Impressionen Reeperbahn Festival (Hamburg, 2019)

Impressionen Reeperbahn Festival (Hamburg, 2019) © Falk Simon

Das Reeperbahn Festival in Hamburg wird 2020 inmitten der Coronakrise stattfinden. Das bedeutet fundamentale Veränderungen in der Durchführung des Festivals. Die ersten Eckpunkte des neuen Konzepts sind nun bekannt.

Während zahlreiche Festivals in Deutschland aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt und verschoben werden, arbeiten die Veranstalter des Reeperbahn Festivals an einem Konzept, um das 15. Clubfestival in Hamburg vom 16. bis 19. September auf eine Weise stattfinden zu lassen, die die Sicherheit aller Beteiligter gewährleistet.

Damit will das Reeperbahn Festival die Möglichkeiten ausloten, unter welchen Bedingungen Kulturveranstaltungen in Zeiten der Corona-Pandemie durchgeführt werden können.

Die Veränderungen

Da das Reeperbahn Festival ein neues Konzept erarbeiten muss, um die Einhaltung der geltenden Regeln zu gewährleisten, wird sich das Festival stark von dem der Vorjahre unterscheiden. 

Das Reeperbahn Festival wird daher Abstands- und Hygiene-Vorgaben sowie an manchen Orten eine Masenpflicht einführen. Außerdem müssen die Aufenthaltsorte der Besucher erfasst werden, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können. 

Verkleinerte Ausführung

Das Festival wird in kleinerem Umfang stattfinden: Statt täglich zwischen 8.000 bis 15.000 Besuchern wie in den Vorjahren, können in diesem Jahr nach derzeitigem Stand lediglich bis zu 4.200 Personen das Event pro Tag besuchen, darunter bis zu 1.600 Fachbesucher.

Auch die Anzahl der Clubs verringert sich von den üblicherweise 90 auf gut 30 Clubs, Theater und Open-Air-Spielorte.

Pro Abend werden etwa drei Konzerte stattfinden und nicht fünf, wie es zuvor der Fall war. Grund dafür ist, dass die Spielorte vorraussichtlich nach jedem Konzert komplett geräumt, gelüftet und desinfiziert werden, bevor neue Besucher für das nächste Konzert eingelassen werden.

Hinzukommt, dass nur die Hälfte der Panel-Sessions und andere Formate für die Fachbesucher stattfinden werden.

Generell kann es aufgrund des deutlich erhöhten logistischen Aufwands zu Verzögerungen im Ablauf kommen, weswegen das Reeperbahn Festival auf Verständnis, Verantwortungsbewusstsein und Kooperationsbereitschaft aller Teilnehmer angewiesen ist.

Das Programm

Auch das diesjährige Konzert-Programm ist deutlich reduziert. Es werden nach aktueller Planung etwa 350 Konzerte sowie 30 Programmpunkte aus den Bereichen Art, Word und Film stattfinden.

Auf den etwa 100 Programmpunkten des Sessions-Programm werden die ökonomischen und künstlerischen Fragen und Herausforderungen rund um die Pandemie thematisiert, denen die Musikkultur und -wirtschaft aktuell ausgesetzt ist.

Das Programm weist auch nicht die übliche Internationalität auf, denn es ist hauptsächlich geprägt von Künstlern aus Europa. Tash Sultana, Mine, Anna Calvi, Alice Phoebe Lou, Niklas Paschburg und RY X können beispielsweise 2020 nicht dabei sein, weswegen ihre Konzerte auf 2021 verschoben sind.

Aber auch neue Künstler sind in das Programm aufgenommen worden, wie beispielsweise das britische Post-Punk-Quartett shame sowie die Kollaboration von Gisbert zu Knyphausen & Kai Schumacher. Hier gibt es eine Übersicht aller bisherigen Verschiebungen und Absagen.

Ticketinhaber haben drei Möglichkeiten

Wer Teil des Reeperbahn Festivals 2020 sein möchte, kann das Ticket einfach behalten. Außerdem ist eine Umschreibung auf das nächste Jahr möglich sowie die komplette Stornierung. Alles Weitere zu den Tickets gibt es hier.

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