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Walker Stalker Convention (live in Mannheim, 2018) © Mathias Utz

Die erste Walker Stalker Convention in Mannheim bringt erfreulich frischen Wind in die Szene. Neben der Tatsache, dass sogar die Topstars von The Walking Dead auf die Panelbühne kommen, werden die Besucher mit gutem Service wie Simultanübersetzung verwöhnt.

Achtung Spoiler: Die Seriendarsteller von "The Walking Dead" beantworten sämtliche Fragen bis einschließlich der 11. Folge der 8. Staffel. Wer die Folgen bis dahin noch nicht gesehen hat, erhält eventuell verfrühte Informationen über die Handlung der Serie.

Bilder vom Samstag

Bilder vom Sonntag

Die Location

Das Maimarktgelände bietet den 13.000 Besuchern des Wochenendes guten Service. Neben den Food Trucks, die als zusätzliches Angebot zum mitgebrachten Essen und Trinken dienen, stellen die Veranstalter eine Esshalle, eine Garderobe und einen Schließfachbereich bereit. Dazu gibt es einen speziellen Service für Menschen mit körperlichen Einschränkungen aller Art. 

In der großen Halle befinden sich neben den Einzelständen der Stars und den Verkaufsständen das große Panel. Vor allem die normalen Besucher ohne Gold- oder Platinum-Ticket anstehen. Denn alle Sitzplätze des Panels werden nach jeder Show komplett geräumt, damit jeder Fan bei entsprechender Geduld die Chance hat, auch mal näher an die Bühne zu kommen.

Die großen Pluspunkte der Walker Stalker sind die Gebärdenübersetzer für Gehörlose und eine deutsche Simultanübersetzung, die als Text auf der Videowand unterhalb der Bühneninterviews mitläuft. Diesen Service gibt es wohl nur auf wenigen Conventions.

Beliebte Fan-Artikel

Ein ganz großer Verkaufsrenner bei den Fans von "The Walking Dead" ist eine Nachbildung von "Lucille", dem mit Stacheldraht umwickelten Baseballschläger von Negan. Neben Postern und Bildern sind die Grafiken von Künstlern wie Scott Spillman ein tolles Andenken. Dazu kann man Fotos mit den Doubles von Rick und Negan machen oder sich vor Locations wie der Zombietür fotografieren lassen.

Besondere Fan-Artikel sind Kugeln mit gewünschtem, eingraviertem Text, die man an einer Halskette tragen kann. Auch das Trinkset von Negan, die Nachdrucke von Zeitungen und echten Drehbüchern sowie Spiel- und Sammelfiguren aller Art finden ihre Käufer.

Mehr Zombies!

Manche Besucher haben auf Nachfrage die Location als zu klein und das Rahmenprogramm als zu gering erachtet. Besonders gewünscht werden mehr Zombies als Unterhaltungselement ebenso wie ein kultiger Zombie-Walk.

Auch besondere Fan-Artikel, die man nicht in Deutschland oder über das Internet kaufen kann, sind ein Thema - wobei es fraglich ist, was heutzutage nicht über das Internet erhältlich ist.

König Ezekiel

Einige Panel-Shows sind echte Highlights und werden vom Publikum mit großem Applaus und Gelächter verfolgt. Am Samstag startet Khary Payton (König Ezekiel) mit einem besonders lustigen Interview. So erzählt der normal kahlkopfrasierte Schauspieler, dass er am Set immer Probleme beim Essen von Suppen hat, weil er vergisst, die Perücke mit den Dreadlocks abzunehmen, die dann in der Suppe hängen.

Die Fanfrage, warum Tiger Shiva sterben musste, beantwortet Payton damit, dass er das für die Rolle des Ezekiel auch nicht wollte, es wohl aber für die Entwicklung der Figur wichtig war. Denn erst durch Shivas Tod und die Auslöschung seiner Armee mit dem Ende des Königreichs wurde Ezekiel in tiefe Verzweiflung gerissen, aus der er sich wieder befreien musste. 

