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Gentleman (live beim Da Capo Festival in Alzey) © Anna Martin

Wenn ein Künstler sein Publikum auch ohne passende Rahmenbedingungen begeistern kann, dann macht er sehr viel richtig. Und Gentleman hat seinem Publikum am 8. August beim Da Capo in Alzey auch ohne Sonne und warmes Wetter richtig eingeheizt!

Im lauschigen Schlosshof in Alzey wartet das Publikum beim Auftakt des Da Capo Festivals zwischen den altehrwürdigen Bäumen auf den Beginn der Show. In der Luft liegt zeitweise der zarte Hauch von Gras. Dann betritt zunächst der gutgelaunte Solomon Seed mit seiner Band die Bühne. Er hat diesen Auftritt über eine Booking-Aktion von Gentleman bei Backstage PRO gewonnen (regioactive berichtete).

Mit viel Schwung und einem extrem coolen Saxophonisten an seiner Seite gibt er in der halben Stunde seines Auftritts mächtig Gas. Er performt Hits wie Sweet Maria und tanzt dabei mit der Gitarre quer über die Bühne. Damit erreicht er aber leider nur den vorderen Bereich der Zuschauer. Die allerdings wissen seine Performance zu schätzen und feiern ihn entsprechend.

Am Ende gibt es Faustkontakt mit den Fans und danach mischt sich Solomon Seed selbst unters Publikum und geht zu Gentleman sehr lässig ab. 

Ein echter Gentleman

Mit dem Intro der Show beweist Gentleman, dass er ein Künstler mit großem Selbstbewusstsein und eben ein echter Gentleman ist. Denn ganz cool überlässt er den ersten Song seinen beiden bezaubernden Backgroundsängerinnen. Erst danach stürmt er die Bühne und hat ab sofort das gesamte Publikum komplett im Griff.

Mit Songs wie The Journey aus seinem neuen Album New Day Dawn nimmt er seine Fans mit auf eine Reise. Auch wenn das Wetter aus dem Event keine Beachparty gemacht hat, animiert er die Fans, ihm mit den Feuerzeugen "Fire" zu geben – auch so kann Summerfeeling entstehen. 

Aber nicht immer muss er das Publikum animieren. Oft genug übernehmen die textkundigen Fans selbst den Gesang, zum Beispiel bei Intoxication. Gentleman wiederum verführt die Zuschauer, ihm auf der Road of Life zu folgen, während er ihnen seine eigene Love Story erzählt und den Fans tiefe Einblicke in sein Seelenleben gibt. 

Spirituelle Momente

Wie tiefgängig die Taten und Worte von Gentleman sind, zeigt sich an diesem Abend gleich in mehrfacher Hinsicht. Zunächst erinnert er an den inzwischen verstorbenen Sänger Sugar Minott, mit dem er 2010 gemeinsam den Song Good Old Days aufgenommen hatte. Dann singt er von "Liberty" und "Diversity" als Verbindung zu den Menschen in Kairo und für die Protestbewegung auf dem Taksim-Platz in der Türkei. 

Bei den Zugaben treten dann auch die Taten hervor. Denn während er Superior performt, holt er einen in der Region sehr bekannten Künstler als Special Guest auf die Bühne. Fast jeder erkennt den bulligen Sänger mit dem Hut sofort: Es ist Rolf Stahlhofen.

Der weiße Sänger mit dem Soul in der Simme hat vor einigen Jahren das Projekt Water is Right ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist, die Wasserversorgung zu dezentralisieren und somit für alle Menschen dieser Welt bezahlbar zu machen. Gentleman, der diese Probleme von seinen Reisen nach Jamaika und in viele andere arme Regionen der Welt nur zu genau kennt, ist ein aktiver Unterstützer dieser Initiative. Er ruft dazu auf, dieses Projekt zu fördern.

Die Zugabe als Wunschkonzert

Gentleman ebenso wie seine grandiose Live-Band The Evolution beweisen gegen Ende des Konzerts nochmal großes Improvisationstalent. Denn ohne jede Setliste für die nächsten Songs beugt sich Gentleman zu den Fans und fragt einfach, welche Songs sie hören wollen.

Nach kurzer Rücksprache folgt eine Ansage des Titels an die Band und schon geht's los. Das Publikum springt und feiert eine Riesenparty, die mit dem schon erwähnten Superior ihren emotionalen Höhepunkt hat.

Zum Abschluss gibt es noch zwei ruhige, sehr gefühlvolle Songs. Damit klingt der Abend leise aus.

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