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The Peejays (live in Bensheim 2012) © Daniel Nagel

Wenn sich kein Club findet, um ein Konzert zu veranstalten, dann müssen Privatleute die Sache in die Hand nehmen. So geschehen im Fall der englischen Band The See See, die den Zuschauern mit einem grandiosen Auftritt am 21. Oktober 2012 im Mc Slobos in Bensheim einen unvergesslichen Abend bereiteten.

Es ist kein geringes Risiko und noch viel mehr Arbeit, als Privatmann Konzerte zu veranstalten. Umso schöner ist es dann, wenn alles gut geht, wie beim Auftritt der in England ansässigen Band The See See im McSlobos (ehemalige Stadtmühle) in Bensheim.

Zum Abschluss des Konzertabends, deutlich nach 11 Uhr am gestrigen Sonntagabend, gelingt es den ca. siebzig euphorischen Zuschauern mit lautstarken "Zugabe! Zugabe!"-Rufen die Band zweimal auf die Bühne zurückzuholen. Die kurze Deutschlandtour der vier Musiker findet damit einen besonderen Abschluss, denn eine zweite Zugabe haben sie auf dieser Tour noch nicht gespielt.

Support: The Peejays

Den Abend eröffnet die Heidelberger Band The Peejays, die mit ihrem melodischen Brit-Pop/Rock die Aufmerksamkeit der Zuschauer für sich gewinnt. Ausgestattet mit einer beachtlichen Zahl an eingängigen Songs wie Trying To Get You oder Fantasy Road und einem zupackenden Bandsound locken die Peejays sogar einige unentschlossene Besucher in das Konzert.

Besonders erwähnenswert ist neben dem neuen Song In And Outta Town auch der energetische Abschluss mit Ma Tattoo (dessen Riff mehr als ein wenig an London Calling erinnert) und The Tiger Is Angry. Selbst die riskante, weil schwer zu singende Coverversion von There's A Light That Never Goes Out gelingt nach kurzer Unsicherheit zu Beginn gut. Das Publikum spendet dem gelungenen Auftritt reichlich Beifall.

The See See: Das englische Gefühl für Melodien

The See See haben mit den Peejays gemein, dass die vier Bandmitglieder aus allen Teilen der Welt stammen, was man in ihrem Sound sogleich spürt. Sie besitzen das typisch englische Gefühl für Melodien, die sie mit psychedelischen Sounds, Anleihen an den Westcoast-Gitarrenklang der Byrds und einer Vorliebe für ausgedehnte instrumentale Jams verbinden.

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Während das erste Album Late Morning Light von The See See noch etwas allzu beschaulich klang, ist ihre neue Platte Fountayne Mountain weitaus griffiger.

Das zeigt sich auch in ihrem fast eineinhalbstündigen Auftritt, den sie mit einem langen Instrumental eröffnen. Angetrieben von Schlagzeug und Bass verbinden sich die zwei Gitarren von Richard Olson und Sam Ferman zu einem dynamischen Bandsound, der das ganze Konzert tragen wird.

Mit psychedelischen Elementen angereicherter Rocksound

Auch wenn The See See gelegentlich eingängige Folk-Popsongs wie Half A Man And A Horses Head spielen, so dominiert doch ihr mit milden psychedelischen Elementen angereicherter Rocksound.

Der Gesang, den Olson und Ferman beisteuern, steht nicht etwa im Vordergrund, sondern verbindet sich wie bei der Single Gold And Honey mit den jangelnden Gitarren zu einem harmonischen Gesamtpaket.

Die Musik ufert nie ins Ziellose aus, sondern bleibt selbst in minutenlangen Instrumentalpassagen konzentriert und unglaublich tight

Nach zwei Zugaben mischt sich die Band unter die Zuschauer, beantwortet Fragen und signiert Platten und CDs. In München erkundigten sich Fans, wo die Band als nächstes auftreten werde. Auf die Antwort "Bensheim" folgte nur Ratlosigkeit. The See See werden sich an Bensheim mit Sicherheit erinnern – und auch alle diejenigen, die dabei waren.

Man kann nur hoffen, dass es irgendwann eine Fortsetzung geben wird.

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