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Marteria (live in Mannheim, 2014) © Joy Dana Görig

Mit Feuerfontänen, grünem Rauch und Lamettakanonen sorgte das Konzert von Marteria für eine Riesenparty in der Mannheimer SAP Arena. Knallende Bässe und fette Beats brachten die ausverkaufte Halle zum Beben, aber Marteria zeigte auch seine anderen Seiten.

Der HipHop-Boom im Land nimmt kein Ende und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Marteria ganz oben auf dieser Erfolgswelle schwimmt. Noch weniger verwunderlich ist, dass sein Konzert schon Tage vorher ausverkauft ist, denn alles was der Wahlberliner zurzeit anfasst, wird zu Gold. Als Support hat er den Rapper Chefket dabei, der dem Publikum von den ersten Minuten an gewaltig einheizt.

Support: Chefket

Oftmals wird der meist noch unbekannte Support gerade mal eine halbe Stunde geduldet und bringt nur ein oder zwei Songs, die die Menge mitreißen. Bei Chefket ist das anders. Er ist den Marteria-Fans wohlbekannt und weiß, wie er die Stimmung aufheizen muss, nämlich mit Einflüssen aus dem guten alten Old School HipHop, der jedes Köpfchen zum Nicken bringt! Gekrönt wird sein Auftritt von einem Acapella-Rap, damit jeder sein Können hören und auch bestaunen kann.

Nachdem der letzte Beat von Chefket verklingt dauert es nicht mehr lang bis der Endboss selber auf der Bühne steht. Eröffnet wird die Show von einem langen Intro von "Zurück in die Zukunft" bis die ersten Takte von "OMG!" erklingen und Marteria endlich auf der Bühne steht. Untermalt wird das Ganze von fünf Fahnenschwingern, die sich unter das Publikum gemischt haben und der Show einen Hauch Stadion-Feeling verleihen. Das zieht sich durch die komplette Show, nur zu den ruhigeren Songs werden die wehenden Flaggen runter genommen.

"Mannheim – Heidelberg – Ludwigshafen, es ist schön hier in der Region zu sein, ihr seid eine der Ersten, die unsere Musik immer supportet haben!", sagt Marteria und wird dabei etwas sentimental. "Früher haben wir vor 35 zahlenden Menschen gespielt und heute sind es 6000. Unfassbar!"

Achterbahnfahrt mit Partystimmung

Die Show von Marteria lässt sich mit einer Achterbahnfahrt vergleichen. Im einen Moment knallen die Songs richtig und man hat das Gefühl, der Bass würde die Halle förmlich zersprengen. Im nächsten Augenblick packt Materia wieder ruhigere Songs aus, die aber gut ins Gesamtpaket passen. Dadurch entsteht das Gefühl einer Riesenparty mit tausenden anderer Menschen. Perfekt für einen Samstagabend eben.

Auch die Bühnenshow ist eine Klasse für sich. Im Hintergrund ist eine riesige Leinwand befestigt, die visuell die Songs untermalt. Zu Hits wie "Bengalische Tiger" fliegen schon mal die Funken und die ganze Bühne färbt sich rot. Beim Song "Was wir sind" holt Materia nochmal Chefket auf die Bühne. Nach seinem ersten großen Charterfolg "Lila Wolken" dreht die Musik aber plötzlich runter und es erklingt ein Reggae-Beat! Die Halle wird vor einer grünen Rauchwolke durchzogen und Marterias Alter-Ego Marsimoto steht auf der Bühne. "Marsi liebt Mannheim" und "Green Mannheim", quietscht eine Helium-Stimme, als die ersten Takte von "Grüner Samt" ertönen.

Mannheim leuchtet grün

Marsimoto spielt ein kurzes Set. Nicht nur ist die die ganze Halle in grünes Licht getaucht, es riecht auch überall nach Gras, was die Kiffer-Stimmung noch realer macht. Plötzlich steht ein Fotograf auf der Bühne und Marsi stoppt kurzerhand das Set. "Nein so geht das nicht, wer hier oben steht muss auch rappen können." Gesagt, getan und der Fotograf, bei dem es sich um keinen geringeren als Paul Ripke handelt, rappt einfach mal drauflos und bringt die Menge zum Ausrasten.

"Ihr müsst wissen der Marteria ist ein ganz fauler Hund, eigentlich schreib ich alle seine Songs, so auch diesen", lacht Marsi und stimmt "Auszeit" an. Nach vier Songs ist der grüne Spuk vorbei und die Masken werden wieder abgelegt. Doch natürlich wird sich nicht verabschiedet ohne vorher ein neues Album angekündigt zu haben. Also Öhrchen gespitzt: das neue Marsimoto-Album erscheint nächstes Jahr!

Feuerfontänen und Lamettakanone

Nach dieser kurzen Auszeit knallt es noch mal richtig in der SAP Arena. Bei "Feuer" bebt der Bass und Feuerfontänen schießen in die Luft. Danach wird es ganz still und zu "Welt der Wunder", dem letzten Song, werden die Feuerzeuge in die Luft gehoben.  Doch es wäre keine richtige Marteria-Show wenn es jetzt schon vorbei wäre und so kommen alle nach einer kurzen Pause, die von Zugabe-Rufen geprägt ist, wieder auf die Bühne. Marteria und Band stimmen noch einen allerletzten Marsimoto-Song an, auf den am Schluss nach gefühlten zehn Minuten ein Kid Simius-Cover, folgt: "Die letzten 20 Sekunden"...und das ganze in Dauerschleife!

Immer wieder sollen die Zuschauer zu den allerletzten zwanzig Sekunden gewaltig ausrasten. Irgendwann springt Marteria auch ins Publikum und kommt später mit zerrissenem T-Shirt wieder aus der Menge. "Ich glaube ich sehe jetzt aus wie Tim Wiese!" Eskalation pur in der Halle! Irgendwann muss aber auch mal der schönste Abend zu Ende gehen und so wird am Schluss eine Lamettakanone gezündet.

Es bleibt nur zu sagen, das Marteria zu Recht einer der größten Entertainer und Rapper in Deutschland ist und seine Liveshows ein absolutes Muss sind! Er beherrscht das Spiel zwischen eingängigen Party-, Randale- und Exzess-Hymnen wie "OMG!", "Kids" und "Bengalische Tiger", bietet aber auch berührende und persönliche Nummern. 

Songlist

OMG! | Endboss | Bruce Wayne | Marteria Girl | Alles verboten | Was wir sind | Pionier | Amys Weinhaus | Nie in New York | Kids (2 Finger an den Kopf) | Eintagsliebe | Bengalische Tiger | Lila Wolken | Grüner Samt (Marsimoto) | Ich bin dein Vater (Marsimoto) | Grünes Haus (Marsimoto) | Auszeit (Marsimoto) | Verstrahlt | Die Nacht ist mit mir | Sekundenschlaf | Feuer | Welt der Wunder | Crash dein Sound | Die letzten 20 Sekunden

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