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Sunrise Avenue (live in Frankfurt 2018) © Rudi Brand

Mit dem Album "Heartbreak Century" haben Sunrise Avenue ihren Stil etwas verändert. Die Befürchtung vieler Fans, dass sie ihren ursprünglich rockigen Touch verloren haben, ist aber unbegründet. Die Musik ist live sehr ausgewogen und sie haben an Qualität und Bandbreite dazu gewonnen.

Schon mit dem Opening "Prisoner In Paradise" zeigen Sunrise Avenue, dass sie noch immer die Kombination aus rockigen Gitarren und eingängigen Melodien beherrschen, die rund um die Stimme von Samu Haber konzipiert sind.

Eingetaucht in ein spaciges Intro mit Sternenbildern auf der Videowand und einem Feuerwerk des Lichts geben Sunrise Avenue mit heulenden Gitarren direkt Vollgas.

Rockpower

Das neue Album "Heartbreak Century" tendiert stilistisch mehr in Richtung Pop und Folk, beinhaltet dennoch zahlreiche Songs, die von Sunrise Avenue live einen viel rockigeren Touch erhalten. So ist "Beautiful" ein echter Kracher mit mitreißendem Rhythmus und möglicherweise der nächste große Hit der Band. Begeisternd ist auch die wunderbar konzipierte visuelle Präsentation mit dem drehenden Karussell auf dem Video im Hintergrund.

Das energetische Feuerwerk setzt mit "Unholy Ground" den nächsten Kracher. Die spektakuläre Lichtshow und die heulenden Gitarren pushen das Publikum. Sunrise Avenue setzen so pure Energie frei und reißen auch zahlreiche Zuschauer auf den Sitzplätzen hoch. Stehend, tanzend und singend feiern die Zuschauer auch den nächsten Hit "Little Bit Love" ab und klatschen mit erhobenen Händen frenetisch mit. 

Neuer Stil

Nach diesem ersten Feuerwerk wird es erst mal ruhiger. Überraschend früh präsentieren Sunrise Avenue bereits jetzt ihre ersten beiden Singles aus dem neuen Album. Mit akustischem Intro beginnt "I Help You Hate Me". Der Popsong mit Tendenz zum Folk ist klar erkennbar eine stilistische Weiterentwicklung, die vom Publikum aber ebenso wie die früheren Hits mit viel Enthusiasmus abgefeiert wird.

Das gilt ebenso für "Heartbreak Century", dessen Popmelodie nach dem Keyboardintro durch die Akustikgitarren getragen und vom Publikum zahlreich mitgesungen wird. Ein Highlight des Abends ist "Never Let Go". Ein melodischer Popsong mit Ohrwurmcharakter, der mit viel Energie und Rhythmus sofort zum Tanzen und Klatschen animiert. Als Kontrast spielen Sunrise Avenue dann "Room" – eine ruhige, echte Gefühlsballade, die zum Schunkeln und Schmusen einlädt. 

Charaktersongs

Als die ersten Töne von "Lifesaver" erklingen, gibt das Publikum sofort Vollgas. Die Zuschauer schreien laut, singen den Ohrwurm aus vollem Hals mit. Dieser Song ist ein echter Fanliebling. Dazu könnte irgendwann auch "Question Marks" werden, besonders in dieser Liveversion, die wieder deutlich rockiger ist als der Albumtrack. 

Der alte Hit "I Don't Dance" regt zum Klatschen und Tanzen an, ein echter Energizer. Bemerkenswert ist der neue Song "Afterglow". Thematisch geht es wie so häufig bei Sunrise Avenue um Liebe und Gefühle. Interessant ist aber das Arrangement. Die starke Gitarre und die Stimme von Samu Haber scheinen einen Reifeprozess hinter sich zu haben. Die Musik wirkt erwachsener und noch ausdrucksstärker als in früheren Jahren.

Das gilt ebenso für "Let Me Go". Nach dem langen Keyboardintro zeigt sich Samu Haber als ein Künstler, der komplett in sich zu ruhen scheint und mit den neuen Songs ein höheres Level erreicht hat. Die stilistische Erweiterung in Richtung Folk zeigt sich am deutlichsten bei "Point Of No Return". Das ist eine völlig neue Seite von Sunrise Avenue, mit der sie ihre Bandbreite hörbar erweitern.

Finale

Nicht fehlen dürfen die Hits, die Sunrise Avenue groß gemacht haben. Das gedämpfte Keyboardintro baut eine dramaturgische Spannungskurve für "Fairytale Gone Bad" auf. Der ganze Saal singt und feiert mit, bis sich schließlich die aufgestaute Energie in krachenden Gitarren und einem gleißenden Lichtfeuerwerk entlädt. Auch das große Kino von "Hollywood Hills" muss sein. Sunrise Avenue beglücken ihre Fans und liefern am Ende eine Show, die geprägt ist von viel Licht, vielen eingängigen Melodien und einer durchgängigen Gute Laune-Stimmung.

Mit dem neuen Album beschreitet Sunrise Avenue neue Wege, die der Band eindeutig gut tun. Sie entwickeln sich weiter und mit dieser neuen Ausgewogenheit zwischen Rock, Pop und Folk haben Sunrise Avenue auch für die Zukunft glänzende Aussichten: Das ganze Konzert war stimmig von Anfang bis Ende.

Setlist

Prisoner In Paradise / Beautiful / Unholy Ground / Little Bit Love / I Help You Hate Me / Hurtsville / Heartbreak Century / Never Let Go / Room / Lifesaver / Question Marks / Flag / I Don't Dance / Afterglow / Forever Yours / Let Me Go / Point of No Return / Fairytale Gone Bad // Home / Hollywood Hills

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