Bob Dylan (Pressebild, 2008)

Bob Dylan (Pressebild, 2008) © Sony BMG

Bob Dylan ist immer wieder für Überraschungen gut. In einem "neuen" siebzehnminütigen Lied entwirft er um das Attentat auf John F. Kennedy ein eindrucksvolles Panorama der 1960er-Jahre.

Bob Dylan hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die 1960er nicht sonderlich mag. Gleichzeitig ist Dylan fraglos einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Vertreter der popkulturellen Revolution der 1960er. Ein für Dylan geradezu typisches Paradox.

In einem bislang unveröffentlichten Lied mit dem Titel "Murder Most Foul", dass er auf seinem Youtube-Channel veröffentlichte, beschäftigt sich Dylan vordergründig mit dem Attentat auf John F. Kennedy, bei dem der US-amerikanische Präsident 1963 in Dallas ermordet wurde.

Breites Panorama

Darüber hinaus entwirft er ein Portrait dieser Dekade, mit einer Fülle kultureller und musikalischer Anspielungen, beispielsweise auf das legendäre Woodstook-Festival, bei dem Dylan berühmterweise nicht auftrat, obwohl es quasi vor seiner Haustüre stattfand. Stattdessen reiste er für einen Auftritt beim Isle Of Wight Festival nach England. 

Er belässt es aber nicht bei den 1960er, sondern greift auch auf Künstler früherer Dekaden wie Jazz-Saxophonist Charlie Parker, Pianist und Sänger Nat "King" Cole oder Stummfilm-Legende Buster Keaton zurück.

Ein erster Bewertungsversuch

Das Stück verfügt jedenfalls eine ähnlich hypnotische Stimmung wie "Highlands", eine andere epische Dylan-Komposition (von "Time Out Of Mind"). Die zurückhaltende, aber passende Instrumentierung trägt viel zur Wirkung des Liedes bei. Wann es genau aufgenommen wurde, ist schwer zu sagen, es ist aber gut möglich, dass es nicht ganz neu ist.

Es wird eine Weile dauern, bis es möglich ist, das Lied in seiner ganze Tiefe zu erfassen, aber Dylan beweist ein weiteres Mal seine Fähigkeiten als Textdichter. Es gibt nur wenige Künstler, die ein überzeugendes Panorama einer Dekade in einem Lied darstellen können. 

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