Der Bandname ist skurril und die Bandmitglieder rastlos. Seit 2006 hat die aus Alaska stammende Rockband Portugal.The Man jedes Jahr ein Album veröffentlicht und tourt ununterbrochen durch die Welt. Am Montag war die Band mit ihrem neusten Werk "American Ghetto" im Lindenpark in Potsdam zu Gast.

{image}Portugal.The Man konnten das dortige Publikum gelegentlich mitreißen, besonders mit ihren länger andauernden Jams und ausgefeilten Harmonien. Doch insgesamt wirkte die Band an diesem Abend überspielt – bzw. so unnahbar, dass man dies unterstellen muss: Es schien, als wollte die Band ihr Set nicht nur einfach schnell hinter sich bringen und die Songs auf der Setlist herunterspielen, sondern sich auf der kaum beleuchteten und im Schatten der in dämmrigen Licht und Nebel gehüllten Bühne am liebsten auch noch verstecken. Andererseits ist es nicht das erste Mal, dass die Show der Band einige Fragezeichen aufkommen lässt. Offenbar muss einfach mehr stimmen und zusammenkommen – Bühne, Band, Licht, Atmosphäre u.a. – damit die Unnahbarkeit der Band nicht negativ ins Gewicht fällt; so wie es zum Beispiel in der Pampa 2009 der Fall war, als die Dauertourer völlig befreit aufspielten.

{image}Symbolisch für die Problematik bei diesem Potsdam-Gig stand Sänger John Gourley Pate, der einen Teil seines Gesichtes während einem Großteil des Konzerts hinter einem Cape und einer Kapuze versteckte. Nur durch seine präsente hohe Kopfstimme deutete er Leben auf der Bühne an. Eine Konversation zwischen Publikum und Band konnte so aber nur schwer entstehen. Stattdessen hatte man als Konzertgast unentwegt das Gefühl, vor einer "unsichtbaren" Wand zu stehen, die einen vom Bühnengeschehen abtrennt.

Leider wurde dies auch im späteren Verlauf des Gigs nicht besser. Als der Sänger für kurze Zeit Cape und Kapuze abnahm, keimte zwar die Hoffnung auf, dass er sich jetzt vielleicht etwas mehr öffnen würde. Doch kaum war dieser Funke gezündet, da hatte sich John Gourley Pate schon wieder in eine der vielen dunklen Ecken auf der Bühne verzogen. Nur einmal nahm die Band mit dem Publikum Kontakt auf: Um für sich selbst Werbung zu machen und ein weiteres Album in 2011 anzukündigen. Für eine explizite Live-Band wie Portugal.The Man, die eigentlich ja vor allem von Emotionen und Publikumsnähe lebt, war dieser Abend ganz schwach und enttäuschend.

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