Saga live in Mainz
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Saga live in Mainz Fotos: Rudi Brand © regioactive.de

Es ist wohl die einzigartige Mischung aus langjähriger Erfahrung, immer wieder neu sprudelnder Ideenquellen und ihrem typischen Gesamtsound, die Saga seit nunmehr 30 Jahren an der Spitze der Rockmusikszene stehen lassen. Wann immer die Herren Sadler, Crichton, Crichton und Gilmour gemeinsam Musik machen, lautet das Ergebnis: unmissverständlich Saga. Die Band feiert 2007 ihr 30jähriges Bandbestehen und leider auch den Abschied von Michael Sadler, dem genialen Sänger und der prägnanten Stimme der Band.

Saga sind im November und Dezember 2007 auf ausgedehnter Europatournee: im Gepäck ein neues, aber letztes Album mit Frontman Michael Sadler, denn diese Tour wird seine Abschiedstour sein. Man kann es leicht ausrechnen: 10.000 Tage sind zusammen genommen etwa 30 Jahre. Eine lange Epoche im Leben eines Musikers, vor allem dann, wenn er quasi drei Dekaden lang ununterbrochen im Rampenlicht stand. Mit dem neuesten Saga-Album 10,000 Days verabschiedet sich der Sänger aus der Band. Ohne Streitigkeiten, ohne irgendeine negative Vorgeschichte, sondern in Freundschaft und aus rein privaten Motiven. "Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich nach 30 Jahren, in denen ich mich komplett in den Dienst der Band und ihrer Fans gestellt habe, ein neues Kapitel in meinem Leben aufschlagen und mich mehr auf meine Familie konzentrieren sollte", erklärte er. "Ich werde weiterhin aktiv Musik machen, aber auf eine andere Art und Weise."

Auf Tour ist von solcher Ruhe, Rationalität und Gelassenheit allerdings keine Spur. Saga bieten auf den Konzerten ein Programm aus Klassikern, Unplugged-Versionen, neuen Stücken und einigen Überraschungen. Die Zuschauer jedenfalls fühlen sich glänzend unterhalten und werden garantiert weitere 10.000 Tage Spaß an dieser Musik haben, unabhängig von der Zukunft der Band. Wie in Mainz, dem Konzert, von dem die regioactive.de-Fotos stammen: Die Halle war voll, die 1400 Leute tobten so sehr, dass eine weitere ungeplante Zugabe folgte. Super Stimmung und Ausgelassenheit bei den Fans sind bei Saga keine Seltenheit.

Saga formierten sich im Jahre 1977 und präsentierten von Beginn an einen unverwechselbaren Sound. Die ersten große Erfolge stellten sich bereits Anfang der Achtziger Jahre ein, als die Band mit Alben wie Images At Twilight (1979), Worlds Apart (1982) oder Heads Or Tales (1983) und den darauf enthaltenen Hits á la Humble Stance, Wind Him Up, On The Loose, The Flyer, How Long oder Don’t Be Late die Radiocharts der ganzen Welt enterten. Im Vorprogramm von Styx kamen Saga 1980 zum ersten Mal auch auf Deutschlandtournee. {image}Bis Mitte der Achtziger konnten sich die Kanadier mit ihrer "futuristischen Synthese aus Pop und klassischen Elementen" (Melody Maker), ihrem "ideenreich orchestrierten epischen Rock" (Toronto Star) eine stetig wachsende Anhängerschar erspielen. Bis heute wurden weit mehr als sieben Millionen Saga-Tonträger verkauft. Mitte der Achtziger verließen Keyboarder Jim Gilmour und Schlagzeuger Steve Negus die Band.

Saga machten fortan als Trio weiter und veröffentlichten die zwei viel beachteten Alben Behaviour und Wildest Dreams. Anfang der Neunziger ging die Band dann zur großen Freude ihrer Fans erstmals wieder in Originalbesetzung auf Tournee und veröffentlichte 1993 mit The Security Of Illusion ein grandioses Comebackalbum. Die unmittelbar folgende Welttournee glich einem Triumphzug. 1994 komponierten Saga das Werk Steel Umbrellas für die Fernsehserie "Cobra", gefolgt vom Konzeptalbum Generation 13 (1995), das sich thematisch mit den Auswüchsen heutiger Konsumwelten auseinandersetzt, sowie von Pleasure & The Pain (1997).

Am 13. Juni 1997, inmitten der umfangreichen "Pleasure & The Pain"-Tournee, feierten Saga ihr zwanzigjähriges Bühnenjubiläum. Und: mit Detours, einem Doppel-Live-Album, das in Deutschland, Österreich und Frankreich bei ihrer 97er-Europatournee aufgezeichnet wurde, feierte die Band den fünfzehnten Jahrestag der Veröffentlichung ihres ersten, außerordentlich erfolgreichen Live-Albums In Transit, das 1982 in München und Kopenhagen mitgeschnitten worden war. Mit Full Circle und House Of Cards knüpften anschließend zwei weitere Studioalben an die großen Erfolge der Vergangenheit an und lieferten den roten Faden, den Marathon (2003) und die DVD Silhouette fortsetzten. 2004 folgte Network. Im Mai 2006 wurde das letzte Album vor 10.000 Days, Trust, veröffentlicht.

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