Das Gelände des Deichbrand Festivals 2016

Das Gelände des Deichbrand Festivals 2016 © Melina Rehhorn

Ausgelassene Menschen soweit das Auge reicht, Meeresluft und ein vielseitiges Programm: Das Deichbrand bietet auch in diesem Jahr neben den Headlinern viele Highlights und gute Laune. Die zehn besten Momente des Festivals haben wir für euch zusammengefasst.

Morgens von Möwen geweckt zu werden und Abends zur Abkühlung ins Meer zu springen, das geht nur beim Deichbrand Festival.

Beim Open-Air in Cuxhaven gibt es nicht nur zahlreiche Neuentdeckungen und Headliner wie Seeed, die Sportfreunde Stiller und Die Fantastischen Vier zu bestaunen, allein die ganze Atmosphäre ist schon eine Reise in den Norden wert. Nirgendwo sonst lässt sich Urlaub besser mit Festivalfeeling verbinden.

1. Das Wetter

Vier Tage Sonne satt. Egal ob Donnerstag beim Zeltaufbau, Freitag bei der ersten Band oder Sonntagabend zu den Klängen der Sportfreunde Stiller –  das Wetter hält und bietet neben herrlichem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel auch eine kühlende nordische Brise, ohne die die Mittagshitze wohl nicht so gut auszuhalten gewesen wäre.

Anstatt Schlamm gibt es in diesem Jahr reichlich verbrannte Nasen und gute Laune. Die Sonne kann man am besten in einem Strandkorb auf den angelegten Sanddünen auf dem Gelände genießen.

2. Die musikalische Vielfalt

Nicht weniger als sechs Bühnen hat das Deichbrand zu bieten, so dass jeder Besucher auf seine Kosten kommt. Angefangen mit den zwei Hauptbühnen, auf denen sich Newcomer und Headliner die Hände reichen, gibt es vor dem Haupteingang des Geländes noch weitere Bühnen. Inmitten des Zeltplatzes wird auf der Electric Island Bühne bis spät in die Nacht zu elektronischen Klängen getanzt, während man im Palastzelt nicht nur Schutz vor der Sonne findet, sondern auch die ein oder andere Lieblingsband erleben kann.

Appropos Lieblingsband, die ein oder andere Neuentdeckung findet man auch auf der Newport Bühne, wo ausschließlich weniger bekannte Bands spielen. Ein Muss sind hier die Alex Mofa Gang, Trümmer und We Invented Paris. Wer vom Tanzen nicht genug bekommt, hat auf der Red Bull Stage die Möglichkeit, bis in die frühen Morgenstunden zu feiern, während DJs wie die Drunken Masters oder DJ Vito, aka der DJ von Samy Deluxe, die Meute bespaßen.

3. Die ersten Bands am Freitag

Großes Highlight am ersten Festivaltag sind Razz, eine Indie-Rock-Band aus dem Emsland. Die Band schaffte es mit ihrem Debüt im vergangenen Jahr von der Schulbank auf die großen Festivalbühnen des Landes. Sie verzaubern das Deichbrand mit minimalistischen Gitarrenriffs und einer ungewöhnlichen Stimme, die unter die Haut geht.

Wer jedoch lieber abfeiern möchte, anstatt sich schönen einfühlsamen Klängen auszusetzen, hat am Freitag einiges auf der Liste. Angefangen mit den 257ers am frühen Nachmittag, bringen spätestens SDP am Abend das Gelände zum Beben. Da kann nur noch Alligatoah mit seinem ausgeklügelten Set eins drauflegen.

4. Der Headliner am Freitag

Das Deichbrand ist in diesem Jahr fest in der Hand von HipHop und jeglichen Arten von Sprechgesang. Eigentlich ein wenig schade für ein Open-Air, dass sich selbst als Rockfestival bezeichnet. Nichtsdestotrotz feiern die Leute die musikalische Bandbreite. Punkten kann der eigentliche Headliner, Die Fantastischen Vier, an diesem Abend jedoch nicht, dafür ist ihr Auftritt schlichtweg zu langweilig.

Dafür reißen Heisskalt als Kontrastprogramm das Palastzelt am Freitagabend fast ab. Eskalative Tanzeinlagen ziehen sich durch das Set der Stuttgarter. Wer nach dem Set von Heisskalt zurück zum Festivalgelände läuft, bekommt sogar noch die letzten zehn Minuten der Fantastischen Vier mit und hört so noch bekannte Hits wie "MFG" und "Troy" – völlig ausreichend.

5. Das Gelände

Strandkörbe, Sanddünen und viel Bespaßung neben dem Hauptprogramm auf den Livebühnen. Der Charme des Deichbrands liegt in der Liebe zum Detail. Selten gibt es auf Festivals so schöne Chill-Out-Areas, bei denen man zu einem kühlen Bier die Seele baumeln lassen kann und sich trotzdem die Acts der Hauptbühne im Sand liegend zu Gemüte führen kann.

