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The Fray (Live in Frankfurt, 2014) © Manuela Hall

Endlich wieder zurück in Deutschland: Die US-Pop-Rocker von The Fray spielen im Rahmen ihrer "Helios"-Tour ein ausverkauftes Konzert in der Batschkapp Frankurt und gehen mit ihrem Publikum intensiv auf Tuchfühlung. Ein Abend der großen Gefühle.

Die Enttäuschung war groß, als The Fray nur ein exklusives Konzert im März dieses Jahres im Underground in Köln bekannt gaben. Seit 2009 war das US-Quartett aus Denver, Colorado nicht mehr in Deutschland.

Mittlerweile ist die vierte Platte "Helios" erschienen und die deutschen Fans können aufatmen: The Fray sind zurück und das mit einer ausgiebigen Clubtour im Gepäck. Doch schnell musste man trotzdem sein. Die Ticketnachfrage ist enorm und alle Shows sind komplett ausverkauft. So auch die Batschkapp in Frankfurt.

Die Cowboys kommen

Sehnsüchtig wartet das zum größten Teil weibliche Publikum auf den Hauptact, dann gehen endlich die Lichter aus. Die Kunst der Dramaturgie beherrschen The Fray nahezu perfekt, was sie in ihrem gesamten Set immer wieder unter Beweis stellen.

Nach einem Intro irgendwo zwischen dem Wilden Westen und dem Phantom der Oper eröffnen The Fray den Abend mit "Closer To Me" aus ihrem aktuellen Album. Musikalisch liegt hier ganz klar der Fokus. "Helios" wird fast komplett gespielt, aber natürlich dürfen die alten Klassiker wie "Over My Head", "Look After You", "You Found Me" und der Megahit "How To Save A Life" nicht fehlen. Die Setliste an dem Abend lässt jedenfalls keine Wünsche offen.

Personalzuwachs

Als Quartett gestartet, wächst mit dem Erfolg und der Bekanntheit auch die Band selbst. Live erhalten The Fray gleich doppelte Unterstützung, einmal am Bass sowie an den Keyboards und Percussions. Der Zuwachs an Tour-Mitgliedern verleiht den Songs mehr Fülle, Kraft und noch mehr Melodie – eine sinnvolle Investition also.

Zumal der Sound an diesem Abend astrein ist. Jedes Instrument ist ganz klar rauszuhören und über allem thront die unverwechselbare Stimme von Frontmann Issac Slade.

Musik im Blut

Die Jungs von The Fray sind allesamt Vollblutmusiker. Das ist jederzeit zu sehen und zu spüren. In ihrem Set reihen die US-Pop-Rocker nicht einfach einen Song an den anderen, sondern arbeiten mit punktgenauen, atmosphärischen Übergängen. So verliert das Konzert bis auf ein paar kleinere Durchhänger in der ersten Hälfte nie an Dynamik.

Ein "All At Once" wird plötzlich zu "Hurricane", ein "Look After You" zu "Keep On Wanting". Die Show von The Fray ist gut durchdacht, dennoch könnte der ein oder andere groovigere Song nicht schaden, um dem ganzen ein wenig mehr Pepp zu verleihen. Mit dem an Maroon 5 erinnernde "Give It Away" wäre schon eine Basis gelegt. Aber The Fray sind nunmal keine Tanztruppe.

Ein Bad in der Menge

Dass Frontmann Isaac Slade nicht bei jedem Song ans Klavier muss, hat einen weiteren Vorteil: er kann sich um das lautstarke und euphorisierte Publikum kümmern. So macht der 33-jährige einen Abstecher in den Fotograben, klatscht die erste Reihe ab und lehnt sich zu seinem Publikum.

Aber wer schon einmal auf einem The Fray-Konzert war, der weiß, dass Slade immer den engen Kontakt zu seinen Fans sucht. Und so verschwindet er bei "Over My Head" kurzerhand in der Menge, um auch den Besuchern auf der Empore einen Besuch abzustatten. "I wanna see everybody jump!", ruft er in die Menge.

Die Stadien rufen schon

Der Jubel ist riesig, die ganze Halle rastet aus und singt und springt mit dem smarten Sänger zu dem Refrain. Spätestens jetzt haben The Fray einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit "Shadow And A Dancer" und den Worten "Thank you so much for coming tonight. We love you Frankurt and we will be back!" verabschieden sich The Fray. Hoffen wir nur, dass die Rückkehr nach Deutschland nicht wieder viereinhalb Jahre dauert.

The Fray haben sich mit ihrem aktuellen Album "Helios" genretechnisch geöffnet. Mehr und mehr wandelt sich der Sound vom Kuschel-Piano-Pop hin zum stadientauglichen Breitwand-Pop-Rock. Ein solcher Imagewechsel nach drei äußerst erfolgreichen Alben im gleichen Stil ist natürlich riskant. Live zeigt sich aber eindeutig: The Fray sind zurück und das kraftvoller und experimentierfreudiger als zuvor!

Setliste

Closer To Me | Heartbeat | You Found Me | All At Once | Hurricane | Rainy Zurich | Look After You | Keep On Wanting | Wherever This Goes | Three Little Birds (Bob Marley cover) | Hold My Hand | Turn Me On | Give It Away | Our Last Days | How To Save A Life | Over My Head (Cable Car) | Love Don't Die || Break Your Plans | Never Say Never | Shadow and a Dancer

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