Sean Paul trennte sich selten von seiner schwarzen Sonnenbrille. Fotostrecke starten

Sean Paul trennte sich selten von seiner schwarzen Sonnenbrille. © René Peschel

"Ausverkauft" in der Chemie-Stadt am Rhein: Sean Paul machte in Ludwigshafen im Rahmen seiner Tour Halt. Tropische Hitze in der Friedrich-Ebert-Halle machte das Feiern zu den Hits des Dancehall-Interpreten nicht einfach. Da tat sich auch der Support-Act Das Bo schwer.

{image}Der Funken sprang nicht so richtig über, als Das Bo auf der Bühne stand. Der Hamburger Rapper bekam nach jedem Song einen Achtungsapplaus, danach war die Eberthalle wieder still. Auch sein mittlerweile zwölf Jahre alter Hit 'türlich 'türlich (sicher, Digger) änderte am Schluss daran nicht viel: Kaum war der Ex-Juror der Castingsendung "X Factor" von der Bühne verschwunden, schien ihn das Publikum vergessen zu haben und eilte in den Vorraum zur Raucherpause.

Sean Paul ließ bei seinem Auftritt danach erst einmal andere arbeiten. Seine große Band aus Basser, Schlagzeuger und mehreren Computerfricklern spielte ein langes Intro. Tänzerinnen stürmten auf die Bühne und tanzten sich die Seele aus dem Leib. Sogar das Publikum beteiligte sich und erleuchtete durch ein Meer von filmenden und fotografierenden Handys die Halle. Endlich folgte auch der 1973 in Jamaika geborenen Reggae-Künstler und zum ersten Mal an diesem Abend war die Stimmung partytauglich.

Kein Wunder, denn die Leute waren wahrscheinlich nicht für bereits altehrwürdigen deutschen HipHop hergekommen, sondern um zu tiefen Bässen zu tanzen. Da tat es am Ende auch keinen Abbruch, dass sich Sean Pauls Ansagen eigentlich darauf beschränkten, dass er ein neues Album am Start habe und man es doch kaufen solle.

Die Songs ähnelten sich oft sehr. Manchmal konnte man fast glauben, dass Sean Paul seine Hits Got 2 Luv You oder Gimme The Light mehrmals spielen würde. Dann war es aber doch nur ein nicht so bekannter Titel aus einem seiner fünf Alben. Selbst Bob Marleys No Woman No Cry, das der Dancehall-Sänger in sein Programm einbaute, wurde im Klangkosmos des Abends austauschbar. Das Publikum ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Nicht wenige hielten ihre Handykamera wacker das ganze Konzert über in der Luft, um den Mann mit der Sonnenbrille zu filmen. Die nahm er auch wirklich sehr selten ab. Der Rest tanzte und sang mit so gut es ging. Bei tropischen Temperaturen in der Eberthalle war das kein leichtes Unterfangen. Einige Zuschauerinnen mussten sogar ärztlich versorgt werden, noch bevor überhaupt ein Ton des Konzerts durch die Boxen ging.

Am Ende blieb ein Abend, der nicht als Höhepunkt der Konzert-Kultur in die Geschichtsbücher eingeht. Aber mit diesem Anspruch kam auch niemand dorthin. Hier ging es ums Feiern und dicke Beats, und das schaffte Sean Paul ohne Anstrengung. Vielleicht sollte man sich beim nächsten Mal nur einen anderen Support suchen.

Weitere Eindrücke vermittelt auch unsere Fotogalerie: Sean Paul und Das Bo, am 31.08.2012 in Ludwigshafen am Rhein

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