Auch die Laufwege sind im Vergleich zu anderen Open-Airs relativ gering. Einzig die elektronische Bühne Electric Island ist abseits des Trubels, aber auch das ist kein Problem. Kleiner Kritikpunkt sind die ständigen Kontrollen beim Wechsel zwischen den Bühnen. Von den Hauptbühnen abgesehen liegen die weiteren Bühnen im Bereich der Zeltplätze, weshalb man beim Einlass stets kontrolliert wird.

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6. Der frühe Vogel fängt den Wurm

Früh aufstehen lohnt sich vor allem am Samstagmittag, denn um 12 Uhr stehen Milliarden auf der Bühne der Fire Stage und eröffnen das Gelände an diesem Tag. Mit viel Charme, frechen Texten und politischen Statments haben die Berliner die Meute ab der ersten Sekunde fest in ihrer Hand und bringen das Publikum trotz ernster Texte mit ihren mitreißenden Punk-Rock-Klängen zum Tanzen. Angesichts der guten Laune lässt es sich Sänger Ben Hartmann nicht nehmen, am Ende des Sets selbst ins Publikum zu hüpfen, um mit den Fans zu pogen.

Doch auch Lagwagon bringen ein paar Stunden später das Publikum mit ihrem Punk-Rock zum pogen. Während auf der Water Stage zahlreiche HipHop-Acts die Köpfe der Zuschauer zum kollektiven Nicken bringen, ist die Fire Stage fest in der Hand von kratzigen Gitarren. Egal ob Danko Jones, Millencolin oder Skunk Anansie – hier kommen Gitarrenfans auf ihre Kosten.

Auch das Palastzelt bietet am Samstag so manches Highlight, neben Bonaparte und OK Kid rocken besonders John Coffey die Bühne des Zelts.

7. Seeed im Haus

Wo Seeed drauf steht, ist auch Seeed drin. Zwar steht die Berliner-Kombo nicht im kompletten Aufgebot auf der Bühne, doch tut das der Stimmung am Samstagabend keinen Abbruch. Außerdem ist so mehr Platz für Peter Fox und Co., um auf der Bühne das Tanzbein zu schwingen. Ein Hit nach dem andern wird abgeschossen und sorgt für die wohl größte Tanzparty des Wochenendes. Band wie Publikum geben an diesem Abend ihr bestes.

Besonders Peter Fox hat mit seiner Stimme mehrmals zu kämpfen und entschuldigt sich im Laufe des Sets nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch bei seinen Bandkollegen. Macht nichts Peter, du überzeugst auch mit Reibeisenstimme.

8. Die Nähe zum Meer

Wer sich angesichts des beständigen Sonnenscheins nach einer Abkühlung sehnt, findet diese in der Nordsee. Nur 15 Minuten ist es mit dem Auto oder den Shuttlebussen bis zum Strand.

Egal ob Baden, Wattwandern, Muscheln sammeln oder Sandschlösser bauen - Cuxhaven bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich vom Festivaltrubel ein wenig zu erholen. Und ganz nebenbei: Hier hat wegen des Hafenbetriebs sogar am Sonntag fast alles geöffnet.

9. Highlights am letzten Tag

Friska Viljor sind DAS Highlight schlechthin am letzten Festivaltag. Die ausgelassenste Tanzparty findet am Sonntag im Palastzelt statt. Mit ihrem Wohlfühl-Folk-Rock versetzen die Stockholmer ihre Anhänger in Ekstase und trotz der Hitze wird ausgelassen im Zelt gefeiert, bis der Schweiß von der Decke tropft. Einfach nur entzückend.

Headliner sind an diesem Abend die Sportfreunde Stiller. Mitreisend und sympathisch führen die Bayern durch ihr Set und präsentieren dabei ihre größten Hits. Eigentlicher Headliner an diesem Abend sind jedoch K.I.Z, die wohl auch die größten Menschenmasse am Abschlusstag vor der Bühne versammeln.

Nicht nur Feuer und Konfetti wird von der Bühne abgeschossen, sondern auch der ein oder andere Hit. So wird das Gelände in kürzester Zeit in ein einziges Moshpit verwandelt. Eine schweißtreibende Weltuntergangsparty als Abschluss eines grandiosen Wochenendes. Zu Beginn des Festivals haben sich manche gefragt, weshalb K.I.Z am letzten Abend spielen, aber nachdem der letzte Ton verklungen ist, stellt man fest, dass es keinen besseren Abschluss hätte geben können.

10. Die Menschen

Frech, herzlich und ein bisschen verrückt ist das Publikum beim Deichbrand. Aber nicht nur die Festivalbesucher machen das Open-Air zu einem einmaligen Erlebnis, sondern auch die Menschen hinter den Absperrungen.

Selten trifft man Securitys, die so gut gelaunt sind und genauso abfeiern wie beim Deichbrand. Hier wird nicht nur permanent mit Wasserpistolen ins Publikum gespritzt, um für Abkühlung zu sorgen, sondern man begrüßt sich auch am Eingang. Familiär und charmant eben.

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