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The Kelly Family (live in Mannheim 2018) © Rudi Brand

Die Rückkehr der Kelly Family auf die große Bühne ist wahrlich ein gelungenes Comeback. In der ausverkauften SAP Arena in Mannheim bieten sie ihren Fans drei Stunden beste, abwechslungsreiche Unterhaltung für die ganze Familie.

Besser als je zuvor präsentiert sich The Kelly Family in der mit 11.000 Zuschauern ausverkauften SAP Arena Mannheim. Auf ihr treues, enthusiastisches Publikum können sich die Kellys schon seit Jahrzehnten verlassen. So auch auch an diesem Abend, an dem zu den alten Fans noch viele neue und sehr junge Fans dazukommen. Das Ergebnis ist ein wahrlich bunt gemischtes Publikum.

Ebenso bunt wie das Publikum ist das abwechslungsreiche Programm, das sehr geschickt arrangiert ist. Jedes Mitglied der Kelly Family hat seine besonderen Stärken, die sie abwechselnd präsentieren. Den Anfang macht Jimmy mit seiner klaren Stimme beim poppigen Auftakt "I Can't Stop The Love". Als Kontrast darf Joey Kelly mit "Why Why Why" richtig hart abrocken. Vorne schießen Flammen hoch – fast wie bei Rammstein. 

Musikalische Vielfalt

Die große Vielfalt der Musik ist gemeinsam mit der starken Musikalität der ganzen Familie die Stärke der Kelly Family. Eine Flöte als Intro für "First Time" untermalt Patricia bei ihrem zauberhaften Gesang, der sehr an ein Märchendrama erinnert. John setzt bei "Imagine" dann wieder auf handechten Folk-Rock mit Gitarre und bindet das Publikum im wechselhaften Gesang mit ein.

Aber auch aus sanften Tönen können rockige Songs entstehen. So beginnt Angelo "Because It's Love" im Stil einer sanften Ballade, die dann mit krachendem Gitarrensound rockig aufdreht. Anschließend spielt Kathy ihr Akkordeon und singt mit tiefer, durchdringender Stimme "Come Back To Me", wobei auch diese Ballade am Ende rockig wird und das Publikum zum Wippen und Schunkeln bringt.

Die besten Songs und größten Hits spielen die Kellys hingegen oft gemeinsam wie bei "An Angel", das die Zuschauer in der gesamten Halle zum Mitsingen animiert.

Einflüsse der Welt

Als Unterstützung der sechs ursprünglichen Familienmitglieder begleitet Paul Kelly die Band bei ihrer Comebacktour. So spielt er die Drehleier bei "Loch Lomond", einem traditionellen schottischen Lied. Zum Ende des ersten Teils kommen alle sieben Kellys an die Spitze der dreieckigen Vorbühne. Im Akustikblock beginnt John an der Gitarre zu "When I Was In Town", später stimmen die Geschwister mit ein.

Nun begibt sich die Band auf eine Reise zu ihren musikalischen Wurzeln. Die Karriere der Kelly Family begann einst in Spanien. Der Song "Echo La Ronda", zu dem Kathy sogar Flamenco tanzt, ist energetisch und sehr rhythmisch. Weiter ging es für die Kellys nach Paris. Dort entstand "Une Famille C'est Une Chanson". Hier wäre es jedoch besser gewesen, wenn Patricia ihre ausscheifende Erklärung etwas verkürzt hätte. Mit dem Gospelsong "Swing Low", der für ihren einjährigen Aufenthalt in den USA steht, geht es in die Pause.

Pure Lebensfreude

Als die ersten Töne von "When The Boys Come Into Town" ist das Publikum sofort wieder voll da. Angetrieben von dieser Spielfreude singt und klatscht die Halle den Hit "Nanana". Emotion bleibt das große Thema. Die alten Bilder aus der Kindheit der Kelly Family laufen im Hintergrund von "Keep On Singing". Obwohl es ihre Wurzeln sind, ist es doch ein nicht zu verleugnender Kontrast zu allem, was die Zuschauer jetzt auf der Bühne sehen. Eine beeindruckende Entwicklung von inzwischen starken Charakteren, die heute ihre ganz eigene Individualität und Persönlichkeit einbringen, aber dennoch als Gemeinschaft auftreten.

Dieser Eindruck entsteht sowohl beim Solosong von Kathy, die ihre Stimme bei "Father's Nose" erneut durchdringend stark nach vorne stellt, als auch im abwechselnden Duett von Patricia und Jimmy. Das Drum-Solo von Angelo ist ein echter Spaß für die Zuschauer – fast sogar animalisch wild, als Angelo das Haargummi vom Zopf löst. Die stärksten Momente sind und bleiben aber die gemeinsamen Songs. "Fell In Love With An Alien" sorgt für einen emotionalen Höhepunkt, als die ganze Halle schon bei der Melodie lossingt. Auch das von Angelo gesungene "I Can't Help Myself" ist eine Hymne und wird enthusiastisch abgefeiert.

Steigerungsfähig

Über den letzten Teil der Show kann man durchaus diskutieren. Das bis dahin sehr starke Konzert gerät durch die Songauswahl hier kurz ins Stocken. Herausragend ist "The Wolf", das rockige Feuerwerk von Joey Kelly. Durch diesen Song wird das Publikum richtig angeheizt.

Durch die sehr langsame Ballade "Cover The Road" verschwindet diese Energie und das Konzert gerät kurz ins Stocken. Das Lied ist schön, aber es passt nicht an dieser Stelle, denn im Anschluss folgen schnelle, traditionell irische Songs wie "Dan O'Feefes" und "Wearing Of The Green". Die Energie aus "The Wolf" hätte perfekt dazu gepasst. Hier hat die Setlist noch Luft nach oben.

Letztlich sind das aber Kleinigkeiten. Mit den Zugaben "Good Neighbor" und "Take My Hand" schunkelt, tanzt und feiert die ganze Halle ihre geliebte Kelly Family. Der von Patricia neu geschriebene Song "Brothers And Sisters", bei dem jeder nochmal seine eigenen Songzeilen singt, bildet den perfekten Abschluss eines begeistert gefeierten Comebacks.

Setlist

I Can't Stop The Love / Why Why Why / First Time / Imagine / Because It's Love / Come Back To Me / We Got Love / Red Shoes / No Lies / An Angel / Loch Lomond / When I Was In Town / Echo La Ronda / Une Famille C'est Une Chanson / Swing Low

When The Boys Come Into Town / Nanana / Keep On Singing / Father's Nose / Please Don't Go / Drum Solo (Angelo) / Fell In Love With An Alien / I Can't Help Myself / The Wolf / Cover The Road / Only Our Rivers Run Free / Dan O'Feefes / Wearing Of The Green / Who'll Come With Me // Good Neighbor / Take My Hand / Brothers And Sisters

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