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Five Finger Death Punch & Papa Roach (Live in Frankfurt, 2015) © Manuela Hall

Hurra, Hurra, das Abrisskommando ist da: Wenn die Metalheroen Five Finger Death Punch zusammen mit Papa Roach auf Tour gehen, bleibt kein Stein auf dem anderen. Ein Glück, dass die Jahrhunderthalle in Frankfurt so stabil ist. Wir haben uns in den Moshpit gewagt.

Vier Bands an einem Abend ist schon eine Ansage. Wenn zwei davon auch noch zu den größten Rockgruppen der Gegenwart zählen, wundert es keinen, dass die Jahrhunderthalle in Frankfurt restlos ausverkauft ist.

Bei Anruf Trancecore

Schon am frühen Abend stehen Eskimo Callboy auf der Bühne, die wie ihre US-amerikanischen Metalcore-Kollegen Devil You Know die Rolle des Anheizers für ihre eigenen Idole übernehmen.

Mit viel Strobo, noch mehr Geshoute und brachialen Breakdowns ist das Eis schnell gebrochen und die Menge klatscht sich eifrig warm. Für eine wilde Trancecore-Party sind die Callboys aus Castrop-Rauxel sicherlich einen Anruf wert.

Lass das mal den Papa machen

"What's up, Frankfurt!" Mit einer unbändigen Energie brettern Papa Roach den Opener "F.E.A.R." aus der gleichnamigen, aktuellen Platte der Menge entgegen und beweisen einmal mehr, wer hier die Hosen anhat – einige aus den ersten Reihen mittlerweile nämlich nicht mehr – aus welchen Gründen auch immer. Die Securities haben jedenfalls mit den zahlreichen Crowdsurfern alle Hände voll zu tun.

"We are grateful to be here tonight with you motherfuckers", ruft Energiebolzen Jacoby Shaddix ins weite Halbrund. In 90 Minuten liefern die Chefkakerlaken einen schweisstreibenden Mix quer durch ihre Diskographie: Sowohl ältere Nummern wie "Getting Away With Murder", "Scars", "Be Loved" oder "Last Resort" als auch neues Material wie "Broken As Me", "Gravity" oder der musikalische Dampfhammer "Where Did The Angels Go" stehen auf dem Programm.

Hier bleiben keine Wünsche offen und bei dieser Show sowieso nicht. Papa Roach sind Garanten für ein astreines Rockspektakel. "You love that shit, huh?!" Eindeutig eine rhetorische Frage am heutigen Abend, der noch lange nicht zu Ende ist.

Teuflisch

Wer nach Papa Roach nicht schon fix und alle ist, der kann seine Restenergie bei den Mannen mit dem Schlagring-Logo loswerden: Five Finger Death Punch mitten in die Magengrube – klingt schmerzhaft, ist aber durchaus sehr unterhaltsam. Der Sechser lässt die Riffs sprechen und wartet mit beeindruckender Gitarrenarbeit auf.

Optisch irgendwo zwischen Limp Bizkit und Mad Max, präsentieren die US-Metaller Material aus ihrem brandneuen Album "Got Your Six" sowie ältere Nummern wie das mächtige "Burn It Down", "Under And Over It" oder "Lift Me Up", die von tausend gestandenen Männer-Kehlen mitgesungen werden.

Power-Paket

"Ready to have some fun?", schreit Frontmann Ivan Moody und bekommt kollektives Gegröhle als Antwort. So läuft Kommunikation bei echten Männern. Dafür sind Nummern wie "Jekyll & Hyde" mit seinen "Oeoeoe"-Chören prädestiniert. Für Moshpit-Veteranen gibt's dann noch "Burn Motherfucker" und als krassen Kontrast eine atmosphärische Akustik-Version von "Wrong Side Of Heaven". Ja, Mr. Moody kann nicht nur furcheinflößend schreien. Nebenbei wird sich auch um die Fans gekümmert, Autogramme gegeben und Hände geschüttelt. Eine Hand voll Zuschauer darf sogar auf die Bühne.

Mit Five Finger Death Punch & Papa Roach haben sich zwei Genre-Größen zusammengetan, um gemeinsam mit den mit den beiden Special-Guests Devil You Know und Eskimo Callboy die Herzen der hiesigen Metal-und Rockgemeinde höher schlagen zu lassen. Herausgekommen ist ein brettharter Abend, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird – blaue Flecken und Nackenschmerzen inklusive.

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