Linkin Park (Pressefoto, 2008)

Linkin Park (Pressefoto, 2008) © BB Promotion

Es ist warm und die Sonne scheint unermüdlich vom strahlend blauen Himmel, während sich vergangenen Donnerstag tausende von Musikfans auf den Weg zum Cannstater Wasen in Stuttgart machen. Das gemeinsame Ziel: Der Auftritt von Linkin Park.

{image}Eine klare Strukturierung des riesigen Geländes sowie eine gut durchdachte Organisation entzerren die Massen und sorgen für einen entspannten Besuch des Konzertes. Essensgerüche aller Art mischen sich mit der in der Luft liegenden gespannten Vorfreude der zahlreich erschienen Zuschauer – ein angenehmes Knistern. Es ist eines von gerade einmal zwei Konzerten, welche Linkin Park dieses Jahr in Deutschland spielen. So verwundert es auch kaum, dass sich diesmal zwei Bands die Ehre geben, dem Headliner des Tages vorab etwas Stimmung unter die Menschenmasse vor der Bühne zu bringen.

{image}Funeral for a Friend, eine fünf köpfige Band aus Wales, sorgen für erste Hochstimmungen an diesem Abend. Mit fulminanten Gitarrensounds kann die Band das Publikum begeistern und überzeugt mit sicherem Auftreten. Ebenso wie Funeral for a Friend geben auch Coheed and Cambria ihr bestes auf der riesigen Openair-Bühne und machen mit schmetternder Bassdrum und wirbelnden Gitarrenriffs Lust auf mehr. Die Progressive-Rock-Band aus New York versteht es, sich mit teils düsteren, teils melodischen Stücken den Fans näher zu bringen. Ihre Songs handeln nicht, wie für gewöhnlich, von verschiedenen Themen, sondern erzählen eine zusammenhängende Science-Fiction-Geschichte.

Während in Stuttgart allmählich die Sonne gen Horizont sinkt erreicht die Vorfreude der mittlerweile unzähligen Linkin Park-Fans ihren Höhepunkt. Es wird geklatscht, gejubelt und gesungen. Und das Ganze, bevor die Band die Bühne überhaupt betreten hat. Als es dann soweit ist, die Techniker nehmen ihre Plätze ein, letzte Vorbereitungen werden getroffen, steigern sich die Zurufe in ungehaltene Schreie der Freude.

{image}Die zahllosen Lautsprecher der Bühne setzten ein und lassen die ersten Töne des bevorstehenden 90-minütigen Konzertes hinaus in die Weite ziehen. Vorne, hinten, selbst auf den Tribünen und am Rande des Platzes springen und tanzen die Fans zu den Liedern ihrer Band. Während bei den Texten der beiden Vorbands niemand so richtig mitsingen konnte, verwandelt sich die Menge nun in einen riesigen Chor, der sämtliche Verse und Strophen auswendig zum Besten geben kann. Linkin Park lassen auch nicht lange auf die beliebtesten ihrer Stücke warten und so geben sich bereits kurz nach Konzertbeginn Songs wie Shadow of the Day und What I´ve Done die Hand. Aber auch Leave out all the Rest und absolute Klassiker wie Numb dürfen natürlich nicht fehlen und verwöhnen die Ohren der Zuschauer. Die Show ist perfekt durchgeplant und neben Klavier- und Schlagzeug-Soli funktionieren auch die Übergänge zwischen den einzelnen Stücken schon fast zu perfekt. Die Arbeit mit dem Publikum selbst kommt neben all der Professionalität fast etwas zu kurz. Ein kleines Schmankerl jedoch haben die sechs Jungs aus den USA noch im Gepäck: Sänger Chester Bennington präsentiert mit seiner Zweitband zum ersten Mal drei Stücke aus dem bald erscheinen Album der Band live. Dead by Sunrise klingen zwar kommerzieller und jugendlicher als Linkin Park, können aber aufgrund unübersehbarer Parallelen dennoch die Masse überzeugen.

Der Himmel färbt sich rot und auch der Mond hat seinen Weg ans Himmelszelt bereits gefunden, als Linkin Park schließlich noch einmal die Bühne betreten. Ihre aktuelle Single New Divide findet schließlich ihren Weg zu den Ohren der Fans, ebenso wie zahlreiche ältere Lieder. Nach exakt eineinhalb Stunden verlässt die Band die Bühne. Zugaben gibt es keine, dennoch ist das Publikum zufrieden und man trifft den gesamten Abend noch in Erinnerung schwelgende Musikbegeisterte in Stuttgart an.

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