Auf dem Pressefoto noch in der heißen Wüste unterwegs, im Oktober aber wieder im kälteren Berlin: The BossHoss.

Auf dem Pressefoto noch in der heißen Wüste unterwegs, im Oktober aber wieder im kälteren Berlin: The BossHoss. © Universal Music

Cowboyhüte, Lederhosen und Schnauzbartträger: In der Berliner Max-Schmeling-Halle veranstalteten The BossHoss eine zünftige Lasso-Sause für 12.000 verkappte Bullenreiter. Yee Haw!

Gestern Abend in Berlin: Ein lauer Oktobertag neigt sich dem Ende zu. Während sich die Hauptstädter so langsam aus den unzähligen Straßencafés in Richtung Heimat verabschieden, versammelt sich vor der Max Schmeling Halle eine 10.000-köpfige Partygesellschaft, für die der Abend erst jetzt so richtig losgeht. Der Grund: The BossHoss laden zum Lasso-Tanz.

Spree-Cowboys mit der Lizenz zum Feiern

Unzählige Motorrad-Club-Anhänger, komplette Fußballmannschaften und kreischende "The Voice Of Germany"-Fanclub-Mitglieder blicken um kurz vor neun gespannt auf einen überdimensionalen Band-Banner, der vom Dach der Halle bis in den Fotograben reicht.

Dann ist es endlich soweit. Strobo-Lichter flackern auf. Der Vorhang fällt. Und da stehen sie dann: Zehn, in Tigerkutten gehüllte Spree-Cowboys mit der Lizenz zum Feiern.

Kollektives Dauergrinsen

Schon nach wenigen Minuten steht die Halle Kopf. Auch die beiden Band-Chefs Alec "Boss Burns" Völkel und Sascha "Hoss Power" Vollmer haben nach nicht einmal fünf gespielten Akkorden bereits ein Dauergrinsen im Gesicht.

Alles passt. Der Sound kommt fett und die Lichtshow ist ein echter Hingucker. Groovende Mississippi-Klänge á la Do It und Whatever im Verbund mit härteren Rockern (Bull Power) und akustischen Lagerfeuer-Einschüben (Personal Song) lassen in der Folge beste Stimmung entstehen.

Crowdsurfing inklusive

Zwar verursachen Alec Völkels permanente "put your hands in the air"-Animationen und Vollmers klischeetriefende Songansagen den ein oder anderen Fremdschäm-Moment, doch das sorgt am Ende nur für kleine Flecken auf einer ansonsten blütenweißen Performance-Weste.

Mit drei Sombrero-Bläsern, einem Blues Harp vernarrten Vollbauch-Zwerg und einem pumpenden Kontrabassisten an ihrer Seite geben die beiden Casting-Juroren an vorderster Front gute zwei Stunden lang Vollgas. Als sich Alec Völkel dann auch noch die Kutte vom Leib reißt und sich halbnackt von seinen Fans auf Händen tragen lässt, kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr.

God loves Cowboys

Mag sein, dass der Sound der Hauptstadt-Daltons in den heimischen Wänden nur bedingt Erinnerungen an verwegene Prärie-Urlaube weckt, doch live haben die Mannen von BossHoss alle Zügel fest im Griff.

Und so reiben sich am Ende reichlich Lederhosen aneinander, während sich über den Köpfen des Publikums dutzende Cowboyhüte imposante Flugduelle liefern: "God loves Cowboys, believe it or not – so if you mess with BossHoss, you mess with God." Da ist zumindest live was dran.

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