Black Rebel Motorcycle Club

Black Rebel Motorcycle Club © Universal Music International 2007

Sieben Uhr an einem sonnigen Samstag: anstatt auf der Terrasse oder im heimischen Garten zu grillen, warteten über hundert Menschen in einem aufgeheizten Club darauf, dass etwas passiert. Genauer gesagt: auf den Auftritt von Black Rebel Motorcycle Club, die zwischen Southside und Hurricane ein Konzert in der Batschkapp in Frankfurt gaben. Zwei Stunden Blues-Rock der Extraklasse wurde den Zuschauern geboten, mit ausgewechselter Besetzung am Schlagzeug, einer gelungenen Setliste und einem neuen Songs.

{image}666 Conducer war der Opener des Konzertes: damit haben Black Rebel Motorcycle Club genau den richtigen Nerv des Publikums getroffen und waren sich der völligen Aufmerksamkeit sicher. Und sofort folgten Berlin und Weapon Of Choice, was für ein unglaublicher Anfang. Und Anfang im wahrsten Sinne des Wortes, denn die angekündigte Vorband The Brothers Movement ist nicht aufgetreten, Gründe unbekannt. Dieser Ausfall hatte zweierlei Auswirkungen: zum einen spielten BRMC ein Set von über zwanzig Liedern und waren gute zwei Stunden auf der Bühne. Reife Leistung und voller Einsatz der Band, um dem Publikum den Ausfall zu vergelten. Doch zum anderen bekamen auch einige Zuschauer nicht mit, dass somit das Konzert eine Stunde früher anfing und verpassten zum Teil über eine halbe Stunde des Auftrittes.

{image}Aber dafür hatten sie einen sehr großen Vorteil: sie bekamen nicht von Anfang an die unglaubliche Hitze in der Batschkapp mit. Schon mit nur dreißig Leuten innen und ohne Bewegung war es wärmer als draußen und sehr drückend. Als sich der Club stetig füllte und die Zuschauer bei den ersten Liedern von Black Rebel Motorcycle Club die Beine nicht mehr still halten konnten, wünschte man sich sehnlichst so etwas wie einen leisen Windhauch. Nun ja, das Publikum wartete vergeblich, aber das Konzert war jeden Schweißtropfen wert! Zwar fehlten Klassiker wie Love Burns oder Weight Of The World, aber insgesamt spielten sie unermüdlich einen Mix aus allen vier Alben, mit deutlicher Präferenz zu ihrem Erstlingswerk B.R.M.C. und dem zuletzt erschienenen Album Baby 81.

{image}Ein Highlight des Abends waren die Soloauftritte von Peter Hayes und Robert Been, die jeweils zwei Lieder lang alleine auf der Bühne standen. Fault Line von Hayes war ein absoluter Genuss und ging unter die Haut. Und nach den ruhigeren Liedern mit Shuffle Your Feet wieder einzusteigen war ein gut überlegter Schachzug. Auch überraschend, aber deswegen umso fantastischer war Salvation, das nicht allzu oft in einer Setliste auftaucht. Dann war da noch etwas: wie im Vorfeld den Meisten bekannt, wurde Nick Jago von Leah vertreten, ersetzt, oder wie man es nennen mag. Aber ein großes Kompliment an diese zierliche Frau, die eigentlich Schlagzeugerin bei The Raveonettes und bei Dead Combo ist: sie hat ihre Sache sehr gut gemacht und man merkte fast gar nicht, dass ein Besetzungswechsel stattgefunden hat. Böse Zungen könnten behaupten, dass es doch einerlei war, da sie aufgrund ihres Kurzhaarschnitts und sehr weiten Oberteils eh wie ein Mann aussah!

{image}Insgesamt ein sehr gelungenes Konzert von Black Rebel Motorcycle Club. Die Band hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, das Publikum war wie elektrisiert und man hörte danach nur begeisterte Menschen. Auch wenn am Anfang der Bass viel zu laut eingestellt war und teilweise ein wenig Gesang verschluckt wurde, war die Akustik insgesamt recht ordentlich. Sogar River Styx, ein neuer Song, wurde gespielt, was ein neues Album in der nächsten Zeit vermuten lässt und beweist, dass Nick Jagos (vorübergehender) Ausstieg das kreative Schaffen der Band nicht beeinträchtigt. Dann können wir nur hoffen, dass BRMC bald wieder nach Deutschland kommen und dann in mehreren Städten spielen werden. Denn wie der Stempel, den man in der Batschkapp aufgedrückt bekam, treffend aussagt: das Konzert war einfach nur "geil"!

 

Setliste: 666 Conducer – Berlin – Weapon Of Choice – Ain't No Easy Way – Stop – Salvation – White Palms – Red Eyes – Six Barrel Shotgun – Heart & Soul – Fault Line – Acoustic Peter – Pretend (Archtop) – Acoustic Robert – Shuffle Your Feet – River Styx – Need Some Air – American X – Whatever Happened To My Rock'n'Roll

Zugaben: All You Do Is Talk – Took Out A Loan – Steal A Ride – Spread Your Love

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