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Tokio Hotel © Handwerker Promotion

Das Summercamp von Tokio Hotel ist wahrlich ein teures Vergnügen. Der Aufenthalt in Ferropolis vom 27. bis 30. Juli kostet zwischen 800 und 3600 Euro. Ach ja, Getränke (außer Wasser) kosten extra!

Vom 27. bis 30. Juli 2018 haben 500 Tokio-Hotel-Fans die Möglichkeit, an einem Sommercamp in Ferropolis, der Stadt aus Eisen, bei Gräfenhainichen, ca. 50 Kilometer nördlich von Leipzig, teilnehmen.

Im Zelt mit Tokio Hotel

Den Besuchern wird einiges geboten. Im Preis inbegriffen sind 3 Tage Übernachtung, ein "History"-Konzert der Band, ein professionelles Foto mit der Band, ein exklusives Armband, Vollpension und als Highlight: unbegrenze Nutzung der Wasserstation. Alkoholische Getränke und Softdrinks müssen allerdings an der Bar gekauft werden. 

Dieses unschlagbare Angebot gibt es je nach Bettwunsch, Auswahl der Zeltnachbarn usw. zwischen 999€ und 3996€. Falls man in seinem eigenen Zelt schlafen möchte ist es etwas günstiger: 799€ für ein eigenes Zelt und 899 € für einen Wohnwagen. Ein echtes Schnäppchen, oder?

Keine Kommentare bitte

Das Summercamp wird von der Band mit folgenden Worten beworben: "Tauche ein in den Sommer deines Lebens und verbringe ein unvergessliches Wochenende mit deiner Lieblingsband. Es erwartet dich eine magische und spirituelle Reise in eine Welt, die Bill, Tom, Georg und Gustav für dich geschaffen haben. Das erste und einzigartige Tokio Hotel Summer Camp!" Puh!

Die Reaktion der Fans bleibt nicht aus. Auf Instagram hat die Band wohlweislich die Kommentare ausgeschaltet, aber unter dem Facebook-Post gehen die Fans teilweise hart mit der Band ins Gericht. Manche sind angesichts der Preise aber auch nur belustigt. 

"1000 - 4000 € für 3 Nächte in einem Zelt in Deutschland, mit Leuten die du evtl. noch nicht einmal kennst.." oder "Das ist irrwitzig. Denkt ihr alle eure Fans sind reiche Kids?" sind nur die harmloseren Reaktionen. 

Andere Fans üben sich in Humor: "Für diesen Preis erwarte ich, dass Tom meinen Körper mit Goldwasser wäscht" oder "Für den Preis bringt Heidi Klum sicherlich auch das Gratis-Wasser ans Bett".

Fanarbeit?

Die grundsätzliche Idee ist prinzipiell nicht schlecht. Die Prog-Rock-Band Marillion veranstaltet alle zwei Jahre eine Fan Convention, die ebenfalls drei Tage dauert und drei Konzerte der Band beinhaltet. Der Unterschied ist der Preis: Bei Marillion kostet der Spaß ungefähr 400€.  

Die Preise, die Tokio Hotel verlangen, zeigen hingegen, dass die Band sich von ihren Fans entfremdet hat. Selbst wenn man annimmt, dass viele langjährige Fans inzwischen über eigenes Einkommen verfügen, sind diese Preise für viele unbezahlbar – und das machen sie in den sozialen Medien (sofern möglich!) auch unmissverständlich klar. Verständlicherweise erheben viele den Vorwurf, dass die Fans zur Gewinnmaximierung geschröpft werden sollen.

Was bleibt am Ende?

Dennoch ist das Tokio Hotel-Summercamp ein interessantes Experiment, denn es ist ja gerade nicht als Massenevent angelegt. Anders gesagt: Finden sich 500 Tokio Hotel-Verrückte, die bereit sind, diese Preise zu bezahlen? Bei Facebook sucht man diejenigen vergeblich, die ihr Ticket fürs Paradies bereits gelöst haben.

Wie wird die Band reagieren? Kommentare zu blockieren ist jedenfalls keine Lösung. Werden Tokio Hotel die Preise senken oder das Summercamp sogar wegen mangelnder Nachfrage absagen? Oder wird das Event tatsächlich so stattfinden wie geplant? Wir halten euch auf dem Laufenden.

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