies fließend tauschten. Das Publikum honorierte das mit einem vollen Merchandisestand nach dem Konzert, an dem Anderhub bis zum Schluss selbst präsent war.

{image}Nach kurzem Umbau ging es in der ordentlich gefüllten Fabrik um viertel nach zehn hypnotisch mit Wishbone Ash los. Sehr mutig und gewagt packten sie die großen Songs The King Will Come und Warrior gleich an den Anfang. Der Schuss ging leider nach hinten los, da die Technik und der Sound an dem Abend ziemlich lange brauchten, um sich auf die Gegebenheiten der Fabrik einzustellen. Desweiteren wurden die Lieder in einer sehr ruhigen Art präsentiert, sodass der Funke noch nicht überspringen wollte. Mit dem ersten Song Can't Go It Alone vom neuen Album Elegant Stealth präsentierten sie gleich einen modernen Klassiker. Bereits letztes Jahr vorab in Hamburg gespielt, knüpft das Stück voll an die melodische Hardrocktradition der Siebzieger an, ohne verstaubt zu klingen. Mittlerweile hatten auch Andy Powell und Bob Skeat angefangen gemeinsam mit ihren Instrumente zu tanzen, zwei vor und zwei zurück. Bei Skeat brauchte man auch einen Moment, bis man ihn erkannte, da er statt seiner gewohnten Baseballkappe eine Schiebermütze trug.

{image}Nach einer Dreiviertelstunde und einer weiteren geschmeidigen Autofahrernummer platzte dann der Knoten mit dem neuen Heavy Weather. Der Sound stimmte, die Band war entspannt und engagiert und das Publikum – männlich, weiß und die Altersgruppe 50 und aufwärts – konnte mitwippen und genießen. Es folgten dann noch mal 1 ½ Stunden Wishbone Ash in der kompletten Breite des Könnens, wobei viel von der neuen Scheibe gespielt wurde. Dies fügte sich aber so in das Altwerk ein, dass Highlights wie Reason To Believe positiv auffielen und das Neue nicht nicht – wie bei anderen Bands häufig der Fall – als störend empfunden wurde.

Der "neue" Schlagzeuger Joe Crabtree spielte sehr filigran und verspielt, sodass die Betonung weniger auf Druck als auf Gesamtsound lag. Und der andere "Neue", Muddy Manninen, immerhin auch schon fast 10 Jahre dabei, bewies, dass nicht nur Andy Powell Gitarre spielen kann, sondern übernahm selbst große Teile der Soli. Wunderbar zu hören und zu sehen, wie die beiden Gitarrenpingpong spielten, sich abwechselten, überschnitten, doppelten und dann wieder jeder in seinen Part zurückkehrte. Nach fast zwei Stunden kamen dann noch zwei Superjams mit den voll ausgespielten Phoenix und Blowin Free und entließen das erschöpfte Publikum nach Mitternacht in die kalte selbige.

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