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Edgar Wasser, Fatoni und Tribes Of Jizu (live in Mannheim, 2016) © Alex Schäfer

Auf Konzerten kommt es immer wieder vor, dass ein Gastmusiker für einzelne Features auf die Bühne geholt wird. Fatoni, Edgar Wasser und die Tribes of Jizu haben in der Alten Feuerwache Mannheim einfach mal ein komplettes Feature-Konzert abgefeiert.

Eigentlich befindet sich Sprachartist Fatoni mit seinem Album "Yo, Picasso" gerade auf Solotournee. Für drei Konzerte tut er sich aber mit Edgar Wasser und den Tribes of Jizu zusammen. Das letzte dieser drei Sonderkonzerte findet in Mannheim statt.

Handwerkskunst

Der hälftig durch einen Vorhang getrennte Saal der Alten Feuerwache ist zwar nicht ausverkauft, vor der Bühne tummelt sich dennoch eine Menge Gäste. Auf der Bühne selbst kann man bereits vor Konzertbeginn das beeindruckende Setup der Tribes of Jizu begutachten. Das besteht aus Bass, Gitarre, Synthie, Turntables und Schlagzeug, letzteres hinter einer durchsichtigen Schallschutzwand aufgebaut. Auf diesem Hiphop-Konzert kommen die Beats nicht ausschließlich von Platte, sondern werden live auf der Bühne zusammengezimmert.

Das Quintett aus Regensburg macht dann auch die Eröffnung des Abends. Von Anfang an ist der Sound gut und differenziert abgemischt, allerdings eine Spur zu leise. Gerade der Bass kommt im Magen nicht ganz so an, wie man das vielleicht erwarten würde. Aber das soll der einzige Wermutstropfen des Abends bleiben.

"Der nächste Song ist ein besonderer Song…"

Zum zweiten Song betreten dann Fatoni und Edgar Wasser die Bühne, der eine mit Hut und Harrington, der andere in Jogginghose. Prompt gehen die Arme im Publikum in typischer Hiphop-Manier in die Höhe und wippen im Takt auf und ab. Dazu werden sie von den Rappern angefeuert: "Tut so, als ob es Hiphop wär!"

Im Laufe des Konzerts wechseln sich Edgar Wasser und Fatoni mit ihren Solosongs ab, spielen aber auch Stücke von ihrem 2013er Kollabo-Album "Nocebo" oder einzelne Featuretracks. Die Stücke von Fatonis aktuellen Album stoßen allerdings auf die meiste Gegenliebe beim Publikum, was nicht zuletzt an den hervorragenden Beats des WSP-Produzenten Dexter liegt. Diese finden eine gute Live-Umsetzung durch die Tribes of Jizu.

Überdurchschnittlich

Überhaupt ist die Leistung der fünf Musiker hervorzuheben. Sie verstehen es die Beats der beiden Rapper sowohl originalgetreu nachzuspielen, als auch gänzlich neue musikalische Arrangements zu den eigentlich bekannten Stücken zu liefern. Manchmal kann man so erst durch den Text herausfinden, um welches Lied es sich handelt, etwa bei Edgar Wassers "Tecla hat gesagt". Vor der Zugabe stellen Fatoni und Edgar Wasser die Band des Abends vor. Ganz in Jazz-Tradition gibt jeder Musiker bei seiner Vorstellung einen kurzes Solo zum Besten.

Über die Dauer des zweistündigen Konzerts ist die Stimmung sowohl auf der Bühne wie auch davor äußerst gut. Künstler und Publikum haben Spaß und feiern fleißig ab. Allerdings fehlt der gewisse Funke, der aus einem sehr guten Konzertabend eine denkwürdige Erinnerung machen würde. Dennoch zeigt die Kollaboration der Künstler, dass Hip-Hop live auch mit Instrumenten hervorragend funktioniert.

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