Albert Hammond (Pressefoto, 2013)

Albert Hammond (Pressefoto, 2013) © Sony Music

Albert Hammond ist der Strippenzieher im Hintergrund und hat schon für unzählige Stars wie Tina Turner, Johnny Cash oder auch Diana Ross Welthits geschrieben. Jetzt ist der Sänger und Songwriter mit all seinen Songs auf Songbook-Tour und machte dabei Halt im Capitol in Mannheim.

Ohne Support Act betritt Albert Hammond kurz nach 20 Uhr mit seiner Band die Bühne und steckt das Publikum sofort mit seiner guten Laune an. Die Zuschauer können sich vor Freude kaum auf den Stühlen halten und jubeln. Bis auf ein paar einzelne Sitzplätze ist das Capitol so gut wie ausverkauft.

"It's good to be here Mannheim", ruft Albert Hammond in sein Mikrofon und stimmt einen seiner bekanntesten Songs "Down By The River" an. Die meisten im Raum sind textsicher und so wird der Refrain lauthals mitgesungen. Zwischen den Songpausen erzählt er immer kleine Geschichten über die Entstehung bestimmter Songs oder für wen er sie ursprünglich geschrieben hat.

Der Strippenzieher im Hintergrund

"In 1970 when I first came to LA...because England got small, you know? So I asked the taxi driver what those beautiful colors were and he laughed at me and said it was polution, so this is where the idea to 'Down By The River' came from."

"I will take you back to the sixties", ruft Albert und fragt ins Publikum wer diese Zeit überhaupt mitbekommen hat und schon gehen ein paar Hände in die Höhe. Auch das Bühnenbild versprüht die Atmosphäre aus früheren Jahrzehnten und erinnert an ein altes Aufnahmestudio.

Kleine Geschichten zu den Songs

Man hat stellenweise das Gefühl Cover-Versionen von bekannten Songs zu hören, dabei steckt Albert Hammond hinter all diesen Hits, doch kennt man sie von Künstlern wie Tina Turner, Whitney Houston oder auch Johnny Cash. Appropos Johnny Cash, für ihn hat Albert auch einen Song geschrieben – "Praise the Lord" heißt das gute Stück und wird als nächstes angestimmt.

"Johnny Cash is another great man I worked with. I also played a show with him and Bruce Springsteen years ago and then backstage Johnny asked me if I will write a song for him and I was like: Sure Johnny, I'd do anything for you. So he said: Come to Tennessee with me, I will even cook for you", erzählt Albert Hammond und schwelgt dabei in Erinnerungen.

Auch produzierte er einen Song für eine TV Show in den 60ern und performte so gleich "Gimme Dat Ding" wobei man sichtlich bemerkte, dass er viel Freude an dem Song hat und auch die hohen Töne bereiteten ihm keine Schwierigkeiten. "Oh I love the sixties, they were so much fun."

Nähe zum Publikum

Albert Hammond sucht immer wieder die Nähe zum Publikum. "If you got any song requests just let me know", bietet er an und sofort wünscht sich eine Besucherin den Song "Candlelight", den er darauf anspielt, der jedoch nicht ganz gelingt. "I can't remember the rest of the song", ruft er nach dem ersten Refrain und spielt daraufhin sein Set weiter.

Als er den von Tina Turner bekannten Song "I Don't Wanna Lose You" anstimmt, fordert er alle zum Mitsingen auf. "Don't let me down Mannheim. Hamburg was great, Berlin was great but Mannheim has to be good too." Und das Publikum enttäuscht ihn nicht, denn textsicher stimmen sie alle in den Refrain ein. "When I go back to Berlin I can tell them Mannheim was as great as Berlin. Thank you Mannheim."

Hammond genügt es jedoch nicht, sein Publikum nur von der Bühne zu sehen und so geht er auf Tuchfühlung. Bei "When You Tell Me That You Love Me" kommt er von der Bühne herunter und schüttelt den Zuschauern im Publikum nach und nach die Hand als Dankeschön für ihr Kommen.

"This goes out to the wonderful Whitney"

Spätestens bei "One Moment in Time" hält es niemandem mehr auf seinen Stühlen: das ganze Publikum tanzt und klatscht im Takt mit. Einige stellen sich sogar vor die Bühne um mehr Platz zum Tanzen zu haben. "This goes out to the wonderful Whitney Houston", sagt Albert.

Ohne vorher die Bühne zu verlassen, spielt Hammond eine Zugabe, bei der es kein Halten mehr gibt. Der ganze Saal steht, tanzt, klatscht und singt die Songs laut mit. Als bei "I'm A Train" der letzte Takt verklingt und Albert Hammond sich vom Publikum verabschiedet, sind die Zuschauer noch nicht bereit nach Hause zu gehen. Lautstark verlangen sie nach einer weiteren Zugabe, die sie Sekunden später auch bekommen.

Sichtlich gerührt bedankt sich Albert noch einmal bei allen und spielt drei weitere Songs als Zugabe für seine Fans. Mit "It Never Rains In Southern California" endet sein zweitstündiges Set und es gibt neben Standing-Ovations auch Jubelrufe und tosenden Applaus für den Songwriter. "Thank you Mannheim, have a great night", bedankt sich Albert und verspricht, dass er später für Autogramme und Bilder noch zur Verfügung stehen wird. Ein echter Weltstar zum Anfassen eben!

Setlist

Everything I Want To Do | Down By The River | I Don't Want To Live Without Your Love | Rebecca | Careless Heart | Little Arrows | Freedom Come, Freedom Go | Good Morning Freedom | Gimme Dat Ding | Don't Turn Around | Praise The Lord | Candlelight | I Think I Go That Way | New York City Here I Come | Smokey Factory Blues | When I'm Gone | These Are The Good Old Days | Brand New Day | I Don't Wanna Die in an Air Disaster | The Peacemaker | 99 Miles From LA | To All The Girls I've Loved Before | I Don't Wanna Lose You | When You Tell Me That You Love Me | One Moment in Time | Nothing's Gonna Stop Us | When I Need You | I'm A Train | The Air That I Breathe | The Free Electric Band | It Never Rains In Southern California

Alles zum Thema:

albert hammond

Das könnte Sie auch interessieren