Muff Potter (Live beim Vainstream Beastfest 2009)
Foto: Achim Casper punkrockpix

Muff Potter (Live beim Vainstream Beastfest 2009) Foto: Achim Casper punkrockpix © regioactive.de

Muff Potter bereiteten Bremen das schönste Abschiedskonzert, das man sich hätte denken können. Die Songauswahl zeigte sich als hervoragender Spiegel der Gefühle zwischen Muff Potter und ihren Fans: viel "Steady Fremdkörper", sehr viel "Von Wegen" und kaum "Gute Aussicht".

{image}Das Abschiedskonzert von Muff Potter in Bremen war geplant für den Tower, wurde aufgrund der hohen Nachfrage in den Schlachthof verlegt und endete dann doch noch im Tower, wo die Band mit Fans, Freunden, Bekannten und Alkohol die Nacht in einer großartigen Party ausklingen ließ. Aber alles der Reihe nach: Die perfekte Vorband für diesen Abend waren Kontainer aus Hamburg, die mit einer ordentlichen musikalischen Attitüde losdonnerten und dabei sehr viel Lust auf mehr machten. Ganz nebenher ließen sie verlauten, dass sie nur dank Muff Potter überhaupt existierten.

{image}In den mehr als 16 Jahren Bandgeschichte haben Muff Potter viel für gute deutsche Musik getan. So zählen Nagels Lyrics sicher zu den aussagekräftigsten der deutschen Musiklandschaft, wenn sie nicht sogar die besten sind. Wieso das so ist? Wenn jemand über Dinge schreibt, die ihn wirklich beschäftigen, dann mag das zwar manchmal Seelenstriptease sein, aber es ist eher selten aufgesetzt. Geschieht das Ganze mit Selbstironie, Galgenhumor und gekonntem Sprachgefühl, dann kreiert man (in dem Fall Nagel) eben Parolen wie "Was wirkt wie eine wilde Sause, ist nur die Suche nach einem Zuhause", "Wenn die Liebe ein Schlachtfeld ist, dann ist das jetzt dein Den Haag", "Geht so das Ende? Ein 100-Kilo-Herz schlägt auf mich ein, das kann's doch nicht gewesen sein!" Klar, hier liegt kein Goethe begraben, aber was kann das Herz besser treffen als der richtige Ton zum richtigen Satz?

{image}In Bremen flogen jedenfalls die Fetzen. Egal ob Titel wie Alles nur geklaut, Wunschkonzert oder Wenn, dann das hier: Das Publikum hüpfte, fiel hin, stand wieder auf und hüpfte noch wilder. So muss es sein! Auf der Bühne präsentierte sich dabei eine Band, die nach Freundschaft aussah, nach Punk, nach was Echtem und Ursprünglichem. Nagel zog seinen unsichtbaren Hut vor Bremen, die Band grinste zu seinen Ansagen. Der Sound war perfekt abgemischt, das Licht war präzise eingestellt, die Band der Hammer. Man konnte anhand der absoluten Spielfreude sehen, dass Dennis, Brami, Nagel und Shredder genau da waren, wo sie hingehörten: gemeinsam auf der Bühne!

{image}Nach der zweiten Zugabe war dann aber gemeinerweise doch schon Schluss. Dabei hätte es ruhig ewig so weitergehen können! Jetzt bleibt nur noch die Vorfreude auf die Abschiedskonzerte in Berlin, Leipzig, Wien, München, Düsseldorf, Saarbrücken, Hamburg und Münster. Im Dezember heißt es dann endgültig Abschied nehmen. Alles war schön und nichts tat weh? Man wird sehen! So oder so, danke für einen großartigen Auftritt in Bremen, der geschundene Fanherzen sehr zu streicheln wusste – sicher im selben Maß wie das Künstlerherz. Vorläufig alles Gute und bis Dezember!

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