Soulfly

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Erst ein Jahr ist es her, dass die Truppe um Mastermind Max Cavalera in der Festhalle Durlach gastierte. Da seit jener „Dark Ages“-Tour zum entsprechenden Album im vergangenen Jahr kein neues Material mehr veröffentlicht worden ist, wusste das Publikum in Karlsruhe recht gut, worauf es sich einließ.

Die Location hätte einigen mehr als den rund 600 angereisten Fans Platz geboten. Der etwas verhaltene Ticketabsatz war möglicherweise auch auf den Eintrittspreis von 27 Euro zurückzuführen, den viele als relativ hoch empfunden hatten. Für die Anwesenden erwies sich dies jedoch nicht unbedingt als negativ, schließlich wurde auch die nicht ausverkaufte Hütte innerhalb kürzester Zeit erwartungsgemäß in eine stickige Sauna verwandelt. Bereits kurz nach 21 Uhr forderten die Fans mit "Soulfly"-Sprechchören lautstark das Ende der Umbaupause.

Seiner Vorfreude entsprechend gab das Publikum (und die Band) dann auch gleich richtig Gas, als Metalkrieger Cavalera im Camouflage-Outfit die Bühne betrat. „Un, dos tres“ sprach der Meister zum Volk und legte mit seinen Mitstreitern los. Für längere Zeit sollten das auch die einzigen Worte bleiben, die von der Bühne aus an das Publikum gerichtet wurden. Der Moshpit war ab dem ersten Riff etabliert und auch der Graben wurde von den Crowdsurfern schon während dem ersten Stück überwunden. Spätestens als Soulfly mit ihrem Klassiker Prophecy nachlegten, gab es vor der Bühne kein Halten mehr.

Ganz im Stile des letzten und härtesten Albums Dark Ages ging es weiter. Thrash-Metal ohne große Kompromisse. Das kam gut an beim Publikum, dessen Altersdurchschnitt darauf schließen ließ, dass die meisten wohl noch zu Zeiten von Sepultura (die wir vor kurzem live in Köln ablichteten) mit Cavaleras Musik in Kontakt gekommen seien dürften. Ging die Aktivität vor der Bühne mal für einen kleinen Zeitraum ein wenig zurück, so hatte das eher konditionelle als musikalische Gründe. Doch für so einen Fall reichte beispielsweise das Gitarrenintro von Back to the Primitive oder ein gemeinsam mit der ersten Reihe ins Mikro geshoutetes, "Jumpdafuckup" aus, um den Laden sofort wieder zum Kochen zu bringen.

Auch wenn Soulfly ja eigentlich dafür bekannt sind, ihre Musik durch eine gewisse stilistische Vielfalt zu bereichern, hielt sich diese in Grenzen. Zwar durften sowohl Bassist Bobby Burns als auch Gitarrist Marc Rizzo ihre durchaus überzeugenden Soli spielen, der überwiegende Teil des Konzertes war jedoch metallend. Daran änderte auch die obligatorische Drumsession wenig. Klar machen fünf Leute, die auf drei Trommeln und ein Schlagzeug eindreschen, optisch einiges her. Auch zur Bewegung luden die produzierten Trommelklänge allemal ein; restlos überzeugen konnte die Einlage trotzdem nicht. Dafür wurden die Trommeln zu ähnlich bedient.

Nach nur einer guten Stunde waren Soulfly dann auch schon am Ende und hinterließen eine sichtlich abgekämpfte, aber glückliche Meute. Das Publikum hatte bekommen, was es erwartet hatte und war dementsprechend zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Ein wenig enttäuschend war es dennoch, an einem knapp dreißig Euro teuren Konzertabend noch vor 11 Uhr vor die Türen gesetzt zu werden. Irgendwoher hätte man die Kondition für eine weitere halbe Stunde sicher noch nehmen können.

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