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Fat Freddy's Drop (live beim A Summer's Tale 2016) © Falk Simon

Die Neuseeländer Fat Freddy's Drop verwandelten das Palastzelt auf dem Maimarktgelände in Mannheim mit ihrem Auftritt in eine Schwitzhütte. Mehr als zwei Stunden gaben die acht Musiker sich die Ehre und dem Publikum allen Grund zum Tanzen.

Die einzigen Regenwolken an diesem Juni-Samstag sind auf dem riesigen Banner hinter der Bühne zu sehen, auf der Fat Freddy's Drop spielen. Es ist heiß im Rhein-Neckar-Delta und im namensgebenden Palastzelt sollen die Temperaturen in den nächsten zwei Stunden noch wesentlich höher steigen – parallel zur Luftfeuchtigkeit.

In Europa sind Konzerte der siebenköpfigen Gruppe, die live von MC Slave unterstützt wird, nicht sonderlich häufig, so dass sich zahlreiche Fans auf dem Maimarktgelände eingefunden haben um gemeinsam zu feiern. Denn dafür stehen Fat Freddy’s Drop allemal.

Live ist einfach besser

Dass von den Anwesenden niemand ein Kind von Traurigkeit ist, wird bereits nach dem ersten Lied klar. Der Applaus könnte bei anderen Konzerten ohne Probleme als Abschlussapplaus herhalten, hier erklingt er nach jedem Lied und das völlig verdient. Die nur schwer zu definierende Mischung der Band mit Elementen aus Jazz, Reggae, Dub, Ska, Hiphop und auch Funk ist zum Feiern aber auch mehr als geeignet.

Die Band zeigt von Anfang an ihre Livequalitäten. Fat Freddy's Drop haben in ihrer beinahe 20-jährigen Geschichte "nur" vier Studioalben veröffentlicht, sind dafür aber umso häufiger auf Tour. Hier merkt man, dass die Wurzeln der Band in Jamsessions liegen, denn jedes Lied wird live um Soli und Wiederholungen erweitert, die auf den Studioaufnahmen nicht zu hören sind.

Bewegungstherapie

Besonders der Bläsersatz um Toby Laing (tp), Joe Lindsay (tb) und Scott Towers (sax) spielt sich den Ball zu, dass es eine Freude ist. Der Sound ist knackig und klar, was unter anderem auch der hervorragenden Abmischung zuzuschreiben ist.

Obwohl nur wenige Ansagen von der Bühne erfolgen, steht der Draht zum Publikum durch die Musik. Wohin das Auge blickt wird gewippt, getanzt, gesprungen. "A beautiful audience", lässt MC Slave passenderweise verlauten, bevor er einen noch nie live gespielten Song der Band ankündigt.

"Wir spielen beides, Country und Western"

Die Stimmung steigt noch einmal erheblich, als Posaunist Joe Lindsay die Bühne verlässt, um kurz darauf in Unterhose, Unterhemd und Cape wiederaufzutauchen, alles selbstverständlich glitzernd. Er nimmt die zentrale Position auf der Bühne ein und personifiziert das, was man wohl auch unter Rampensau versteht.

Auch dies ist ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass Fat Freddy's Drop sich vor allem als Live-Band verstehen, denn hier ist nichts gestellt, der Spaß auf der Bühne schwappt unaufhaltsam und konstant ins Publikum über.

Höhepunkt zum Abschluss

Das fulminante Finale bildet die Darbietung des Klassikers "Shiverman". Das Stück ist schon auf der Aufnahme gut zehn Minuten lang, live erweitert die Band den Song auf knapp 25 Minuten. Die Eröffnung erklingt stark abgewandelt mit einem Countryrhythmus, der Bläsersatz hält sich noch zurück – doch der Song nimmt immer mehr Dynamik auf.

Spätestens als der charakteristisch abwärtsspiralisierende Bläserpart einsetzt, gibt es kein Halten mehr, weder auf der Bühne, noch davor. Der folgende Applaus setzt den vorangegangenen noch einmal die Krone auf, und so dürfte es niemanden verwundern, dass Fat Freddy’s Drop noch einmal für eine Zugabe auf die Bühne kommen.

Nach noch einmal gut zehn Minuten ist dann aber endgültig Schluss. Das Konzert dauerte mehr als zwei Stunden und dürfte jede Erwartung an diesen Gig erfüllt oder sogar übertroffen haben. Für das Zeltfestival Rhein-Neckar waren Fat Freddy’s Drop jedenfalls die richtige Wahl.

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