Dirty Age (live in Heidelberg, 2011)

Dirty Age (live in Heidelberg, 2011) © René Peschel

Dirty Age haben die erste Vorrunde des 4. Newcomerfestivals Rhein-Neckar in Heidelberg mit großem Vorsprung gewonnen und stehen im Finale am 2. April in Mannheim. Der komplette Abend mit den weiteren Bands Event Horizon, The Plaid und Undefinable machte insgesamt Lust auf mehr!

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{image}Einen gelungenen Auftakt bot das 4. Newcomerfestival Rhein-Neckar am vergangenen Samstag in der Halle02 in Heidelberg. Vier Bands waren angetreten, um sich vor ganz grob geschätzten 250 Zuschauern für das Finale zu qualifizieren: Die mehrheitlich aus Heidelberg stammenden Alternative-Rocker Undefinable, die Viernheimer Hardrocker Dirty Age, Event Horizon ebenfalls aus Heidelberg und The Plaid aus Weinheim. Als eindeutiger Sieger bei Publikum und Jury erwiesen sich Dirty Age, die einen sehr nah an AC/DC angelehnten Hardrock spielen, aber dennoch genug Eigenständigkeit aufweisen, um nicht als bloße Kopisten gelten zu müssen. So besitzt die Band Talent zum dramatischen Arrangement ihrer Songs und ausreichend Ideen, um das gesamte Publikum zum Mitmachen zu animieren. Frontman Danly präsentierte sich nicht nur als leidenschaftlicher Sänger, sondern auch als exzellenter Showman, während aus der übrigen Band Gitarrist Dario aufgrund seiner Vielseitigkeit und unbändigen Energie hervorstach. Daher werden sie beim Finale am 2. April in Mannheim die Gelegenheit haben, ihr Können erneut unter Beweis zu stellen.

{image}Da die übrigen Bands im Urteil des Publikums sehr eng zusammenlagen, erübrigt sich eine weitere Reihenfolge. Alle wiesen jedenfalls bei manch schönen Songs bzw. Ideen zu eindeutige Schwächen auf, um sich für das Finale zu qualifizieren. Am interessantesten waren fraglos Event Horizon, die mit einer wilden Mischung aus Rock, Ska und elegischen Gesangsmelodien, die gewissen Spielarten des Prog-Pop-Metal zu entstammen scheinen, huldigungsbereite Anhänger fanden.

{image}Während der charmante Wahnsinn der Band manche Zuschauer faszinierte oder irritierte, trieb er andere zum schieren Ausrasten an. Ihre musikalische Maßlosigkeit ist freilich auch ihr größtes Problem: Sie türmen in ihren Liedern so viele Ideen auf Ideen aufeinander, dass sie den Eindruck erwecken, nur für einen kleinen Teil des Publikums zu spielen, während der Rest außen vorbleibt. Undefinable überzeugten mit manchen Liedern, namentlich Untouchable, es gelang ihnen jedoch nicht, die Spannung über die gesamte Dauer ihres Auftritts aufrechtzuerhalten. Außerdem wirkten einige Songs eher skizzenhaft, als wirklich durchdacht.

{image}Der generische Hardrock von The Plaid wirkte trotz ihrer offensichtlichen Professionalität schließlich zu monoton und einseitig. Ihr ganzer Auftritt schien aus einem Song in immer gleichem Tempo zu bestehen, der von Sängerin Viviane auf stets die gleiche Weise herausgeschrien wurde. Andere Mitglieder der Jury bewerteten den Auftritt allerdings positiver.

Insgesamt machte die 1. Vorrunde des Newcomerfestivals Lust auf mehr. Dafür sorgte die musikalische Qualität der Bands ebenso wie die reibungslose Organisation, das kollegiale und professionelle Verhalten der Musiker und das begeisterungsfähige jugendliche Publikum, das sich stets zum Mitmachen animieren ließ und die Bands fair mit verdientem Applaus verabschiedete.

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Alle Fotos von der ersten Vorrunde des 4. Newcomerfestival Rhein-Neckar!

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