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Dave Matthews Band (live in Frankfurt, 2015) © Leonard Kötters

Obwohl die Dave Matthews Band der breiten Masse hierzulande nicht so bekannt ist, haben sie auch in Deutschland eine sehr treue Fangemeinde. In der fast ausverkauften Jahrhunderthalle in Frankfurt lassen sich die Zuschauer von einer grandiosen Live-Performance begeistern.

Bereits das Opening der Dave Matthews Band zeigt die ganze musikalische Bandbreite dieser Band. In der zwanzigminütigen Performance von "Seek Up" beginnen die Jamrocker unter frenetischem Jubel der Zuschauer mit einem fast sphärischen Gitarrensound. Dem Gesang von Dave Matthews folgen die Bläser Jeff Coffin und Rashawn Ross an den Trompeten, die trotz des rockigen Sounds ihren Part wie eine Jazzimprovisation spielen.

Gekrönt wird das Opening von der ersten Soloeinlage des Violinisten Boyd Tinsley, der sich Dave Matthews an der Gitarre gegenüberstellt und sich ein musikalisches Duell mit ihm liefert. So steigert sich die Band in den Song rein und reißt das euphorische Publikum mit.

Powerrock

Ein kurzes "Good Evening" und ein "You're Look Good" an die Zuschauer reicht, denn schon dreht die Band mit krachendem Rocksound und Gitarrengewitter wieder auf. Die Performance von "Don't Drink The Water" im gleißenden Lichterflackern ist so energetisch, dass das Publikum sofort wieder ausrastet.  

Aber die Dave Matthews Band beherrscht auch die ruhigeren Töne ebenso gut. Das leise Intro von Dave Matthews bei "Proudest Monkey" wird zunächst durch das Gitarrensolo von Leadgitarrist Tim Reynolds gesteigert. Gekrönt wird der Song schließlich von Drummer Carter Beauford, der mit zarten Glöckchenschlägen die nun ganz leise spielende Band übertönt und so das Publikum zu stürmischem Beifall hinreißt.

Ein ganz besondere Version von "Crush" wird zum großen Highlight der ersten Hälfte. Das Intro an der Bassgitarre von Stefan Lessard ist schon genial, wird weiter getrieben vom Saxophon und von einer weiteren Streichereinlage von Boyd Tinsley. Alles endet nach 10 Minuten mit einem Highspeed-Drumsolo, das so anfeuert, dass es die Zuschauer vor Begeisterung aus den Sitzen reißt.

Grabesstimme

Bei "Gravedigger" darf diesmal der Drummer das Opening spielen. Sein facettenreiches Solo bekommt Einzelapplaus. Dann heulen die Gitarren leise auf und Dave Matthews singt wie mit tiefer Grabesstimme. Am Ende powern sie sich mit den Gitarren wieder hoch und die Fans lassen sich von der Stimmung erneut komplett mitreißen. 

Die Highlights scheinen kein Ende nehmen zu wollen. Der treibende Rocksound und die abwechselnd gespielten Bläser von Trompete und Saxophon machen "Grey Street" zum nächsten gefeierten Kracher. Ebenso abgefeiert wird das Violinensolo von Boyd Tinsley bei "Lie In Our Graves". Dabei nimmt er den kompletten vorderen Bühnenbereich ein und läuft unter dem Jubel des Publikums spielend von links nach rechts und zurück.

Am Ende des Konzerts holen die sieben fantastischen Musiker bei "Ants Marching" nochmal alles raus und jeder darf ein letztes Mal brillieren. Damit endet ein rund zweieinhalbstündiges Konzert mit frenetischem Applaus und dem Gefühl, einen Auftritt der Extraklasse miterlebt zu haben.

Setlist

Seek Up / Don't Drink The Water / Proudest Monkey / Satellite / Crush / Drunken Soldier / You Might Die Trying / Gravedigger / Crash Into Me / Grey Street / Lie In Our Graves / Lover Lay Down / Granny / Belly Belly Nice / Warehouse // The Best Of What's Around / Ants Marching

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