Panik im Nachtleben in Frankfurt 2009

Panik im Nachtleben in Frankfurt 2009 © Susann Heinrich

Erst im September dieses Jahres brachten Panik ihr erstes Album unter ihrem neuen, bzw. eher alten Bandnamen heraus. Und jetzt sind die sechs Jungs schon auf ihrer Abschiedstour. In Frankfurt konnte man sie noch einmal kurz vor ihrem allerletzten Konzert in Hamburg bestaunen und feiern.

{image}Wahrlich hatten es die Jungs von Panik in den letzten Jahren nicht leicht. Als Nevada Tan kamen sie groß raus und hatten selbst Größen wie Mike Shinoda (Linkin Park) als Fans auf ihrer Seite. Ihr Debütalbum verkaufte sich 100.000 Mal und selbst im Ausland konnten sie sofort riesige Erfolge verbuchen. Ihre Konzerte waren stetig ausverkauft, ihre Songs liefen im gesamten Ostblock und in Frankreich auf Rotation im Radio und TV. In ganz Europa bildeten sich Fanclubs. Es folgten Mega-Konzerte vor zehntausenden Fans in Weißrussland und China. Ihr Debüt erlangte in Russland sogar Goldstatus. Für eine Band, die noch am Anfang stand, sollte das eigentlich ein Grund zum Feiern sein. Allerdings lief hinter den Kulissen der Band nicht alles so gut. Nach eineinhalb Jahren Gerichtsstreit war für Nevada Tan Schluss. Die Band nahm wieder ihren früheren Namen Panik an und machte nun ihr eigenes Ding. Man ging davon aus, dass ihnen der Neustart auch wieder gelungen war. Leider gab die Band kurz vor ihrem Tourbeginn bekannt, dass dies die letzte Tour in dieser Konstellation sein wird und die Musiker danach getrennte Wege gehen würden. Für die Fans der Band natürlich ein Schock. Doch so traurig es für die Fans ist, ein paar Gigs der Band blieben ihnen ja noch. So auch im Nachtleben in Frankfurt, eine der Stationen der Abschiedstour.

{image}Vor dem Auftritt von Panik spürte man eine Stimmung zwischen Freude und Wehmut. Nach der Vorband und Umbau für Panik ging es dann auch los. Die sechsköpfige Deutschrock-Band aus Neumünster hatte das Publikum von der ersten Sekunde an auf ihrer Seite. Gespielt wurden Songs des neuen Albums Panik, aber auch Klassiker der ersten Platte Niemand hört dich. Die Songs der Band sind fast ausschließlich von Timo geschrieben und grundsätzlich auf Deutsch, einfach um die Gefühle besser ausdrücken zu können. Ein gutes Beispiel dafür ist die erste Singleauskopplung des neuen Albums, Lass mich fallen, welche an diesem Abend natürlich nicht fehlen durfte. In diesem Song geht es darum, sich aus eigener Kraft wieder aufzubauen. Geht es einem schlecht im Leben, ist man selbst dafür verantwortlich, etwas zu ändern und sich wieder aus dem schwarzen Loch herauszuholen. Wenn man sich die Geschichte der Band anschaut, glaubt man ihnen diese Gefühle. Auch langsamere Töne trübten keineswegs die Stimmung. Im Gegenteil, es wurden Handys und Wunderkerzen gezückt, um die richtige Stimmung zu erzeugen. Aber Kuschelstimmung kommt bei ihren Songs eher selten auf. Ihre Texte sind meistens provokant und rebellierend, auf die typische Befindlichkeit der Jugendlichen abgestimmt und mit hartem Rock gepaart.

{image}Und auch wenn die Fans den Abend nicht zu Ende gehen lassen wollten, das Konzert konnte schließlich nicht ewig andauern und so verabschiedeten sich die Jungs zum ersten Mal mit dem Song Ein letztes Mal, bestens gewählt, wenn man die Situation bedenkt. Aber natürlich wurden auch die Rufe des Publikums nicht missachtet und so kam die Band noch für vier Zugaben auf die Bühne, zwei davon durften sich die Zuschauer sogar wünschen. Ihr wohl größter Hit Revolution war natürlich dabei. Abgeschlossen wurde das Konzert mit dem Song Vorbei.

Traurigkeit und in manchen Gesichtern die ein oder andere Träne machte sich breit. Vorbei war nun auch das Konzert in Frankfurt, allerdings versprach Timo, der mit David zusammen die eigentlichen Gründer der Band sind, durchaus unter dem Namen Panik weitermachen zu wollen – und so kann man gespannt sein und hoffen, was es von dieser Band, aber auch den anderen Bandmitgliedern, hoffentlich bald zu hören gibt.

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