Die siebenköpfige Band Retro Stefson überraschte die Musikwelt mit ihrem aktuellen Album "Kimbawe", einem erfrischenden Mix, der seinesgleichen sucht.

Die siebenköpfige Band Retro Stefson überraschte die Musikwelt mit ihrem aktuellen Album "Kimbawe", einem erfrischenden Mix, der seinesgleichen sucht. © Universal Music

Zu den großen Neuentdeckungen des Jahres gehören definitiv Retro Stefson. Die siebenköpfige Band überraschte die Musikwelt mit ihrem aktuellen Album "Kimbawe", einem erfrischenden Mix, der seinesgleichen sucht: Pop, Rock, afrikanischen Klänge und eine Prise 90er-Dancefloor. Noch eine Überraschung: die Band stammt aus Island. Am Samstag zeigten sie ihr Können mit Bravour im Festsaal Kreuzberg in Berlin.

{image}Will man die Musik von Retro Stefson beschreiben, so fällt einem erst einmal nichts ein. Oder alles. Von allem ein Bisschen eben. Sie spielen sich quer durch Genres und Rhythmen und bewahren sich dabei stets eine freundliche Lockerheit. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht. Das zeigten Retro Stefson auch bei ihrem Konzert am 3. Dezember im Festsaal Kreuzberg in Berlin. Der Auftritt der Band war der Auftakt zu einer weiteren Ausgabe der "I'm from Scandinavia"-Partyreihe, die schon mehrfach stattfand und sich überwiegend der Indie- und Alternative-Musik aus dem hohen Norden widmet. Besser als mit Retro Stefson kann man eine Party kaum beginnen. Zugegebenermaßen ist der Festsaal an diesem Abend zur Showtime nicht besonders voll. Für ein Konzert ist es mit 23 Uhr zwar recht spät, für eine Party aber noch ganz schön früh.

Als Retro Stefson eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn fast unauffällig auf die Bühne kommen, ist der Bereich vor dem Mischpult aber doch mit einer tanzwütigen Meute gefüllt, die scheinbar weiß oder zumindest gehört hat, was die Isländer live zu bieten haben. Sie sollen nicht enttäuscht werden. Los geht es mit dem Opener ihres Albums Kimbawe eröffnet, Planetarium – allerdings in der isländischen Version. Bereits ab dem ersten tanzbaren Beat ist das Publikum mit dabei. Viel Platz haben die sieben Bandmitglieder nicht auf der Bühne, aber sie geben alles, um die Zuschauer zum mitmachen zu animieren.

{image}Dennoch wird man manchmal das Gefühl nicht los, dass alle – zumindest zu Anfang – etwas müde wirken. Vielleicht hat das endlose Touren dieses Jahr schon einige Energiereserven aufgebraucht. Den Fans ist das egal. Sie sind gekommen um zu tanzen und um bei allen möglichen Animationsspielchen mitzumachen: Springen, von links nach rechts tanzen, eine Art "Circle of Death", der eher in eine lustige Polonaise umschlägt: die Menschenmenge nimmt geschlossen an allem teil. So wird weiter fröhlich jeder Song der Band gefeiert, von Mama Angola über Rome Iowa bishin zur Single Kimba wird fast jeder Track des Albums gefeiert.

Zum Schluss fällt die letzte Grenze zwischen Publikum und Band, als Retro Stefson die Zuschauer auf die Bühne bitten und der Hauptanimator der Band stattdessen ins Publikum springt. So wird in einer Endlosschleife der Dauerkracher Senseni abgefeiert. Jetzt dürfte auch der letzte Zuschauer warm und alle schlechte Laune verflogen sein. Die Party kann auch ohne Retro Stefson weitergehen. Dennoch hofft wohl jeder im Saal, bald wieder Neues von der Band zu hören.

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