Scuzzlebutt Festival

Scuzzlebutt Festival

16 Bands an zwei Tagen sorgten beim Scuzzlebutt Festival auch in diesem Jahr wieder für Begeisterung, getreu dem Scuzzlebutt-Motto "Helping Kids To Rock". Auch Regen am Freitag und der daraus resultierende schlammige Untergrund taten der guten Stimmung unter den ca. 700 Besuchern keinen Abbruch.

{image}Schon seit sechs Jahren versammelt sich eine stetig wachsende Gruppe Musikbegeisterter in der südpfälzischen Pampa (der "Keschdebusch" bei Kapellen-Drusweiler), um einer etwas in Vergessenheit geratenen griechischen Gottheit zu huldigen. Nein, nein – kein heidnischer Satanskult! Und mit Religion hat das alles auch nichts zu tun. Die Figur des Dionysos passt eben nur zu gut zur Beschreibung des Scuzzlebutt Festivals und seiner Motive. Denn Dionysos, als Gott der Ekstase, des Theaters, der Freude, des Weins, der Feste und Ausschweifung, hätte an diesem Festival seine Freude. Schließlich geht es hier nur um eines: Die Musik!

Ausschweifung und Ekstase sind dabei nur die natürlichen Folgen und in diesem Sinne herrschte auf den vergangenen Scuzzlebutt-Festivals auffällig viel davon. Das liegt auch zu einem guten Teil an den Organisatoren des Festivals, die sich jedes Jahr um ein hervorragendes Line-Up aus jungen und (zumeist) talentierten Bands bemühen. Das Scuzzlebutt hat sich deshalb bei Bands sowie dem Publikum einen guten Ruf erarbeitet. Die Maxime der Vereins hinter dem Festival: Die Förderung junger Bands.

{image}In diesem Jahr eröffneten Perry O'Parson den Freitag Abend mit einem Akustikset. Neben älteren Liedern konnte man auch einige Eindrücke von ihrem neuen Album In Our Time of Need gewinnen. Tipp: Diese Band im Auge bzw. Ohr behalten, beispielswiese bei ihrem Auftritt auf der Hauptbühne bei Das Fest in Karlsruhe am 24. Juli. Schwitzke & Venturini übernahmen anschließend die Akustikgitarren und brachten mit Harmoniegesang à la Crosby, Stills, Nash and Young besten Folk zu Gehör. Doch genug der leisen Töne, denn danach gaben The Carpulets ihr Bühnendebüt. Das Quintett gab klassischen Alternative-Rock im Stile der 90er-Jahre zum Besten, wobei Abwechslung und Überraschung fehlten. Die Freiburger Band Sassenach, mit deutschsprachigem Pop-Punk, und Mr. Winterbottom, mit ordentlich punkigem Rock'n'Roll, konnten danach das immer zahlreicher werdende Publikum begeistern. Den Abschluss des ersten Tages übernahmen Miss Camaro aus der Südpfalz.

{image}Der zweite Tag des Festivals begann schon um 15:30 Uhr mit Auftritten von Amaretto, The Clue und Boris Lehmann. Der Abend wurde von Dusty Bones mit Schweinerock eingeleitet. Kamda Fadchma, mit blanker Brust und höchstwahrscheinlich Motörhead auf dem iPod, setzen den Höhepunkt des Abends. Roh, gekonnt und direkt! Das machte es für Tinnitus, die nachfolgenden vier Punkrocker aus Bonn, umso schwieriger – doch die Rheinländer präsentierten ihren Sound überzeugend und haben so sicher einige Fans in der Südpfalz gewonnen. Ganz andere Töne lieferten dann Shy Guy At The Show ab. Mit Keyboard, Pathos und ihrem extrovertiertem Frontmann bot die Band aus Mannheim, die 2008 schon auf dem Southside-Festival spielte, eine gute Show. Wer The Killers mag, ist auch hier an der richtigen Adresse. Garden Of Eden aus Heidelberg, mit Alternative Rock, und Stroke Unit aus dem Ruhrpott, mit einer Ladung metallastigem Progressive Rock, rundeten das Festival ab und hinterließen vollauf zufriedene Besucher.

Und während man zufrieden und mittlerweile leicht müde in die Weinberge rund um das Festivalgelände schaute, meinte man den auffälligen Schatten eines Satyrs zu erblicken. Was diesen wohl in die Südpfalz verschlagen hatte?

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