Auf seinen lustigsten Moment angesprochen nennt Payton den ersten Drehtag. Er vergaß seine vorbereitete Rede, als ihm plötzlich Rick und weitere Serienstars gegenüberstehen und ihn böse anblicken. Es war so, als ob das Fernsehen plötzlich lebendig geworden wäre – für die Besucher sicher kein unbekanntes Gefühl, ihren Stars einmal so nah sein zu können. Sein bester Moment war das Finale von Staffel 7 mit dem Angriff auf die Saviors und dem Satz: "Alexandria will not fall".

Die Troublemaker

Das Panel der Troublemaker bestreiten Pollyanna McIntosh (Jadis), Steven Ogg (Simon) und Austin Amelio (Dwight). Steven Ogg erzählt von seinem ersten Drehtag, als er mit Jeffrey Dean Morgan (Negan) ans Set kam, beide mit Vollbart. Anfangs war nicht klar, wer wie rasiert wird. Ogg blieb schließlich nur der Schnauzbart. Austin Amelio hatte schon am ersten Drehtag Angst, wieder gefeuert zu werden, weil ihm ein Missgeschick mit Norman Reedus passiert ist. 

Pollyanna McIntosh erzählt von der Schredder-Szene ihrer ehemaligen Weggefährten, der Scavengers, in der 10. Folge der 8. Staffel. Dieses "Zombie-Chili" war eine intensive, bildgewaltige Szene ohne Worte. Die Maschinerie war echt, der Rest wurde vor dem Green-Screen gedreht mit zahlreichen Einzeleinstellungen der Kamera.

Auf die Frage nach dem weißen Kleid, das sie plötzlich trägt, konnte sie nicht eingehen, da diese Frage im Verlauf der 8. Staffel wohl noch aufgeklärt wird. Selbst die Schauspieler wissen, dass sie nicht spoilern dürfen und können so auf Fragen der Fans hinsichtlich der Entwicklung ihrer Figuren nicht eingehen. Dafür beantwortet McIntosh die Frage nach der komischen, verkürzten Sprache der Scavengers. Die Scavengers verschwenden nichts, weder Ressourcen noch Worte und damit wertvolle Zeit.

Angesprochen auf ihren Weg zu "The Walking Dead" stellen alle drei klar, dass man eine Rolle zu 99% über ein Casting erhält. Angebote an Schauspieler, eine Rolle zu übernehmen, sind höchst selten.

Die Bewohner von Alexandria

Gleich zu Beginn legt Ross Marquand (Aaron) eine coole Tanzeinlage beim Einmarsch hin und hat sofort das Publikum auf seiner Seite. Angesprochen von einem Fan, ob er sich auch die Rolle des Rick zugetraut hätte, antwortet er schelmisch grinsend: "Andy (Andrew Lincoln) ist not here, he uses no internet, so yes." Er wechselt sofort die Stimmeinlage in den Tonfall von Rick und ruft seinen Sohn Carl. Das Publikum schreit vor Begeisterung.

Aber auch die anderen drei Bewohner kommen gut an. Alanna Masterson (Tara) erzählt, wie sie in einer Drehpause vor Jahren gemeinsam mit einigen Fans eine Schule in Nepal aufgebaut hat. Sie versucht zudem, viele deutsche Wörter in die Dialoge auf dem Panel einzubringen, auch wenn das nicht immer gelingt. Aber alle vier Darsteller sind sehr engagiert und bemühen sich, das Publikum bestens zu unterhalten. Ross Marquand lobt die deutschen Fans auch als die bestorganisierten Fans – typisch deutsch.

Während der in der Serie bereits gestorbene Michael Traynor (Nicholas) seinen Tod mit extrem witzigen Kommentaren versieht, betont Christian Serratos (Rosita), wie sehr ihr gerade ihr Baby fehlt. Angesprochen auf die beste Szene, die sie gedreht hat, entscheidet sie sich für den Übergang Ende Staffel 6 und Anfang Staffel 7, als sie alle auf Knien im Wald sitzen. Ihre Hoffnung für die weitere Story ist, das die Backgroundstory von Rosita noch mehr beleuchtet wird. 

