Alan Parsons Project (live in Hamburg, 2014)

Alan Parsons Project (live in Hamburg, 2014) © Falk Simon

Nach der grandiosen Tour 2013 war es schwer, eine derartige Performance zu wiederholen. The Alan Parsons Live Project hat es größtenteils geschafft. Aber trotzdem bleibt der Eindruck eines schwierigen Starts und einer nicht ganz optimalen Setlist.

Das Publikum im Schlosspark Schwetzingen ist relativ ruhig und zurückhaltend, als die Musiker von The Alan Parsons Live Project die Bühne betreten. Dann erscheint der Meister selbst, wie immer mit Jacket,  heute in rot, und mit einem Schal.

Alan Parsons greift zur Gitarre und sie starten mit "Lucifer", einem der großen Instrumentalklassiker. Aber irgendetwas scheint sowohl bei der Band wie beim Publikum noch nicht zu passen. Eine leichte Andeutung einer Klatschanimation wird fast komplett ignoriert.

Höhen und Tiefen

Auch der Song "Don't Answer Me", sonst eine sichere Bank für emotionale Ausbrüche, geht diesmal schief. Der Gesang wirkt seltsam zurückhaltend, zu leise und ein wenig kraftlos. Lediglich das Saxophon von Todd Cooper bringt die erwartete Power und verleiht dem Song den sonst üblichen Glanz. 

Einen ersten stimmlichen Höhepunkt setzt die Band bei dem Song "Time", während danach der Sound ein wenig von der gewohnten Qualität verliert, als die Höhentöne sich leicht verzerren.

Der Wendepunkt

Nach rund 20 Minuten scheint sich die Band gefangen zu haben. Mit "I Wouldn't Want To Be Like You" setzt die Band das erste echte Highlight, vor allem Alastair Greene brilliert hier an der Gitarre.

Es folgt der ganze Block an Songs rund um Part One und Part Two aus "The Turn Of A Friendly Card" mit den Zwischensongs "Snake Eyes", "The Ace Of Swords" und "Nothing Left To Lose". Auch hier sticht wieder Todd Cooper am Saxophon heraus. Erst jetzt entwickelt das Publikum eigene Initiative und steht auf, um mit der Band diese Hymnen zu zelebrieren.

In Memoriam Eric Woolfson

Alan Parsons wendet sich ans Publikum und kündigt den Song "Limelight" an. Dieser Song mit seinen Lyrics hatte nach seinen Worten eine hohe Bedeutung für seinen 2009 verstorbenen Freund Eric Woolfson, der viele Jahre die prägende Stimme des Alan Parsons Project war. Die Performance von "Limelight" ist der Höhepunkt des Konzerts, einfach die pure Emotion.

Ab jetzt bleiben fast alle Zuschauer stehen, denn mit "Prime Time" schwappt jede Menge Energie von der Bühne ins Publikum. Dies steigert sich nochmals, als Alan Parsons den Doppelklassiker "Sirius/Eye In The Sky" beginnt. Die Stimmung kocht, denn diesen Song können sehr viele mitsingen. Dann beendet die Band mit "In The Real World" den Hauptblock.

In der Zugabe stechen zwei Songs besonders heraus. Viele Fans haben sehnsüchtig auf "The Raven" gewartet und als der Song dann doch noch kommt, wird er stürmisch gefeiert. Die Performance von "Old And Wise" erinnert als Traumfahrt ins Märchenland. So endet das Konzert letztlich wieder auf höchstem Niveau.

Zu viel verändert

Neben dem langsamen Start des Konzerts mit ungewöhnlichen Schwächen beim Gesang und beim Sound sticht vor allem die zu stark veränderte Setlist im Vergleich zum Konzert in Mainz 2013 hervor. So schienen einige Zuschauer am Anfang und noch einmal in der Mitte etwas gelangweilt, weil die Songs ihnen keinen emotionalen Zugang bieten.

Gefehlt hat unter anderem "La Sagrada Familia", ein Titel, der stets zum Mitsingen animiert und das Publikum mitreißt. Erst am Ende kam die Performance dem Auftritt 2013 nah.

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