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Mark Forster (Live in Offenbach, 2016) © Mathias Utz

Die Chöre singen für ihn: Vollbluthipster Mark Forster ist auf Tape-Tour und gibt in der restlos ausverkauften Stadthalle Offenbach ein kunterbuntes Gute-Laune-Konzert für die Generation Selfie – und deren Eltern.

Läuft bei Mark Forster, der vor zwei Jahren noch die kleineren Locations wie die Alte Seilerei in Mannheim bespaßte und jetzt die Stadthalle Offenbach problemlos bis zum letzten Platz füllt.

Familien mit Kind und Kegel, Pärchen, ältere Semester, Teenies – alle sind gekommen, um mit dem hippen Poponkel das Leben zu feiern. Da hat der gute Mark sichtbar mit dem EM-Song "Wir sind groß" sowie der The Voice Kids-Teilnahme – nicht als Kandidat – ordentlich an seinem Bekanntheitsgrad geschraubt.

Auflockern mit Amanda

Den Aufheizer übernimmt die quirlige Berliner Künstlerin Amanda, die bereits mit Sido als Backroundsängerin getourt ist und dadurch Mark Forster, damals Support-Act, kennenlernte. So läuft das eben im Business.

Der groovige Soulpop mit Hip-Hop-Elementen und die hippen Texte mitten aus dem Leben gegriffen ("Der Himmel ist blau, das machen wir auch") passen optimal ins familienfreundliche Abendprogramm. Oder um es mit Amandas Worten zu sagen: "rischisch geil, Offenbach!" Wir werden sie nochmal bei "Au revoir" hören.

Press Play

Mark Forster positioniert sich mit seiner achtköpfigen Band, darunter drei Bläsern, hinter einem riesigen Vorhang, auf dem gemäß seines Albumtitels "Tape" ein Kassettenrekorder abgebildet ist. Ob das seine jüngeren Fans überhaupt kapieren?

Was mit "Sowieso" beginnt, ist ein kunterbunter Ritt durch die musikalische Historie des Popsängers, der mit alten Gassenhauern wie "Auf dem Weg" oder "Karton" und den Radio-Dauerbrennern "Au revior", "Wir sind groß", "Chöre" und der Ballade "Bauch und Kopf" endet. Insofern ist die Setliste mit den Hits am Ende clever gegliedert. So deep wie ein Nichtschwimmerbecken, aber warum weit raus schwimmen? Der Forster-Pop lockt auch so die Massen.

Bläser, Baby!

Damit das Ganze nicht zu eintönig wird, brillieren die Songs vor allem live durch einen deutlich druckvolleren, organischeren Sound und die bis ins kleinste Detail durchdachten Arrangements. Dabei haben auch die älteren Nummern einen Bläser-Anstrich erhalten und klingen teilweise ungewohnt anders.

Den Fanservice gibt es mit "Einer dieser Steine" in einer reduzierten Halbakustik-Version auf einer kleinen Bühne im hinteren Teil der Halle. Für "Schöner Scherbenhaufen" werden sogar die Harlem Gospel Singers live (zwinker, zwinker) via Skype dazugeschaltet und mit ulkigem Denglisch von Mark begrüßt.

Kinder im Konfettiregen

Eines ist klar: Mark ist gut drauf! Er und seine Band tragen vor allem mit ihrer unbändigen Spielfreude wesentlich zu der durchgängig guten Stimmung in der Halle bei. Immer wieder darf die Menge alleine Refrains und Chöre mitsingen, klatschen oder eifrig die Arme schwenken.

Und das lässt sich "Offebach" nicht zweimal sagen! Dazu werden aufsteigende Luftsäulen, kiloweise Konfetti und Goldglitter ins Rund geblasen. Irgendwie wie bei einem großen Kindergeburtstag. Somit bietet Mark Forster am Ende genau das, was seine Fans erwarten: ein Wohlfühlprogramm für die ganze Familie.

Setliste

Sowieso / Was Ernstes / Für immer Forever / Flash mich / Weiter (Right Now) / Immer immer gleich / Natalie / Die beste Nacht / Stimme / Karton / Selfie / Einer dieser Steine / Flüsterton / Königin Schwermut / Ey Liebe / Schöner Scherbenhaufen / Auf dem Weg / Au revoir / Wir sind groß / Willkommen zurück / Chöre / Bauch und Kopf

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