Zusammen mit Nirvana machte die Band Anfang der Neunziger den Grunge populär, gut 20 Jahre später steht Pearl Jam noch immer auf der Bühne. Vergangene Woche präsentierte sich die Gruppe um Eddie Vedder in Berlin so elektrisierend wie eh und je.

{image}Die Kindl-Bühne Wuhlheide ist ein schöner Ort für sommerliche Konzerte in einem traumhaften Ambiente. In der Nähe des Berliner Stadtteils Köpenick gelegen und umgeben von Wäldern, erhebt sich aus dieser natürlichen Umgebung eine Openair-Location, die mit ihrer Halbkreisform und den steil hinauf ragenden Sitzplatzreihen stark an ein Amphitheater erinnert. Schon im August letzten Jahres spielten Pearl Jam an diesem Ort, der ihnen seit ihrem ersten Konzert im Jahr 1992 scheinbar so gut gefällt, dass sie vergangene Woche für ein einzelnes Deutschlandkonzert noch einmal hierher zurückkehrten, um das Publikum mit vielen ihrer Hits zu elektrisieren und begeistern. Dabei wurden allerdings auch ruhige Töne angeschlagen. So zum Beispiel, als Sänger Eddie Vedder – noch immer sichtlich betroffen – an das Unglück von Roskilde erinnerte, wo vor genau zehn Jahren bei einer ihrer Auftritte mehrere Fans im Publikum umgekommen waren. Diesen widmete er an diesem Abend einen Song und bedankte sich bei den Angehörigen, mit denen der Sänger die Erlebnisse verarbeitet hatte.

{image}Das aus zahlreichen Ländern angereiste Publikum tanzte davon unbeeindruckt wild umher und surfte in hoher Frequenz über die Köpfe der Zuschauer hinweg, als gäbe es vor lauter Euphorie kein Halten mehr. Feuerzeuge wurden hochgehalten, Nationalflaggen geschwenkt und die Arme begeisternd in die Luft gestreckt. Dazu sangen die Zuschauer die Texte der einzelnen Pearl Jam-Songs immer wieder lautstark mit. Die Bandmitglieder schienen von dieser dadurch erzeugten, intensiven Atmosphäre beeindruckt und dankten es den Zuschauern mit Applaus, einer in mehrere Blöcke aufgeteilten, fast einstündigen Zugabe und einem Überraschungsgast namens Peter Buck, auch bekannt als Gitarrist der amerikanischen Band R.E.M.

Und so stellte man am Ende fest: Pearl Jam können es nach 20 Jahren noch immer. Mit einer Musik namens Grunge begeistern und mitreißen zu können, die in den letzten Jahren langsam in der Versenkung zu versickern schien. Schön, dass es solche Bands noch gibt.

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