Fall in Grace (live Schwimmbad Musik Club, Heidelberg, 2011)
Foto: Jan Wölfer Fotostrecke starten

Fall in Grace (live Schwimmbad Musik Club, Heidelberg, 2011) Foto: Jan Wölfer © regioactive.de

Drei der vielversprechendsten Bands aus dem Bereich des Alternative Metal, die die Region in den letzten Jahren hervorgebracht hat, bilden einen attraktiven, von der Big Noise-Community veranstalteten Dreierpack im Schwimmbad Music Club, der die Besucher mit abwechslungsreicher und powervoller Musik belohnt.

{image}Fall In Grace kam die Rolle des Openers zuteil, eine Aufgabe, die die Band selbstbewusst annahm. Im Wesentlichen stand ihr letztjähriges, sehr empfehlenswertes Debütalbum Circle Of Illusion im Fokus der Setliste. Sänger und Gitarrist Christo sorgte von Beginn an mit Rock-am-Ring-tauglichen, fast ausschließlich auf englisch gehaltenen Ansagen für eine Athmosphäre, die die geschätzten 150 Zuschauer glauben ließen, sie wären zehnmal so viel. Regionales Flair kam erst auf als Bassist Chris vor dem Song Final die Ansage übernahm. Vor ihrem quasi Titelsong Fall In Grace forderte Christo das Publikum auf, Feuerzeuge zu zücken. Nun ist dieses Ritual ja schon seit guten 10 Jahren durch das Hochrecken von Mobiltelefonen abgelöst. Neu in diesem Kontext ist allerdings ein Lighter-App, das eine Feuerzeugflamme auf dem Display eines Smartphones anzeigt, welches dann fast so schönes Licht zaubert wie ein echtes. Aber halt auch nur fast. Fall In Grace war jedenfalls der Spaß, den sie am Musizieren haben, anzumerken, ihr Alternative Metal im Fahrwasser von Alter Bridge und Seether kam beim Publikum bestens an und war eine gelungene Eröffnung des Abends.
Setliste:
My Old Confession | Flowers | Outside Of My Mind | Someone In My Head | Lost | Upon Your Life | Final Solution | Fall In Grace | Raping Myself

{gallery 2,5}

Auch Garden Of Eden hatten ein aktuelles Album am Start: Puzzle erschien ebenfalls 2010 und gibt einen Überblick über das bunte Schaffen der Band, bei der kein Song stilistisch zu den anderen passen will. Klassischer Hardrock beziehungsweise britscher Metal in Judas Priest-Tradition und Crossover im 90er-Style brachte fast schon ein wenig Old-School-Feeling in die Veranstaltung, die mittlerweile auch schon nennenswerten Zulauf von abgwiesenen Besuchern der benachbarten Sportler-Faschingsparty bekam. Ihr Song Beautiful geriet dann beinahe zu einem Noughties-Alternative-Rock-Kracher, während kurze Zeit später ein freakiger Funk erklang. Eine Vielfalt, die, wie Gitarrist Christian Ruhm erklärt, Methode hat und den unterschiedlichen Geschmäckern innerhalb der Band geschuldet ist. "Nimm eine Band wie Motörhead: Wenn du da ein Album hast, brauchst du kein zweites. Oder bei AC/DC hält man es gerade eine Plattenseite aus!", merkt Ruhm dazu an. Dieser Sichtweise kann man zustimmen oder auch nicht, Garden Of Eden setzen das Konzept der radikalen Abwechslung jedenfalls konsequent um und finden in der Stilvielfalt ihr verbindendes Element. Beachtlich jedoch: Waren es bei Fall In Grace noch vorwiegend männliche Fans, die das Geschehen vor der Bühne bestimmten, so waren es hier in erster Linie Mädchen, die die Frontrow bildeten!

Setliste:

Road To Nowhere | Whispering Fields | Boomerang | Oops | You Set Me Free | Beautiful | Ready | The Tide Has Turned | Flying High | Around You | Hold Me | What I Need

{gallery 14,5}

Nach diesen zwei powervollen Auftritten auf die Bühne gehen zu müssen ist nicht jedermanns Sache. Siock Sico, die mit Abstand jüngste Band des Abends, ließen sich jedoch weder von der fortgeschrittenen Uhrzeit, noch von dem in der Stunde vor ihrem Auftritt eingesetzten Zuschauerschwund beeindrucken und stellten eindrucksvoll unter Beweis, dass sie mit ihrem dynamisch dargebotenen Alternative/New Metal schon jetzt keine Konkurrenz fürchten müssen. Was Siock Sico-Frontman B.K. an Vocalperformance ablieferte war schlichtweg atemberaubend. Die Band, nach Austausch der Rhythmusgruppe jetzt wieder komplett, lieferte dazu eine Basis, die abwechslungsreich, aber dennoch stilbildend auftrat. Beachtlich zudem, dass nur noch drei Songs ihres Sets aus dem 2009er Debütalbum Maiden Voyage stammten. Der Rest war neues Material, das erkennen lässt, dass die Band in ihrer Entwicklung noch weiter voranschreitet. Als Siock Sico zum Ende ihres Sets die beiden Maiden Voyage-Kracher The Conclusion und The Confession von der Bühne ließen, haben die, die bis zuletzt dabei waren, einen abwechslungsreichen, powervollen und hochkarätigen Abend gehabt und mit Sicherheit eine spanndere Veranstaltung als die Sportler-Faschingsparty erlebt!

Setliste:

It Will Never End | Thrilling Sickness | Living Complication | Affliction | The Lie | Wash My Pain Away | Torture | Black Hole | The Conclusion | The Confession

{gallery 25,5}

Das könnte Sie auch interessieren