Daryl vs. Negan

Das große Highlight am Sonntag ist das Panel von Norman Reedus (Daryl) und Jeffrey Dean Morgan (Negan). Das ist schon deshalb so einzigartig, weil beide in den USA nicht auf die Panelbühne gehen. Die erste Walker Stalker in Deutschland bietet also etwas ganz Besonderes.

Morgan erzählt von einem Dreh, als ihm Andy als Rick bei einem Schlag ins Gesicht die Nase gebrochen hat. Seine Rolle als Negan hat er übrigens einem Fan zu vedanken, der auf der Comic-Con in San Diego auf die Bühne kam und fragte, ob Morgan nicht eine perfekte Besetzung für die Rolle des Negan wäre? Er selbst hätte nicht gedacht, dass die Fans die Rolle des Negan so sehr lieben könnten. An seiner eigenen Rolle mag er nicht, dass Negan so viel quatscht. Aus diesem Grund findet er den wortkargen Daryl viel cooler.

Reedus hätte nicht gedacht, das sich die Serie zu so einem Kult entwickelt. Beim Dreh der ersten Staffel dachten er und der Cast, dass es wohl keine 2. Staffel geben würde. Angesprochen auf seinen Serienbruder Merle (Darsteller Michael Rooker) antwortet er: "Ich vermisse Michael am Set, er ist ein Tornado". Aber für die Rolle des Daryl musste Merle weg, denn nur in der Apokalypse und mit dieser Verantwortung konnte sich Daryl, der vorher drogenabhängig war, zu einem Anführer entwickeln. Es war eine Befreiung. 

Mutter und Sohn

Völlig frei plaudern können Sarah Wayne Callies (Lori) und Chandler Riggs (Carl), denn beide sind inzwischen den Serientod gestorben. Bei Riggs ist das natürlich intensiver, denn der Tod von Carl ist zum Zeitpunkt der Walker Stalker 2018 gerade einmal zwei Wochen vorher im deutschen Fernsehen zu sehen gewesen.

Die Frage, wer am Ende überleben könnte, beantworten beide mit: Judith, sie könnte der Beginn der neuen Welt sein. Chandler Riggs würde bei freier Wahl lieber im Gefängnis überleben als auf der Farm oder in Alexandria, weil die Mauern dicker sind. Gefragt wird er auch, ob er, falls Carl nicht Ricks Sohn wäre, sich eher für Rick oder für Negan entscheiden würde. Chandler Riggs würde tatsächlich Negan wählen. Sein Lieblingsmoment war wie bei Christian Serratos das Ende Staffel 6 und Anfang Staffel 7 – so brutal, aber toll, ein Meisterwerk. 

Sarah Wayne Callies liebt dagegen die Pilotfolge. Acht Minuten Schweigen und Rick allein auf dem Pferd, der einsam eine Straße entlang reitet. Gelernt hat sie aus der Serie viel über Freundschaft und Loyalität, auch zu Kolleginnen wie Pollyanna, mit der sie gar nicht gedreht hat. Gefragt nach Judiths echtem Vater antwortet die Mutter, die selbst ein adoptiertes Kind hat: Ganz klar Rick, weil er immer für sie da ist.

Ausblick 2019

Der Veranstalter zeigt sich im Gespräch zufrieden mit der Veranstaltung in Mannheim. Fast ausverkauft, gute Stimmung in der Halle. Eigentlich perfekte Bedingungen für eine Wiederholung 2019. Die ist angekündigt, aber weitere Infos zur Walker Stalker 2019 ließen sich dem Veranstalter leider nicht entlocken. Aber wenn man mit dem Standort Mannheim zufrieden ist, warum etwas ändern?

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