Brad Mehldau kehrt nach vielen Jahren mit seinem aktuellen Trio zu Enjoy Jazz zurück und stellt im Pfalzbau in Ludwigshafen unter Beweis, dass er dabei ist mit seiner neuen Band Herausragendes zu schaffen.

Es ist ein wenig ironisch, dass Brad Mehldau, der wie kein zweiter Jazz-Pianist dem Trio-Format neues Leben eingehaucht hat, bei seinen vielen Auftritten bei seinem "Lieblingsfestival" Enjoy Jazz gar nicht häufig im Trio aufgetreten ist.

Gut, vor Ewigkeiten hat er mit seinem damaligen Trio in der Alten Feuerwache gespielt, aber ansonsten gab es Solokonzerte, Konzerte im Duo und mit Orchester.

Lebhaft und kurzweilig

Bei seinem ausverkauften Konzert im Pfalzbau in Ludwigshafen hat Mehldau sein "neues" Trio dabei, in dem auch der dänische Bassist Felix Moseholm und der aus Barcelona stammende Schlagzeuger Jorge Rossy dabei sind. Beide sind bedeutend jünger als Mehldau und beide tragen entscheidend dazu bei, dass die Musik an diesem Abend frisch, lebhaft und ausgesprochen kurzweilig wirkt.

Dabei ist das Trio gar nicht so neu, sondern besteht bereits seit 2020. Das Konzert bei Enjoy Jazz lässt es als absolutes Rätsel erscheinen, warum Mehldau mit diesen Musikern bisher kein Studioalbum aufgenommen hat. 

Verblüffende Leichtigkeit

Im ersten Teil des Konzerts spielt das Trio viele ältere Mehldau-Kompositionen wie "Quit", "B-Blues", "Boomer" oder "Lucid" in mitreißenden, ausdrucksstarken Versionen. Jorge Rossy erweist sich dabei als bisweilen heftig swingender Schlagzeuger, aus dem Ideen nur so heraussprudeln. Moseholm ist zurückhaltender, aber effektiv und überzeugt mit einem wunderbaren warmen Ton.

Das Besondere des Abends ist aber das sagenhafte Zusammenspiel der drei Musiker. Das gesamte Konzert besitzt eine verblüffende Leichtigkeit, die immer wieder verblüfft und mitreißt. Selten erlebt man ein Konzert mit so großer Ruhe und Harmonie, bei dem sich alles anscheinend mühelos zusammenfügt.

Ein besonderer Abend

Einige neue, deutlich längere Stücke reihen sich nahtlos in den Abend ein, so "Dream of feelings" oder "Schloss Elmau", die gut auf einem neuen Trio-Album Platz finden könnten. Das lange "Secret Love" nutzt Mehldau um seine ganze Klasse als Musiker und Improvisierer zu zeigen: Er 

Ansonsten interpretiert Brad Mehldau Kompositionen von Cole Porter ("It's alright with me") und widmet sich als Zugabe Thelonious Monks "Work". Da der Applaus nicht enden will, kehrt das Trio ein letztes Mal zurück und beendet den Abend mit "Young Werther" von seinem (de facto-) Debütalbum "Introducing...". Im ausverkauften Konzertsaal des Pfalzbaus dürfte absolut niemand sein Kommen bereut haben.