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Söhne Mannheims (live in Mannheim, 2014) © Stefan Solf

Die Söhne Mannheims gibt es nun schon seit fast 20 Jahren, trotzdem müssen sie sich gerade in der letzten Zeit wieder neu beweisen. "Das geht doch gar nicht ohne Xavier", meinten viele Fans. Nichtsdestotrotz erschien vor kurzem ihr neues Album "ElyZion", das erste seit dem Abgang ihres berühmten Chef-Predigers. Jetzt haben die Söhne einen Abstecher in die Heimat gemacht und ihre Botschaft im Mannheimer Rosengarten verkündet und gezeigt, dass sie auch ohne den ehemaligen Anführer überzeugen.

Als Support-Act sind an diesem Abend Luis Laserpower dabei. Stolz verkünden sie, dass sich auch ihre Band in Mannheim gefunden hat. Das magische Mannheim-Karma eben. Die vier Musiker wirken ein wenig verloren auf der riesigen Bühne, liefern aber eine solide Show ab.

Solide Laserpower, lahmes Publikum

Die Songs sind innovativ und gehen ins Ohr, Sänger Luis überrascht mit gekonnten Beatboxing- und Rap-Einlagen. Kurz gesagt: An Luis Laserpower liegt es definitiv nicht, dass im Mozartsaal noch keine Stimmung aufkommt.

Selbst auf gezielte Aufforderungen zum Klatschen oder Mitsingen reagiert das anwesende Publikum verhalten bis gar nicht. Mensch Mannheim, was war das denn? Luis Laserpower hätten mehr Aufmerksamkeit verdient.

Neue Gesichter – neuer Anführer

Nach der Umbaupause kommt endlich Leben in die Menge, Rufe nach den Söhnen Mannheims werden laut – das Erste, was man vom Publikum an diesem Abend hört. Obwohl immer mehr Zuschauer in den Saal strömen, fällt auf, dass der Mozartsaal bei weitem nicht ausverkauft ist.

Dann geht es los: Die Söhne Mannheims eröffnen mit einem Song vom neuen Album: "Wenn es um Liebe geht". Gleich fällt auf: Hier wurde einiges umgemodelt. Neuer Chef scheint Henning Wehland zu sein, der bereits seit sieben Jahren Teil der Söhne-Familie ist. Neu dazugekommen sind dieses Jahr Edward Mclean am Bass, Jonny König an den Drums und Dominic Sanz am Gesang. Die Familie ist um einiges jünger geworden, und das steht ihnen.

Der Fluch des Xavier

Schon vor Beginn der Show war es das Thema unter den Zuschauern: Wie wird es ohne Xavier Naidoo? Besser? Schlechter? Diese Frage scheint die Fans zu spalten. Halten wir fest: Die Söhne Mannheims sind und waren nie die Background-Truppe des Mannheimer Soul-Barden, das merkt man vor allem jetzt, wo sie ohne ihn unterwegs sind.

Alle dreizehn sind Spitzenmusiker, das Gesamtpaket mit zwei Schlagzeugern, einem DJ, zwei Gitarren, zwei Rappern, Bass, Keyboard und ganzen vier Sängern einfach gigantisch. Salopp gesagt: Die Söhne Mannheims könnten auch die Gesundheitshinweise auf einer Zigarettenschachtel vorsingen, man würde wahrscheinlich trotzdem eine Gänsehaut bekommen.

Bunte Mischung

Die Söhne Mannheims scheinen in ihrer Neuauflage noch experimentierfreudiger geworden zu sein, gerade die neuen Songs wie "Großstadt", "Back to you", "Wir leisten es gern" oder "Vorspuln durchdrehn" zeigen eine große musikalische Bandbreite.

Man nehme eine gehörige Portion Soul, mische das Ganze mit Reggae, Hip Hop, Rap, fetten Beats und rockigen Gitarren und bekommt: von allem etwas. Die Mischung aus alten und neuen Songs sorgt für den nötigen Abwechslungsreichtum, der Schnulzen-Faktor ist gerade richtig und das ganze Konzept des Abends sehr stimmig.

"Hallo Familie!"

Obwohl die Nähe zum Publikum über weite Strecken etwas zu wünschen übrig lässt, rücken gegen Ende doch alle noch ein Stückchen näher zusammen: "Und wenn ein Lied", die erste Zugabe, wird fast vollständig vom Publikum gesungen, einzig Keyboarder Florian Sitzmann und die Sänger Dominic Sanz und Tino Oac bleiben auf der Bühne.

Sehnsüchtig erwartet das Publikum die Mannheim-Hymne "Meine Stadt", die sogar bei Zugezogenen Heimatgefühle weckt!  Für die Musiker ist das ein besonderer Moment, Sänger Tino Oac nutzt schnell die Gelegenheit ein paar Grüße loszuwerden: "In Mannheim zu spielen ist immer etwas besonderes, weil die Familie da ist. Hallo Familie!"

Die neuen Söhne

Die Söhne Mannheims haben sich aus dem Schatten von Xavier Naidoo herausgespielt, die einzelnen Akteure wirken gleichberechtigt und harmonieren perfekt miteinander.

Wer auf die One-Man-Show des einstigen Rudelanführers steht, sollte eines seiner Solokonzerte besuchen, alle anderen jedoch sind bei der Neuauflage der Söhne sehr gut aufgehoben.

Setlist

Wenn es um Liebe geht // Power of the Sound // Großstadt // Augenblick // Vielleicht // Deine Waffe ist die Liebe // Keep Moving On // Hier kommen die Söhne // Zurück zu dir // Geh davon aus // Vorspuln durchdrehn // Wir leisten es gern // Oben oder unten // Im Interesse unserer Gemeinschaft // Second To Die // Wenn ich die Liebe nicht finde // Das hat die Welt noch nicht gesehen // Dein Leben

Zugaben: Und wenn ein Lied // Meine Stadt // Can You Feel It // Back To You

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