Wie könnte man ein 40-jähriges Bandjubiläum besser feiern, als mit einer ausgedehnten Tour? Seit diesem Sommer sind Deep Purple in ihrer inzwischen achten Besetzung in ganz Europa unterwegs. Nach einem vollen Programm im Oktober führte der Tourbus die Hard-Rock-Legende am 14. November in die Europahalle nach Karlsruhe. Dass die Band auch nach vier Jahrzehnten nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt hat, war in der ausverkauften Location deutlich zu spüren.

{image}Pünktlich um acht Uhr begann das Konzert mit einer der erfolgreichsten Hard-Rock-Bands der Schweiz: Gotthard heizten der Menge mit ihrer Mischung aus Rocknummern und vielen Soli ordentlich ein und hatten sichtbar Spaß an ihrem Auftritt, boten ein Miteinander, das man auf großen Bühnen seltener sieht. Gotthard spielten perfekt zusammen und Duelle zwischen Gesang und Gitarren sorgten für eine klasse Stimmung. Nach einer Stunde Spielzeit und 30 Minuten Umbaupause war es soweit: die Urväter des Hard Rock betraten die Bühne und wurden mit solch einem tobendem Applaus empfangen, dass die Halle bebte. Während dem eineinhalbstündigen Konzert spielten Deep Purple ein abwechslungsreiches "Best Of" der letzten vierzig Jahre.

Nur auf die Hymne Child in Time warteten die Fans vergeblich. Warum die Band ausgerechnet auf eines ihrer bekanntesten Lieder verzichtete, darüber lässt sich nur spekulieren: vielleicht, weil Ian Gillan leichte Probleme mit der Stimme hatte und gerade dieser Song dem Sänger einiges abverlangt.

{image}Davon, dass Richie Blackmoore nicht mehr dabei ist, war während dem gesamten Konzert nichts zu spüren. Steve Morse steht ihm musikalisch in nichts nach und erweist sich als würdiger Nachfolger. Seine Gitarrenriffs sind allein schon Grund genug, Deep Purple einmal live zu sehen. Umso enttäuschender war es, dass Don Airey den Eindruck erweckte, als hätte er sich noch nicht so richtig eingelebt und er sich wohl erst noch zu einem echten "John Lord" entwickeln muss. Noch haut er einfach zu brav auf die Tasten der Hammond Orgel. Insgesamt wirkte der Deep Purples Auftritt stark routiniert und Improvisationen fehlten ebenso wie spontane Duelle zwischen Keyboard und Gitarre, was die Stimmung der Fans jedoch keinesfalls beeinträchtigen konnte.

Die sparsam eingesetzten Scheinwerfer lieferten eine perfekte Lichtshow. Abgerundet wurde das Bühnenbild durch zwei Leinwände links und rechts, die einen Live-Mitschnitt zeigten. Dazu kamen zwischendurch weitere Effekte und Bilder, und das ganze Konzert sah aus, als könnte man es direkt auf DVD pressen und verkaufen!

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